Voting: Pechvogel des Jahres 2010

Menschen, Tiere, Sensationen

Von SPOX
Montag, 03.01.2011 | 10:42 Uhr
Kein guter Plan: Baseball-Fan Matt Bellamy mit LeBron James-Trikot beim Spiel der Cleveland Indians
© Getty

Elfmal haben die mySPOX-User im vergangenen Jahr den Pechvogel des Monats gewählt. Nun geht es darum, aus den Siegern den Pechvogel des Jahres 2010 zu bestimmen. Das Voting läuft bis zum 5. Januar, 12 Uhr.

Von Januar bis November habt Ihr den Pechvogel des Monats gewählt. Dabei waren traurige Schicksale, aber auch kuriose Missgeschicke. Jetzt heißt es, aus den elf Siegern und einem Joker, der der SPOX-Redaktion besonders gut gefallen hat, den Pechvogel des Jahres 2010 zu wählen.

Hier alle Kandidaten in der Übersicht. Abstimmen könnt Ihr rechts im Voting-Tool.

Pechvogel Januar: Christoph Preuß (Fußball) - 50,8 Prozent

Das verflixte Knie. Dieser so wundersame wie fragile Mechanismus des menschlichen Körpers macht, was er will und wird die Mediziner wohl auch noch im 22. Jahrhundert vor unlösbare Probleme stellen. Viermal musste sich Christoph Preuß einem Eingriff am rechten Knie unterziehen. Nach seiner letzten OP war er fast zwei Jahre von der Bildfläche verschwunden, ehe er Ende des vergangenen Jahres sein Comeback bei der Eintracht gab.

Doch das war nicht von langer Dauer. Am 26. Januar verspürte er wieder Schmerzen - und die Diagnose folgte prompt: Meniskusanriss. Zwei Tage später verkündete er sein Karriereende mit 28 Jahren. Er sei enttäuscht, aber nicht traurig, meinte Preuß erstaunlich gefasst: "Mir war klar, dass ich das Ganze beenden werde, wenn nochmal eine Operation droht. Unter den gegebenen Umständen ist es das Beste für das Knie und meine Gesundheit."

Pechvogel Februar/Olympia: Sven Kramer (Eisschnelllauf) - 65,1 Prozent

Haushoher Favorit über 10.000m im Eisschnelllauf. Führt seinen Lauf entsprechend souverän an und gewinnt am Ende sogar mit neuem olympischem Rekord. Dumm nur, dass sein Trainer zuvor einen fatalen Fehler begangen hat. Er hat seinen Läufer zwischendurch einmal auf die falsche Bahn eingewiesen. Kramer hätte eigentlich auf die Außenbahn wechseln müssen, wurde stattdessen aber von seinem Coach auf die Innenbahn geschickt.

Das bringt ihm zwar nur ein paar Meter und auf keinen Fall so viel Zeit, wie er im Ziel Vorsprung hat. Aber die Regeln sind eindeutig. Kramer wird disqualifiziert. Eine sichere Goldmedaille weg. Mann, ist der Niederländer sauer! Er würdigt seinen Coach keines Blickes, wirft wütend die Brille weg und betitelt den Übeltäter im Nachhinein freimütig als "Arschloch".

Pechvogel März: Sebastian Vettel (Formel 1) - 67,7 Prozent

50 WM-Punkte aus den ersten beiden Saisonrennen wären cool gewesen. Das Maximum war für Sebastian Vettel locker drin. Sowohl in Bahrain als auch in Australien lag er souverän in Führung, bis sein Auto den Dienst quittierte.

In Bahrain wenigstens nur halb. Mit einer defekten Zündkerze rettete er noch Platz vier ins Ziel. In Australien machte dann eine Radmutter schlapp und sorgte dafür, dass seine vermeintliche Siegesfahrt diesmal im Kiesbett endete.

Im Millionen-Geschäft Formel 1 haben Vettel zwei Pfennig-Artikel im Titelkampf schon früh zurückgeworfen. 12 Punkte auf dem Konto, 25 weniger als der damalige WM-Leader Fernando Alonso, 38 weniger, als möglich gewesen wären. Naja, am Ende ist ja alles nochmal gut gegangen...

