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Der nigerianische Kanonier

Von Mittelmäßige Fußballer der BL-Geschichte
Sunday Oliseh sollte jedem Bundesliga-Fan ein Begriff sein
© getty

Schuss, vorbei. Schuss, vorbei. Schuss, vorbei. So oder so ähnlich dürften viele Fans Sunday Oliseh noch im Gedächtnis haben. Die mittelmäßigen Fußballer blicken auf die Karriere des Nigerianers zurück.

Das ist mal ne' knallharte Vita: Einmal Juve, drumherum aber nur NRW. Hier spricht man wohl von einem steilen An- und Abstieg. Doch auch bei Sunday Oliseh steckt Teufel steckt wie immer im Detail. Dessen Karriere lief locker in Nigeria an, von dort dann der geglückte Sprung nach Europa. Solide bei Lüttich, solide in Reggiana, und das qualifiziert dann auch schon einmal für einen größeren Club, in unserem Falle den 1.FC Köln.

Dort war er als Abräumer und Sonntagsschütze gefürchtet! Legendär, die endlos vielen Versuche, aus der zweiten Reihe einzunetzen. Nur wer da selbst mal im Stadion war, konnte sehen, dass er es niemals lernte und die trockenharten Geschosse einfach niemals näher Richtung Tor flogen, sondern reihenweise vorbei.

Kein Glück in Italien

In Italien schien das dennoch mächtig Eindruck zu machen. Anscheinend stand eine alte Dame auf hart und trocken. So verpflichtete das große Juventus Turin den nigerianischen Kanonier. Hier kam er jedoch nur zu 8 Einsätzen und blieb, weil man bei so wenig Spielzeit ja auch weniger Zeit hat, um sich den Ball aus 20 Metern plus vorzulegen, ohne Tor.

In Dortmund schien man wieder derweil aber mit mehr Platz im Rückraum zu taktieren, verpflichtete die afrikanische Haubitze für satte 7,5 Millionen Euro und so gab es wieder frohlockendes Weitschussfestivals, wobei in 53 Partien auch mal einer reinrutschte. Insgesamt wurde Oliseh seinen Erwartungen aber nicht gerecht und kurzer Hand zum Nachbarn aus Bochum ausgeliehen. Die Not schien groß. Der BVB übernahm währenddessen 70 Prozent der geschätzten 2,5 Millionen Euro Gehalt.

Kein Glück beim VfL

Praktischer Deal für den Trupp an der Castroper Straße... bis er seinem Mitspieler Vahid Hashemian in der Kabine die Nase brach: "Der hat mich rassistisch beleidigt!" Hashemian bestritt das Ganze und die Schussgewalt in Person, die beim VfL lediglich 32 Spiele für einen Sonntagsschuss brauchte, wurde in Dortmunds zweite Garde entlassen.

Heute ist er Nationaltrainer seiner Heimat Nigeria. Und wir sollten die Weitschussstatistik der Super Eagles im Auge behalten. Vor allem am letzten Tag der Woche rutschen ja mal häufiger welche durch. Nicht wahr, Sunday Oliseh?

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