Dallas verliert in San Antonio

Wo war Kidd, Avery?

Von Florian Regelmann
Freitag, 29.02.2008 | 05:07 Uhr
NBA, Dallas, Nowitzki, San Antonio
© Getty
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München - Am Ende war es wie immer, wenn es zum Duell zwischen Tony Parker und Jason Kidd kommt. Parker gewinnt.

Der Franzose siegte mit den San Antonio Spurs im Monster-Matchup gegen die Dallas Mavericks mit 97:94. Die Spurs (39-17) gewannen ihr siebtes Spiel in Serie. Die Mavs (38-20) auf der anderen Seite bleiben weiter den Beweis schuldig, dass sie mit Kidd ein Top-Team schlagen können.

Wobei das technisch gesehen gar nicht stimmt. Denn aus völlig unerklärlichen Gründen war Kidd gar nicht auf dem Feld, als es in der letzten Minute um alles ging.

Überragender Tim Duncan

Die Mavs hatten den Sieg vor Augen, aber als sie in der Schlussphase dreimal Ballbesitz hatten, verzichteten sie auf Kidd. Dreimal. Zwei Würfe von Dirk Nowitzki in den letzten 30 Sekunden gingen daneben. Sieg Spurs.

Kurz nach dem Trade hatte Mavs-Headcoach Avery Johnson noch klar gemacht, warum Kidd so wichtig für sie werden würde: "Er weiß, wie man am Ende der Partie die Spiele gewinnt. Das brauchen wir." Eigentlich relativ unmissverständlich.

Viele Mavs-Fans werden sich nun fragen, warum man sein halbes Team abgegeben hat, wenn Kidd in der Crunch Time auf der Bank sitzt und als Cheerleader fungiert.

"Ich liebe Avery, aber das war einfach nur dumm", meinte TV-Experte Charles Barkley.  

Den Spurs wird es recht gewesen sein. Angeführt von einem überragenden Tim Duncan (31 Punkte, 15 Rebounds) kämpfte sich San Antonio in der zweiten Hälfte nach einem zwischenzeitlichen Zehn-Punkte-Rückstand (57:67) zurück ins Spiel.

Nowitzki liebt die Linie

Kidd kam bei den Mavs nur auf 7 Punkte und 10 Assists, Jason Terry (2/10) und Nowitzki (5/15) hatten keine guten Wurfquoten aus dem Feld, aber der Deutsche hielt Dallas dafür von der Freiwurflinie im Spiel. 21 Mal marschierte Nowitzki an die Linie, 17 Mal davon traf er.

Vor dem Spiel hatten Äußerungen von Parker (10 Punkte, 4 Assists) für ein wenig Wirbel gesorgt.

Der Spielmacher hatte kein Geheimnis daraus gemacht, wie glücklich er über den Trade von Kidd nach Dallas gewesen ist.

Duell Parker vs. Kidd

"Um ehrlich zu sein, war ich total happy mit dem Trade. DeSagana Diop hat gegen uns immer einen guten Job gemacht und Devin Harris hat uns immer vor große Probleme gestellt", so Parker.

Nur um anzufügen, dass dies natürlich "keine Respektlosigkeit" gegenüber Kidd sein solle. Huch, genau in dem Moment des Ausspruchs war es natürlich doch eine.

Seitdem die Spurs vor fünf Jahren so ziemlich alles unternommen hatten (von einer persönlichen Sightseeing-Tour von Tim Duncan bis hin zum perfekten Dinner), um Kidd nach San Antonio zu holen, ist für Parker das Duell mit Kidd etwas ganz Besonderes.

Statement verpasst

Zwar konnten beide der Partie nicht ihren Stempel aufdrücken, aber am Schluss war eben der eine Point Guard (Parker) wieder der Sieger und der andere (Kidd) war gar nicht auf dem Feld.

Positiv für Dallas: Die Mavs machten viele Dinge richtig, so kontrollierten sie beispielsweise Manu Ginobili (17 Punkte, nur 6/20 aus dem Feld) so gut es geht und standen beim Champion kurz vor einem Sieg, der ein echtes Statement gewesen wäre.  

Irgendjemand müsste ihrem Coach einfach noch sagen, dass Jason Kidd jetzt nicht die schlechteste Alternative ist, wenn man kurz vor Schluss Ballbesitz hat und das Spiel gewinnen kann...

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