Freitag, 25.04.2008

Vor Spiel 4: Dallas vs. New Orleans

Trash-Talk vom Feinsten

München - Die Dallas Mavericks sind zurück in der Serie. Richtig. Die Dallas Mavericks haben wieder gute Chancen aufs Weiterkommen. (Noch) falsch!

NBA, Chris Paul, New Orleans, Dallas
© Getty

Vor Spiel 3 war für jeden in Dallas angesichts des 0-2-Rückstands klar: Dieses Spiel ist gefühlt wie ein Spiel 7. Verlieren absolut verboten.

Nachdem die Mavs dann dank eines überragenden Dirk Nowitzki den Anschluss schafften, ist in Big D die Stimmung aber wieder richtig gut.

Mavs auf der Suche nach der Konstanz

Zwar gibt das Auftreten in Spiel 3 natürlich Grund zu Optimismus, aber im Grunde hat sich an der Ausgangslage nichts geändert. Dallas liegt nach wie vor hinten. Dallas darf auch Spiel 4 auf keinen Fall verlieren.

"Es wäre ein guter Zeitpunkt, mit einer Serie anzufangen", sagte Mavs-Headcoach Avery Johnson. Wohl wissend, dass man bislang alles war in dieser Saison, nur nicht konstant.

Nun MÜSSEN die Mavs Konstanz zeigen und ein zweites gutes Spiel in Folge abliefern. Sonst - um es in Tennissprache auszudrücken - liegt man mit dem Break hinten und steht vor dem Aus. 

Trash-Talk in vollem Gange

Schafft man aber den 2-2-Ausgleich, würde der Druck wieder auf Seiten der Hornets wandern.

Mavs-Boss Mark Cuban hat sogar schon jetzt Anzeichen gefunden, dass New Orleans ein bisschen die Nerven verliert. Es geht um die "irgendwann fängt immer ein Team an zu weinen"-Regel in den Playoffs. Irgendwann fühlt sich ein Team immer benachteiligt.  

Deshalb ist der Trash-Talk mittlerweile auch in vollem Gange.

Punkt 1: Die Freiwürfe

Es ist immer das gleiche Spiel. Ein Team bekommt in einer Partie deutlich mehr Freiwürfe als das andere und die Klagen gehen los.

"Wir gehen zur Freiwurflinie, weil die Hornets versuchen, physisch zu spielen und uns einschüchtern wollen, aber es funktioniert nicht", so Cuban. In Spiel 3 stand Dallas 38 Mal an der Wohltätigkeitslinie, New Orleans nur 13 Mal.

Für die Mavs ist die Diskrepanz das Ergebnis ihrer aggressiven Spielweise, in New Orleans sieht man das ein wenig anders.

"Ich will nicht sagen, dass sie zu Hause von den Refs bevorteilt werden, aber das habe ich wohl damit gerade schon getan, huch", sagte Scott.

Punkt 2: Chris Paul vs. Dallas

Er ist nur 1,83 Meter groß und wirkt, als ob er keiner Fliege etwas zu Leide tun könnte, aber Chris Paul ist in seinen ersten Playoffs schon richtig "frech".

"Paul ist in Spiel 3 die ganze Zeit über das Feld gerannt, hat uns alle angeschrien, wie soft wir wären. Er hat versucht, unsere Bank zu provozieren", so Cuban über den Star der Hornets.

Solange Paul sich auf Wortgefechte konzentriert und nicht wie in den ersten beiden Spielen dominiert, kann es Dallas nur recht sein.

Die besten Bilder aus den Playoffs 

Vor Spiel 4 machte Paul schon mal klar, dass er, auch wenn er noch nie in Dallas gewonnen hat, mit sehr viel Zuversicht in die Partie geht. Besser als in Spiel 3 können die Mavs nicht spielen, ist Paul überzeugt.

Und wenn man einfach die Würfe, die man normal trifft, wieder trifft, dann sollte ein Sieg kein Problem sein. Dass es an der Verteidigung von Jason Terry lag, dass er Probleme hatte? Für Paul völlig ausgeschlossen.

"David West und ich haben unsere Würfe einfach nicht getroffen. Das ist alles. Wir wissen, dass das untypisch für uns ist. Deshalb gehen wir mit einem guten Gefühl ins Spiel", erklärt Paul.    

Punkt 3: Erick Dampier vs. New Orleans

Dampier beförderte Paul gegen Ende von Spiel 3 mit einem Hip-Check äußerst unsanft zu Boden. So unsanft, dass ein Journalist aus New Orleans eine Sperre für den Mavs-Center ins Gespräch brachte.

"Gesperrt für was, bitte? Wenn Du ein Point Guard bist und keinen Körperkontakt willst, dann zieh halt nicht zum Korb", meinte Dampier in Richtung Paul.

Langsam gewinnt man richtig den Eindruck, dass sich zwei Teams gegenüberstehen, die sich immer weniger leiden können.

Wenn die Mavs jetzt noch Spiel 4 gewinnen und ausgleichen, dann geht der Spaß erst richtig los.

Florian Regelmann

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