Sonntag, 27.01.2008

Heat beenden Pleitenserie

Präsent für das Vogelvieh

München - Seinen Geburtstag hat sich Burnie zunächst anders vorgestellt.

Heat, Miami, Dwyane Wade
© Getty

Das Maskottchen der Miami Heat lud seine Maskottchen-Kollegen aus Süd-Florida wie TD von den Dolphins zum Heimspiel gegen die Indiana Pacers ein, und was machten die Heat-Fans? Sie buhten den armen Burnie aus. Und das an seinem Wiegenfest!

Bis zu einem gewissen Grad aber auch verständlich, immerhin steckten die Heat mit 15 Niederlagen in Folge in der zweitlängsten Negativserie der Klubgeschichte. Der letzte Erfolg datiert von vor Weihnachten - aber dann kam Burnies Geburtstag.

Als ob die Mannschaft dem grenzdebil ausschauenden Vogelvieh ein Präsent machen wollte, gewannen die Heat 98:96.

Burnie, das Maskottchen der Miami Heat
Burnie, das Maskottchen der Miami Heat
© Getty

Miami ist mit 33 Niederlagen aus 42 Spielen zwar nach wie vor die mit Abstand mieseste Truppe im Osten, aber ein Sieg ist nun mal ein Sieg.

"Es war klar: In diesem Spiel musste es klappen", sagte Dwyane Wade, mit 35 Zählern der überragende Mann.

Etwas redseliger war sein Teamkollege Dorrell Wright:  "Es fühlt sich an, als ob wir den Titel geholt hätten. Es hat so unfassbar lange gedauert. Ich bin einfach nur froh, dass der Schrecken endlich zu Ende ist."

Die weiteren Schlaglichter aus der Nacht:

Hingabe par excellence: Noch einmal kurz zurück nach Miami. Symbolisch der Einsatz von Heat-Ersatzspieler Chris Quinn. Die Pacers laufen im zweiten Viertel einen Fastbreak, der 2,11 Meter große und 113,4 Kilo schwere Jeff Foster läuft auf den 1,88 Meter kleinen und 79,4 Kilo leichten Quinn zu - und was macht der Guard? Er bleibt einfach stehen und zieht so das Offensiv-Foul gegen Foster. So viel Hingabe verdient eine Belohung!

Wo bleibt der Respekt?: Preisfrage: Wer ist die beste Mannschaft im Westen? Die Mavs? Die Suns? Die Spurs? Alles falsch, die Lösung lautet: die New Orleans Hornets.

Kaum beachtet, wenig geliebt, dennoch sind sie derzeit das Maß der Dinge - da machte die Partie bei den San Antonio Spurs keine Ausnahme. Fast schon irreal souverän lösten die Hornets die Auswärtsaufgabe beim amtierenden Meister mit 102:78, in der zweiten Hälfte wurden die Spurs gar mit 60:35 deklassiert. David West und Peja Stojakovic erzielten beim achten Sieg am Stück 32 respektive 22 Punkte, Chris Paul legte ein lumpenreines Double-Double auf (17 Zähler, 11 Assists).

Alles im Lot bei den Hornets, wäre da nur nicht die fehlende Anerkennung. Tyson Chandler: "Diese Zweiflerei, ob wir Spitzenteams besiegen können oder nicht, geht ganz schön auf die Nerven. Wir haben gezeigt, dass wir jeden schlagen können. Wir verdienen mehr Respekt!"

Verbal-Amok: Was wohl in Sam Vincent gefahren ist? Nach der 96:103-Heimpleite gegen Philadelphia rechnete der Coach der Charlotte Bobcats mit seiner Mannschaft ab - und das vor der versammelten Medienmeute.

"Der Trainerstab investiert alles, um zu gewinnen, daran hapert es bei den Spielern", so Vincent. "Ich schreie mir die Seele aus dem Leib, um die Mannschaft zu motivieren, aber ich erkenne kein Feuer und keine Leidenschaft."

Besonders Jeff McInnis, der für den verletzten Raymond Felton als Spielmacher eingesetzt wurde, bekam eine Frontladung des Vincent'schen Ärgers ab: "Es bringt doch alles nichts. Mit Jeff auf dem Parkett spielen wir in Unterzahl Vier gegen Fünf."

Sprachlos und sarkastisch: Mit den Aussagen des Trainers konfrontiert, klappte der Mannschaft regelrecht die Kinnlade herunter. Während Sündenbock McInnis nur die Flucht in Sarkasmus blieb ("Ich habe ein, zwei Würfe nicht getroffen. Jetzt weiß ich, dass ich nicht Basketball spielen kann"), war Jason Richardson fassungslos.

"Oh mein Gott, das hat der Trainer gesagt?", so J-Rich, mit 35 Punkten bester Bobcat des Abends. "Warum sagt er sowas? Wir spielen verletzt, wir spielen ohne Pause, wir spielen mit Herz. Wahrscheinlich war der Trainer einfach nur frustriert, aber ich verstehe es dennoch nicht."

Haruka Gruber

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