Pechvogel April: Cibona Zagreb (Basketball) - 53,4 Prozent

Es gibt Sachen, die gibt es gar nicht. Im Finale der adriatischen Basketball-Liga mit Vereinen aus Ex-Jugoslawien treffen die Serben von Partizan Belgrad auf die Kroaten von Cibona Zagreb.

0,6 Sekunden vor Schluss macht Cibona per Dreier das 74:72 und die komplette Mannschaft sowie die Funktionäre beginnen zu jubeln. Auf dem Feld. Woran keiner denkt, ist, dass noch 0,6 Sekunden auf der Uhr sind. Partizan-Star Dusan Kecman wirft aus der eigenen Hälfte und die Cibona-Spieler schauen zu, wie der Ball in den Korb geht. Tja, war doch nichts mit dem Sieg. Unfassbar - das muss man gesehen haben!

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Pechvogel Mai: Snackverkäufer (Baseball) - 33,5 Prozent

Tatort Baseball-Stadion: Baseman Ryan Zimmerman holt beim Spiel der Washington Nationals engagiert aus und schlägt den Ball mit voller Wucht weg - leider in die Zuschauerränge.

Dort steht ein nichtsahnender Snackverkäufer mit einer großen gelben Umhängetasche, aus der er einem Fan gerade einen frischen Krapfen holen will. Wenig dankbar duckt sich der Zuschauer im letzten Moment weg - und der Ball trifft den Verkäufer mitten ins Gesicht.

Während dieser sich verstört das Gesicht hält, lässt sich Ryan Zimmerman durch den Zwischenfall in keiner Weise stören und fährt mit seinem Spiel fort.

Pechvogel Juni: Nicolas Mahut (Tennis) - 67,1 Prozent

Was war das für ein Match in Wimbledon? Dauer: 665 Minuten, davon allein 491 für den außergewöhnlichsten fünften Satz aller Zeiten, der die Partie (6:4, 3:6, 6:7, 7:6 aus Sicht Isners) zwischen John Isner und Nicolas Mahut mit 70:68 (!!!) beendete.

Ein Match, in das sich beide Spieler hineinhingen, als ginge es um ihr Leben. Keiner gab nach - und vor allem: Keiner gab auf. Sehr zur Freude der Zuschauer. Doch einer musste am Ende verlieren - und das war Nicolas Mahut. Über elf Stunden Schinderei - einfach umsonst.

"Es tut sehr weh im Moment. John ist aber ein verdienter Sieger und ein großer Champion. Es ist unglaublich, wie viele Asse er serviert hat", gestand der Franzose und vergrub sein Gesicht in einem Handtuch. 112 Asse servierte Isner, nur neun weniger sein Kontrahent.

Pechvogel Juli: Matt Bellamy (Baseball) - 31,0 Prozent

Es gibt viele Arten, wie Adrenalin-Junkies ihren Kick bekommen können. Der Besuch eines Baseball-Spiels der miserablen Cleveland Indians gehört eigentlich nicht dazu. Es sei denn, man macht es wie Matt Bellamy. Der erschien zum Spiel gegen die New York Yankees mit einem Miami-Heat-Trikot von LeBron James.

Eine schlechte Idee. Denn in Cleveland ist man nicht mehr so richtig gut auf LeBron zu sprechen, seit der die Cavaliers in Richtung Miami verließ. Das bekam Matt schnell zu spüren: Hunderte Anhänger schmetterten Schmährufe in Richtung des Mannes und bewarfen ihn mit Bierbechern und Müll. Schließlich wurde er von Sicherheitskräften aus dem Stadion begleitet.

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Pechvogel August: Der geheimnisvolle Feuergolfer - 23,4 Prozent

Eine irre Geschichte. In Kalifornien hat ein nicht namentlich genannter Golfer durch einen verunglückten Schwung einen Flächenbrand ausgelöst. Der Golfer hat mit seinem Eisen einen Stein getroffen und dadurch Funken erzeugt.

