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NBA-Shootingstar will kein Abklatsch sein

Dirks langer Schatten

Von Haruka Gruber / Christian Bernhard
Mittwoch, 10.10.2007 | 10:39 Uhr
Bargnani, Andrea, Toronto, Lottomatica
© Getty
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München - Sie sind abgegriffen, ausgelutscht und durchgenudelt.

"Ob mich die ständigen Vergleiche mit Dirk Nowitzki nerven? Ehrlich gesagt ja", sagt Andrea Bargnani im Gespräch mit SPOX.com.

Bargnani wurde 2006 als erster Europäer an Nummer eins gedraftet. Bargnani gilt als zukünftiger All-Star. Bargnani ist einer der Leistungsträger des letztjährigen Überraschungsteams Toronto Raptors.

Wäre da nur nicht der verdammt lange Schatten Nowitzkis. Die Spielweise, die Hautfarbe, die Körpergröße: Vieles an Bargnani erinnert frappierend an den NBA-MVP.

"Wir sind unterschiedlich"

Aber Bargnani will Bargnani sein. Kein Nowitzki-Abklatsch. "Die Frage nach Dirk habe ich schon zwei Millionen Mal gehört. Und darauf kann ich immer nur das Gleiche antworten: Wir sind zwei unterschiedliche Spieler", meint der 21-Jährige.

Zwei unterschiedliche Spieler, die sich trotz allem ähneln - und das nicht nur optisch. Analog zu Nowitzkis Anfangsjahren gilt Bargnani als extrem schüchtern. Für die einen ist er ein wortkarger Schweiger, der "Toronto Star" nennt ihn einen "Non-Stop-Stoiker".

Die Zurückhaltung geht soweit, dass er nicht mal im Rahmen der "NBA Europe Live Tour" (live auf Premiere), bei der die Raptors unter anderem in Bargnanis Heimatstadt Rom aufliefen, aus seinem Schneckenhäuschen kommt.

Massig Luft nach oben

"Ich kann ihn nur schwer einschätzen", sagt sein Teamkollege Chris Bosh. "Ich weiß nicht mal, ob er überhaupt glücklich ist, zu Hause gespielt zu haben."

Maurizio Gherardini, Raptors-Vizepräsident und Bargnanis langjähriger Wegbegleiter, ergänzt: "Ich sage ihm immer wieder, dass er sich öfter entspannen und sich anderen mehr öffnen muss. Manchmal ist er zu ruhig, manchmal zu unemotional. Andrea muss sich fragen, ob er das so will. Denn vom Talent her kann er zu einem der größten italienischen Sportler aller Zeiten werden." Einspruch: Vom Talent vielleicht, mental wie auch basketballerisch muss er bis dahin noch deutlich zulegen.

Mit 11,6 Punkten im Schnitt bei einer 37-prozentigen Dreierquote lieferte er für Toronto eine ordentliche erste Saison ab - nach oben ist aber noch massig Luft. Sein Wurf kommt noch zu unbeständig, Assists bewegen sich fast im Promille-Bereich (1,0), beim Rebounden lässt er sich von seinen muskulöseren Kontrahenten durch die Zone schubsen.

Durchwachsene Europa-Tour

Schwächen, die während der Europa-Tour wieder einmal offengelegt wurden. Gegen Lottomatica Rom (93:87-Sieg) verwiesen ihn die Referees mit sechs Fouls vorzeitig des Parketts, bei der 85:89-Niederlage gegen die Boston Celtics zeigte ihm Kevin Garnett die Grenzen auf.

Und auch während der Europameisterschaft, bei der die Italiener enttäuschende Neunte wurden, rief Bargnani nur phasenweise sein Potenzial ab.

"Andrea muss aggressiver auftreten. Wenn er in der Starting Five als Center stehen will, muss er schlicht und einfach mehr Rebounds holen und physischer spielen", sagt Raptors-Coach Sam Mitchell.

Lektionen, die auch Nowitzki lernen musste, bevor er sich in seinem dritten Profi-Jahr zum All-Star und im siebten zum wertvollsten Spieler der Liga aufschwang. Aber lassen wir das mit den Vergleichen, sie sind ja abgegriffen und ausgelutscht.

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