Bittere Pleite für Boston

Erniedrigt und geschlagen

Von Haruka Gruber
Donnerstag, 10.01.2008 | 05:21 Uhr
Richardson, Charlotte, Pierce, Boston
© Getty
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München - Es war psychologisch äußerst perfide, was Jason Richardson nach der Schlusssirene ausheckte.

"Ich bin nicht überrascht vom Erfolg. Wir haben eine richtig gute Truppe", rekapitulierte der 26-Jährige den 95:83-Auswärtssieg der Charlotte Bobcats bei den Boston Celtics.

Klingt nicht wirklich perfide, die banalen Worte Richardsons müssen für die Celtics dennoch wie eine verbale Ohrfeige gewesen sein. Immerhin ist Charlotte mit nun 13 Siegen aus 34 Spielen nach wie vor eine graue Maus der Liga - während Boston (29-4) die alles überragende Mannschaft ist. Pardon: war.

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Mit der zweiten Heimniederlage haben es die Celtics verpasst, den klubinternen Startrekord von 1959/60 (30-4)  zu knacken - und das wegen den sonst so unauffälligen Bobcats und Richardson, mit 34 Punkten Topscorer der Partie.

"Ich bin nicht überrascht": Die ultimative Erniedrigung, versteckt in einer Allerweltsphrase. Perfide eben.

Die weiteren Schlaglichter aus der Nacht:

54 Zentimeter, die die Welt bedeuten: Wenn wir schon beim Punkt Demütigung sind, eine Anekdote aus der letzten Saison. New York gegen Houston, der 2,29 Meter große Yao Ming steigt zum Dunk hoch - und wird vom 54 Zentimeter kleineren Nate Robinson geblockt.

In der Nacht auf Donnerstag standen sich die beiden erneut gegenüber, und was macht New Yorks Spielmacher-Zwerg? Er trifft kurz vor dem Halbzeit-Buzzer einen wilden Dreier - mitten ins Gesicht des Chinesen. Immerhin gewannen die Rockets dank 36-Ming-Punkten mit 101:92 im Big Apple. Wäre da nur nicht die Demütigung gewesen...

Gefühl der Ohnmacht: Sicherlich nichts Neues: Die Cleveland Cavaliers sind eine One-Man-Show. Aber was bei der 81:90-Niederlage in Atlanta geboten wurde, war doch ungewöhnlich. LeBron James fing im letzten Viertel Feuer und erzielte 14 Punkte - mehr als jeder andere Cav im kompletten Spiel...

Basketball-Basics: "ESPN"-Journalist John Hollinger veröffentlichte zuletzt seine Vorschläge für das All-Star-Team. Im Osten zur Verwunderung vieler mit dabei: Jose Calderon, Point Guard der Toronto Raptors. Und das vor Leuten wie Vince Carter, Michael Redd oder Richard Hamilton.

Dabei hat Hollinger gar nicht mal so Unrecht. Während die Carters dieser Welt für das Spektakulär-Oberflächliche im Basketball stehen, repräsentiert Calderon die Grundlagen des Spiels. Einfache Pässe, keine unnötigen Ballverluste, die Mannschaft dirigieren.

Zuletzt vom Spanier eindrucksvoll demonstriert beim 109:96 gegen Philadelphia. Calderon traf 6 von 10 für 17 Punkte, gab 9 Assists und das bei nur 2 Turnovers. All-Star-würdig!

Zusammenbruch naht: Wie schlecht sind die Miami Heat? Sagen wir es so: Der Absturz erreicht noch nicht Britney-Spears-Ausmaße, aber so langsam nähert sich der Klub dem Zusammenbruch.

Selbst bei den Redd-losen Milwaukee Bucks gab es nichts zu holen, mit dem 92:98 ging auch das neunte Spiel in Folge verloren. Mo Williams lieferte für die Bucks 35 Punkte.

"Es ist frustrierend. Aber es bringt doch nichts, sich gegenseitig Vorwürfe zu machen. Wir müssen weiter zusammenhalten, dann werden wir die Krise auch überstehen", so Miamis Dwyane Wade (34). Was heißt Pfeifen im Walde auf Englisch?

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