Die haben das trockene Rough sofort entzündet und letztlich zu einer Zerstörung von gut zehn Hektar Fläche geführt. 150 Feuerwehrleute waren im Einsatz. Dem unglücklichen Golfer drohten trotzdem keine rechtlichen Schritte.

Pechvogel September: Khalid Askri (Fußball) - 53,6 Prozent

Wer dieses Video sieht, wird sich an die Stirn fassen. Die Frage ist tatsächlich, ob es noch Pech oder schon Dummheit ist, was der marokkanische Torhüter Khalid Askri beim gegnerischen Elfmeter ablieferte.

Dabei sah er zunächst wie der große Held des Spiels aus, denn er wehrte den Strafstoß ab. Dann aber schaltete er sein Gehirn aus und ließ sich feiern, während der abgeprallte Ball in Zeitlupe hinter seinem Rücken ins Tor rollte.

Inzwischen dürfte sich Askri einiger Bekanntheit rühmen, da er ein anderes Mal ebenfalls ein sehr dummes Tor kassierte und sich daraufhin selbst auswechselte - nicht ohne seine Fans noch schnell zu grüßen. Ein eigenwilliger Mensch.

Hier geht's zum Video: Elfmeter

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Pechvogel Oktober: TV-Kamera (Eishockey) - 44,6 Prozent

Da hängt man als unschuldige kleine TV-Kamera hinter dem Tor und wird dann so brutal zerfetzt. Vom Kamera-Killer Michael Del Zotto. Was war passiert? Die New York Rangers empfangen die New Jersey Devils und führen im Madison Square Garden bereits mit 2:0, als sie eine weitere Powerplay-Chance erhalten.

Del Zotto bekommt einen ungenauen Querpass von Ruslan Fedotenko, stoppt die Scheibe mit dem Schlittschuh und schießt den Puck irgendwie noch in Richtung Tor. Leider aber nicht aufs Tor.

Del Zottos Handgelenksschuss ist keine Gefahr für Devils-Keeper Martin Brodeur, aber dafür schlägt es voll in der TV-Kamera ein. Besser hätte man nicht zielen können. Aber da es so ja nicht geht, sollte Del Zotto auch schön die Rechnung bezahlen. Macht 13.000 Dollar.

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Pechvogel November: Driscoll Middle School - 35,6 Prozent

Wir sind beim Middle-School-Football in Corpus Christi, Texas - und der 14-jährige Jason Gaza packt einen der besten Trick-Spielzüge in der Geschichte des Sports aus. Und das geht so: 1. Den Gegner in eine Strafe locken. 2. Beim darauf folgenden Spielzug so tun, als würde man mit den Schiedsrichtern noch einmal über die Position des Balls diskutieren. 3. Den Teamkollegen ein Zeichen geben, damit die so tun als wüssten sie nicht, was gerade passiert. 4: losrennen!

Und zwar 67 Yards zum Touchdown! Ganz großes Kino. Dabei hatte Gaza vorher noch gedacht: "Das ist völliger Nonsens. Das klappt nie." Hat es aber. Und es hat sogar gezählt. Die Schiedsrichter sagen: Der Spielzug ist legal.

Doch jetzt kommen wir zum Pechvogel-Teil der Geschichte. Denn die Driscoll Middle School verliert am Ende trotzdem das Spiel und die Meisterschaft. Als kleinen Trostpreis gibt es einen Platz in unserem Pechvogel-Voting - und in den Football-Highlights des Jahres.

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SPOX-Joker: Maskottchen Wolfie (SPOX-Sieger April) - 12 Stimmen

Die Reno Aces, das wichtigste Farmteam der Arizona Diamondbacks aus der MLB, absolvierten zum Start der Saison ein Exhibition-Spiel gegen die University of Nevada.

Zwischen den Innings tanzten Wolfie, das Maskottchen der University of Nevada, und Archie, das Maskottchen der Aces, auf dem Dugout und boten den Fans eine große Show. Pech nur, dass Wolfie die Orientierung verlor und böse ins Dugout krachte. Und dann verlor sein Team auch noch mit 1:11...

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