Olympia

Olympia 2018: Teamstaffel: Drittes Rodel-Gold für Deutschland

SID
Die deutschen Rennrodler feiern ihren Erfolg in der Teamstaffel.

Abgesehen vom Ausrutscher von Felix Loch dominieren die deutschen Rodler die Olympischen Spiele in Pyeongchang. Zum Abschluss der Wettbewerbe gab es einen historischen Sieg - auch für Natalie Geisenberger.

Mit einem Hattrick zum 1000. Gold: Nach dem unglücklichen Ausrutscher von Felix Loch haben die deutschen Rodler im tückischen Eiskanal von Pyeongchang mit dem dritten Sieg im vierten Rennen Geschichte geschrieben. Olympiasiegerin Natalie Geisenberger, der Olympiadritte Johannes Ludwig und die Olympiasieger Tobias Wendl/Tobias Artl gewannen im Alpensia Sliding Centre auch die zweite Auflage der Team-Staffel, sie fuhren am Donnerstag damit zur insgesamt 1000. Goldmedaille, die seit 1924 bei Olympischen Winterspielen vergeben wurde. Zudem ist Geisenberger mit viermal Gold nun die erfolgreichste Rodlerin der Olympia-Geschichte.

Nachdem Loch im Einzel Gold und als Fünfter auch seinen Platz in der Staffel verspielt hatte, lief für die deutschen Rodler nach den jeweils dritten Olympiasiegen von Geisenberger (Miesbach) und Wendl/Arlt (Berchtesgaden/Könissee) auch im Mannschaftswettbewerb alles glatt. Geisenberger holte einen Vorsprung heraus, Ludwig hielt diesen, Wendl/Artl legten noch ein bisschen drauf - dann kannte der Jubel keine Grenzen mehr. Auch der Überraschungszweite Kanada (+0,355 Sekunden) und Österreich (+0,471) feierte ihre Medaillen ausgelassen.

Deutsche Staffel wird Favoritenrolle gerecht

Alles andere als Gold für die deutschen Rodler wäre eine Sensation gewesen. Loch, Geisenberger und Wendl/Arlt hatten die die Olympia-Premiere 2014 in Sotschi gewonnen, ohnehin holten die Deutschen seit der Einführung des Wettbewerbs zur Weltcup-Saison 2010/2011 alle Titel im Weltcup und bei Weltmeisterschaften. Die Team-Staffel löste den alten Mannschaftswettbewerb ab, die drei Starter einer Nation fahren nacheinander die Eisrinne hinab, bei der Zielankunft öffnen sie im Vorbeifahren mit einem Schlag auf die Abschlagmatte das Starttor für den nächsten Teamkollegen.

In Pyeongchang verhinderte Lochs Ausrutscher auf den letzten Metern des letzten Laufs im Einzel die gleiche Staffel-Besetzung wie 2014 in Sotschi. Für Ludwig ergab sich daraus die unverhoffte Chance auf eine zweite Medaille. In dieser Saison hatte er sich überhaupt erstmals für Olympia qualifiziert, im dritten Versuch. Medaillenchancen waren ihm kaum eingeräumt worden, doch dann rodelte er unverhofft zu Bronze, bekam als bester deutscher Mann die Chance in der Teamstaffel - und darf sich nun den Rest seines Lebens Olympiasieger nennen.

Ludwig verlor von 0,229 Sekunden Vorsprung, die Geisenberger herausgefahren hatte, nur 0,002 Sekunden - dem Druck des letzten Starts hatte am Ende dann das Doppel Wendl und Arlt. Auch die Staffel-Teilnahme der beiden kam durchaus überraschend, denn im Saisonverlauf hatten sie fast keine Chance gegen die Weltmeister Toni Eggert/Sascha Benecken (Ilsenburg/Suhl) gehabt, gewannen nur ein Weltcuprennen. Doch bei Olympia gelang ihnen am Tag vor der Staffel die große Revanche. Anschließend sicherten die Bayern sich ihre vierte olympische Goldmedaille.

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