Samstag, 02.02.2008

Super Bowl: Schlüssel zum Sieg

Wege zum Glück

München - Während einer NFL-Saison könnten die Ehefrauen der Headcoaches alles machen, ihre Männer würden es nicht mitbekommen.

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© Getty

Viele schlafen sogar in den Büros. Immer am tüfteln und überlegen, mit welcher Taktik man die Spiele gewinnen kann.

Welche Strategien müssen die Coaches wählen, um den Super Bowl zu holen? Fast alle Experten in den USA haben ihre eigenen Ideen, was die Schlüssel zum Sieg sein werden. Einer, der es wissen muss, ist FOXSports-Experte John Czarnecki, der die NFL seit über 30 Jahren beobachtet. SPOX.com hat seine Schlüssel zum Sieg zusammengefasst.

Fünf Wege für die NY Giants, um die Patriots zu besiegen

Tom Brady aus dem Konzept bringen

Die Chargers und Eagles haben es am besten geschafft diese Saison. Inwieweit Bradys rechter Knöchel tatsächlich angeschlagen ist, bleibt Spekulation. San Diego und Philadelphia gelang es auf jeden Fall, Brady unter Druck zu setzen und ihn aus seiner Comfort-Zone zu bringen. Sie konnten ihn sacken oder zumindest dafür sorgen, dass Brady einige Würfe unter großem Zwang ausführen musste. Ohne Zeit, ohne dass er sich richtig zum Wurf stellen konnte. Die Giants führen die NFL in Sacks an. Sie können es also. Auch wenn sie Brett Favre im NFC Championship Game in Green Bay nicht sackten, konnten sie ihn doch verwirren und sie verhinderten seine Lieblingsspielzüge: Kurze Pässe, Screens. Jeder weiß, dass Brady es liebt, kurze Pässe auf Geheimwaffe Kevin Faulk oder Wes Welker zu werfen. Die Giants brauchen Turnover. Heißes Matchup: Giants-Defensive-End Osi Umenyiora gegen Brady-Bodyguard und Left Tackle Matt Light.

Den Short-Yardage-Krieg gewinnen

Es sind unzählige Spiele, in denen die Patriots durch Fullback Heath Evans oder einen anderen Spieler bei einem dritten Versuch leicht ein oder zwei Yards Raumgewinn erzielt haben und so die Angriffsserie am Laufen erhielten. Ein Teil seiner Brillanz ist, dass Brady einer der besten 3rd-Down-Passer ist. Die Giants müssen einige Male in kritischen Situationen kurze Läufe der Pats ohne Raumgewinn stoppen. So wie gegen Ryan Grant in Green Bay. Außerdem muss New York die Uhr kontrollieren. Dafür sollten sie auch einige Male mutig spielen und Risiko eingehen. Gegen die Patriots braucht man Touchdowns, keine Field Goals. Also ruhig mal beim 4. Versuch gehen. Einen Flea-Flicker probieren, Trickspielzüge aus der Kiste kramen, einen Fake-Punt, alles, was es so gibt.

Moss ausschalten

In den ersten zwei Playoff-Spielen hat Moss zwei Pässe gefangen, kein Touchdown steht für ihn zu Buche. Er wurde gedoppelt, schon an der Line of Scrimmage hart angegangen und war nicht im Ansatz die Endzone-Bedrohung wie während seiner Rekord-Saison mit 23 TDs. Zugegeben, das Abtauchen von Moss hat die Offense von New England gebremst, aber es hat sie nichts gekostet. Moss hat sich auch nicht beklagt und "geheult", dafür gebührt ihm der Respekt. Aber er stand noch nie im Super Bowl und Brady wird wollen, dass er punktet. Brady darf keine Pässe zu Moss forcieren, so wie er es in den ersten beiden Playoff-Spielen auch gemacht hat. Die Packers beschwerten sich über das unsaubere Spiel der Giants-Cornerbacks Aaron Ross, Sam Madison und Corey Webster. Es wird interessant zu sehen sein, wie die Referee-Crew um Mike Carey im Super Bowl dies händeln wird.

Ein konstantes Laufspiel

Die Giants konnten sich in allen drei Playoff-Spielen auf ein konstant gutes Laufspiel mit Brandon Jacobs und Ahmad Bradshaw verlassen. Im Gegensatz dazu, wie es Green Bay gegen sie gemacht hat, müssen die Giants, auch wenn es nicht immer viele Yards bringt, weiter auf das Laufspiel setzen. Und wenn es nur dazu dient, dafür zu sorgen, dass sich die Pats-Defense nicht auf die New Yorker Offense einstellen kann. Gegen Green Bay setzten die Giants 39 Mal einen Laufspielzug ein, 40 Mal wurde gepasst. Ein gutes Verhältnis, das sie in ähnlicher Form wiederholen müssen. Die Anzahl der Angriffsmöglichkeiten der Pats zu reduzieren, ist über alle Maßen wichtig.

