Dienstag, 04.03.2008

Hornets-Star Chris Paul exklusiv

Meisterschaft? "Na klar!"

New York - Dass die New Orleans Hornets mit den ganz Großen der Liga überhaupt nur mithalten könnten, damit hat vor der Saison niemand gerechnet.

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© Getty

Dass sie nach zwei Dritteln der Regular Season 40 Siege auf dem Konto haben und die Lakers und Champion San Antonio zum Kampf um Platz eins im NBA-Westen herausfordern, daran verschwendete überhaupt niemand einen Gedanken.

Wichtigster Spieler im sehr homogenen Team von Headcoach Byron Scott ist Spielmacher Chris Paul (im Bild links). 

In seinem dritten Profi-Jahr schaffte der 22-Jährige den endgültigen Durchburch und stieg in den Kreis der absoluten Topspieler der Liga auf. Mit 20,8 Punkten und 10,9 Assists pro Spiel lenkt der nur 1,83 Meter kleine Point Guard sein Team - so auch in der Nacht zum Dienstag beim 100:88-Sieg der Hornets über die New York Knicks im altehrwürdigen Madison Square Garden.

27 Punkte, 8 Assists, 5 Rebounds, 3 Steals - den typischen Paul gab es auch im Big Apple zu bestaunen. Nach dem Spiel sprach "CP3" mit SPOX.com über das Spiel im Garden, die verrückte Liga und Isiah Thomas.

SPOX: Chris Paul, sie haben im letzten Viertel sehr lange auf der Bank gesessen, dann aber in der Schlussphase die Partie entschieden. Was war da los?

Chris Paul: Der Coach hatte mich die ersten sechs, sieben Minuten im letzten Viertel draußen gelassen. Ich hab da gesessen und zu ihm gesagt: "Lass mich wieder spielen, bring mich zurück aufs Feld", aber er hat mich warten lassen. Am Ende haben wir das Tempo etwas angezogen und sind aggressiver geworden.

SPOX: Haben Sie auf dem Feld dann irgendetwas anderes angesagt oder anders gemacht?

Paul: Ich habe am Ende sehr viel Pick and Roll mit Tyson Chandler gespielt und viele gute Spielzüge durchgebracht. Entweder haben sie mich zum Korb ziehen lassen, oder Tyson hat den Korb attackiert und das hat uns den Sieg gebracht.

SPOX: Läuft der Pick-and-Roll-Spielzug über Augenkontakt oder wie können wir uns das vorstellen?

Paul: Tyson Chandler und ich spielen jetzt seit zwei Jahren zusammen. Er macht meine Aufgabe auf dem Feld wesentlich leichter. Ich kann mir gar nicht vorstellen, mit einem anderen Center als Tyson zu spielen, denn er macht es mir wirklich einfach.

SPOX: Wie lange hat es gedauert, so ein Verständnis untereinander zu entwickeln?

Paul: Schon ein paar Stunden (lacht). Ich denke, er ist einer der athletischsten Center der Liga. Nate Robinson (Guard der New York Knicks, Anm. d. Red.) hat auf dem Feld zu mir gesagt, dass er sich in seinem Team auch einen Center wünschen würde, der so zum Korb ziehen kann, wie Tyson Chandler. Es ist schon beeindruckend, wie er meine Art zu spielen verändert hat...

SPOX: Was war heute der Unterschied zur Niederlage gegen Washington?

Paul: Der Wille. Anfangs hat der uns zwar noch etwas gefehlt, aber der Coach hat uns zur Halbzeit aufgerüttelt.

SPOX: In der vergangenen Saison hat Ihr Team die Playoffs verpasst. In diesem Jahr sind Sie eines der besten Teams im Westen. Wieso?

Paul: Die Western Conference ist doch total verrückt. Zwei oder drei Niederlagen in Folge und wir sind raus aus den Playoffs. Also müssen wir einfach weiter hart arbeiten und uns an die letzten beiden Saisons erinnern, als wir am Ende nur Zuschauer waren.

SPOX: Wie bleibt man da bei jedem Spiel konzentriert?

Paul: Man muss verinnerlichen, wie wichtig jede Partie ist. Wir haben zum Beispiel zweimal gegen Washington verloren. Das bedeutet, wir müssen uns diese Siege woanders zurückholen. Wenn wir auswärts spielen, müssen wir auftreten, als wäre jedes Spiel ein Spiel 7 in den Playoffs.

SPOX: Denken Sie, dass sie mit den Hornets den Titel gewinnen können?

Paul: Na klar! Dafür spielen wir doch. Wenn wir nicht denken würden, dass wir gewinnen können, dann sollten wir sofort aufhören.

SPOX: Was macht denn den Unterschied zu den Vorjahren aus?

Paul: Die Gesundheit. Ich habe 18 Spiele verpasst, Peja Stojakovic hat fast die gesamte Saison gefehlt. Ich denke, die Gesundheit ist ein großer Faktor, warum wir dieses Jahr deutlich besser dastehen.

SPOX: Wie ist es im Garden zu spielen?

Paul: Das ist das Basketball-Mekka. Das ist einer der besten Orte, an dem man überhaupt spielen kann. Und wir dürfen hier nur einmal im Jahr spielen. Da müssen wir dann natürlich das Beste draus machen...

SPOX: Was halten Sie von der Vergleichen zwischen ihnen und Knicks-Coach Isiah Thomas?

Paul: Das ist natürlich eine Ehre. Aber ich bin erst in meinem dritten Profijahr, während er über viele Jahre Spitzenleistungen gebracht hat. Da habe ich noch einen weiten Weg vor mir. Aber nur der Vergleich ist schon eine Ehre.

Für SPOX.com in New York: Oliver Bendt

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