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Mourning mit böser Knieverletzung

"Es ist vorbei, es ist vorbei"

Von Haruka Gruber
Donnerstag, 20.12.2007 | 05:32 Uhr
Mourning, Miami, Wade
© Getty
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München - Die Erkenntnis reifte innerhalb von wenigen Momenten.

Mein Knie ist kaputt. Ich bin 37 Jahre alt. Meine Karriere ist vorüber. Meinen Stolz jedoch will ich behalten.

Alonzo Mourning, einer der besten Center der Basketball-Geschichte, wird aller Voraussicht nach nie wieder in der NBA auflaufen.

Bei der 111:117-Niederlage nach Verlängerung seiner Miami Heat bei den Atlanta Hawks wollte Zo im ersten Viertel beim Korbleger von Mario West zum Block hochsteigen und verknackste sich ohne Fremdeinwirken das rechte Knie. Die Diagnose: Patellasehnenriss.

Zur Not kriechend

Schmerzverzerrt blieb er auf dem Parkett liegen, schlug wütend seine rechte Hand auf den Boden. Die eilig herangeschaffte Trage, die ihn in die Kabine tragen sollte, ignorierte er jedoch.

"Ich habe in meinem Leben soviel durchgemacht", sagte Mourning, der sich in seiner Karriere unter anderem einer Nierentransplantation unterziehen musste. "Wenn es hätte sein müssen, wäre ich vom Platz gekrochen. Aber auf einer Trage? Das kam für mich nicht in Frage. Nicht bei meinem letzten Auftritt in meiner Laufbahn."

"Es ist vorbei"

Mourning kämpfte sich auf die Beine und humpelte mit Hilfe von zwei Mitspielern, einer davon Dwyane Wade, unter dem Beifall der Zuschauer zur Heat-Bank. "Wir haben ihm aufgeholfen. Er sagte nur: 'Es ist vorbei, es ist vorbei'", sagte Udonis Haslem.

Es ist Mournings 15. Saison, elf davon bestritt er im Triktot der Heat. Sieben Mal stand er im All-Star-Team, 1999 und 2000 wurde er zum besten Verteidiger der NBA gewählt. Bereits vor der Saison kündigte er an, dass es seine letzte Spielzeit sein wird.

"Es ist enttäuschend, dass es so enden musste", sagte Mourning. "Aber es gibt noch soviel, was das Leben bietet. Ich habe eine tolle Familie und mir stehen fast alle Türen offen."

Die weiteren Schlaglichter aus der Nacht:

Folgenloser Sturz: Eine Schrecksekunde erlebte auch Golden States Monta Ellis während des 111:98-Erfolgs von Golden State in Minnesota. Glücklicherweise blieb es jedoch bei der Schrecksekunde.

Nach einem verunglückten Korbleger verlor er die Balance und knallte mit dem Kopf auf das Parkett. Im Anschluss spielte er jedoch ohne Probleme weiter und beendete die Partie mit 24 Punkten.

In der Saisonvorbereitung war Ellis nach einem Trainingsunfall kurzzeitig vom Hals abwärts gelähmt.

Grandioses Klischee: Die Boston Celtics wollten ein für alle Mal klarstellen, dass ihre grandiose Bilanz nicht nur des leichten Spielplans wegen derart grandios ist.

Das Problem: Wirklich widerlegen konnten sie das gängige Klischee nicht. Mit den Detroit Pistons empfingen die Grünen erstmals einen Titelkandidaten, prompt ging das erste Heimspiel der Saison mit 85:87 verloren. Die Entscheidung: Detroits überragender Chauncey Billups (28 Punkte) täuscht kurz vor dem Buzzer per simpler Finte einen Wurf an, Tony Allen fällt drauf rein, foult Billups, der beide Freiwürfe versenkt.

Quadruple-blöd-gelaufen: Tim Duncans Spiel im Schnelldurchlauf. Nur 16 Punkte erzielt. Den entscheidenden Dreier von Rudy Gay nicht verhindert. Mit San Antonio bei den miesen Memphis Grizzlies 85:88 verloren. Die vierte Niederlage aus fünf Spielen kassiert. Fazit: blöd gelaufen.

Platitüde als Neuigkeit: Die Medien hauen munter drauf. Die Fans buhen mal mehr, mal weniger munter  vor sich hin. Aber erst als Trainer Isiah Thomas öffentlich die Einstellung seiner Spieler maßregelte, scheinen sie den Ernst der Sache begriffen zu haben.

Mit einem 108:90 über die Cleveland Cavaliers rehabilitierten sich die New York Knicks zumindest für wenige Tage für ihre sonst so vermaledeite Saison. Quentin Richardson: "Es ist unser Job, mit Stolz zu spielen und immer vollen Einsatz zu zeigen."

Für andere Teams eine Selbstverständlichkeit, in New York offenbar eine neue Erkenntnis.

Erschöpfte Maus: Kurzhaarschnitt Marke 08/15-Student. Der Teint eines Weißbrots. Und dann noch der Name. Aaron Gray ist die graue Maus der Chicago Bulls. So sehen es offenbar auch die Washington Wizards, die bei der 84:95-Heimniederlage Gray sträflich vernachlässigten, so dass dieser Karrierebestwerte bei den Punkten (10), Rebounds (10) und Assists (5) aufstellte.

Grays einziges Problem war die Einsatzzeit. Zugegeben, 29 Minuten klingen nicht exorbitant viel, für einen derart selten gebrauchten Spieler kam es jedoch offenbar wie eine halbe Ewigkeit vor."Ich war erschöpft. Aber ich wollte das Team nicht hängen lassen und daraus habe ich Kraft geschöpft."

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