Sagt den Pats, sie sollen zu Hause bleiben

Ja, es klingt lustig, aber es ist ernst gemeint. Es ist der einzige weg, dass die Patriots Super Bowl XLII nicht gewinnen. Die letzte Hoffnung der Giants ist, dass der Team-Bus der Patriots verloren geht und sie nicht zum Kickoff erscheinen. Die Patriots sind ein Team der Bestimmung. Außerdem haben sie schon gegen das Beste, was die Giants spielen können, in Woche 17 gewonnen. Seit Brady und Co. vergangene Saison einen 21:3-Vorsprung im AFC Championship Game gegen Indianapolis verspielt haben, sind sie angetrieben, Geschichte zu schreiben. Sie interessiert nur eines, Super-Bowl-Siege. Es wird ihr vierter in sieben Jahren sein. Nur die Steelers in den 70er Jahren - vier Titel in sechs Jahren - waren dominanter.

Fünf Wege für die Patriots, um die Giants zu besiegen

Eli Manning aus dem Konzept bringen

Während der regulären Saison funktionierte diese Strategie perfekt gegen Manning. In den Playoffs hat es nun eine Transformation gegeben. Manning hat noch keine Interception geworfen, bei 85 Passversuchen. In der regulären Saison landeten 20 Manning-Pässe beim Gegner. Die Patriots müssen auf Manning zustürzen, ihm im Gesicht stehen. Vor allem muss Nose Tackle Vince Wilfork Giants-Center Shaun O'Hara dominieren und ihn nach hinten drücken. Wenn Manning weniger Schritte machen kann, segeln seine Pässe, dann kommt er in Not.

Jacobs stoppen

Die Giants hatten diese Saison die viertbeste Rushing-Offense in der NFL. 134,3 Yards erzielten sie im Schnitt. Wenn die Patriots Jacobs und Bradshaw unter 100 Yards halten können, haben sie gute Chancen. New England muss verhindern, dass Jacobs nach außen entwischt, denn wenn die bullige Nummer 27 mal im Laufen ist, kann man ihn kaum mehr aufhalten. Der explosive Bradshaw ist die perfekte Ergänzung zu Jacobs, er kann jederzeit durch seinen Speed einen Touchdown erlaufen. Die Pats müssen beide kontrollieren.

Lass dich von Tynes schlagen

Auch wenn Lawrence Tynes in Green Bay mit seinem 47-Yard-Field Goal in der Overtime noch zum Held wurde, vorher hatte er zwei Versuche aus kürzerer Distanz vorbeigeschossen. Es steht außer Frage, dass Pats-Kicker Stephen Gostkowski mehr Kicks unter Druck verwandelt hat. Außerdem ist es ein gutes Zeichen für New England, wenn Tynes aufs Feld marschiert. Dann hätten sie die Giants zu Field-Goal-Versuchen gezwungen, genau das, was sie wollen.

Samuel auf Plaxico ansetzen

Die Giants werden versuchen, den Größen-Vorteil ihrer Wide Receiver Plaxico Burress und Amani Toomer gegen die kleinen Pats-Cornerbacks Ellis Hobbs und Asante Samuel auszuspielen. Burress ist die Hauptwaffe der Giants. Er hat die ganze Saison angeschlagen gespielt, aber eine bemerkenswerte Einstellung gezeigt. Eli Manning liebt Plax. Die Pats müssen ihren besten Cornerback, Asante Samuel, auf Burress ansetzen. Ellis Hobbs könnte gegen ihn verloren sein.

Maroney, Maroney

Die Patriots haben mehr Waffen in ihrem Angriff als jedes andere Team der NFL. Gelingt es, Moss zu stoppen, können immer noch Welker, Jabar Gaffney, Benjamin Watson oder Donte' Stallworth den Gegner killen. Aber Laurence Maroney könnte wieder der X-Faktor sein. Er ist ausgeruht und war gegen die Chargers überragend (122 Yards, ein TD). Noch mal so eine Leistung sollte New Yorks Schicksal besiegeln: eine zweite Super-Bowl-Pleite in diesem Jahrzehnt (2001 gegen Baltimore). 

Florian Regelmann

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