Olympia

Paralympics: Andrea Eskau verteidigt Teilnahme russischer Athleten

SID
Andrea Eskau hat die Teilnahme russischer Athleten an den Paralympics verteidigt.

Die mehrfache Paralympics-Siegerin Andrea Eskau (46) hat im Gegensatz zu ihrem Verbandspräsidenten Friedhelm Julius Beucher keine Probleme mit der Zulassung russischer Athleten für die Wettbewerbe in Pyeongchang.

"Ich kenne viele neutrale Athleten, und sie sind meine Freunde. Wir haben viele Teilnehmer (bei den Nordischen, d. Red.), und für mich ist es absolut in Ordnung, dass sie dabei sind, denn sie sind auch unsere Konkurrenten bei allen anderen Wettkämpfen", sagte die sechsfache Goldmedaillengewinnerin bei Sommer- und Winter-Paralympics am Mittwoch in Pyeongchang.

Das IPC hatte im Januar beschlossen, "nachweislich saubere" russische Athleten als "Neutrale Paralympische Athleten" in Pyeongchang starten zu lassen. Beucher hatte dies als "Schlag ins Gesicht aller sauberen Sportler" bezeichnet.

Eskau sagte, sie wisse nicht, ob die Athleten, gegen die sie Wettkämpfe bestritten habe, sauber seien oder nicht, sie kenne jedenfalls niemanden, der gedopt habe. Sie wisse auch, ergänzte die Diplom-Psychologin, "dass Julius da einen anderen Standpunkt hat".

Unzufrieden zeigte sich der 16-malige Paralympics-Sieger Gerd Schönfelder im Interview mit der Deutschen Sporthilfe. Das IPC sei "leider" der Entscheidung des IOC gefolgt.

Schönfelder: "Das ist das falsche Signal"

"Das ist schon sehr traurig, da von russischer Seite nach wie vor keinerlei Signale kommen, den Weg des Anti-Doping-Kampfes konsequent mitzugehen", sagte Schönfelder.

Er kritisierte zudem, dass das IOC nur drei Tage nach Ende der Olympischen Winterspiele Russland wieder komplett aufgenommen habe: "Das ist das falsche Signal, insbesondere im Sinne und zum Schutz der sauberen Athleten. So werden wir den Anti-Doping-Kampf nicht gewinnen!"

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