Olympia

Olympia 2018: Friedrich nimmt Kurs auf Doppel-Gold - Walther zur Halbzeit Dritter

SID
Die deutschen Athleten liegen im Vierer auf Medaillenkurs.

Ungebremst in Richtung Doppel-Gold: Zweier-Olympiasieger Francesco Friedrich hat bei den Winterspielen in Pyeongchang auch den Auftakt im Vierer klar dominiert und wandelt damit auf den Spuren der Allergrößten.

Zur Wettkampf-Halbzeit führt der Weltmeister deutlich, schon knapp drei Zehntelsekunden trennen ihn vom Südkoreaner Won Yun Jong. Am Sonntag kann Friedrich zum ersten Doppel-Olympiasieger seit 2006 aufsteigen, damals holte Andre Lange Gold in beiden Schlitten.

"Wir hatten zwei gute Starts und zwei gute Fahrten, vor allem der zweite Lauf war sehr rund. Das passt schon", sagte Friedrich knapp. Der Abstand auf den überraschend starken Won (0,29 Sekunden) gebe "nur ein bisschen Sicherheit. So ein Vorsprung ist schon oft aufgeholt worden. Die Bahn leidet hier sehr im Vierer, deshalb kann immer noch etwas passieren."

Auch Walther auf Medaillenkurs

Auch der WM-Dritte Nico Walther (+0,35) überzeugte und belegt zur Halbzeit den Bronzerang, nur knapp hinter Won. "Wir liegen richtig gut und werden morgen hoffentlich die Medaille holen, damit wäre ich bei meinen ersten Spielen superglücklich", sagte Walther, der im Zweier-Rennen nach einem guten Start noch von den Podestplätzen gerutscht war.

Enttäuschend verlief der erste Tag dagegen für Weltmeister Johannes Lochner (Stuttgart/+0,66). Der 27-Jährige, bei der WM im vergangenen Winter zeitgleich mit Friedrich siegreich, ist vor den abschließenden beiden Läufen am Sonntag (ab 9.30 Uhr/1.30 Uhr) gemeinsam mit Oskars Melbardis (Lettland) und Rico Peter (Schweiz) Fünfter.

Lochner außer Form

Lochner verlor stets schon in Kurve zwei den nötigen Schwung, das war auch im Training häufig sein Problem gewesen. "Ich habe keinen Plan da oben", sagte er: "Ich habe alles probiert. Das ist wohl die einzige Kurve der Welt, die ich einfach nicht auf die Reihe kriege. Leider ausgerechnet bei Olympia."

Lochner war in Südkorea deutlich mehr zugetraut worden, Friedrich galt dagegen vor den Spielen eher als dritte Kraft im deutschen Vierer. In der Königsdisziplin hatten die deutschen Schlitten in diesem Winter sieben von acht Rennen gewonnen, die Siege teilten sich allerdings Lochner (4) und Walther (3) untereinander auf. Friedrichs beste Platzierungen im großen Schlitten waren zweite Ränge in Altenberg und St. Moritz.

Dennoch war Bundestrainer Rene Spies am Samstag "nicht überrascht" vom Auftritt seines Olympiasiegers: "Francesco hat das im Training schon gezeigt. Er hat eine Superlinie im oberen Bahnteil gefunden, das sitzt einfach perfekt bei ihm." Vier Jahre nach der Schmach von Sotschi, als die deutschen Bobs ohne Medaille blieben, scheint Pyeongchang für Spies und sein Team damit zum großen Triumph zu werden.

Auch bei den Frauen hatte Mariama Jamanka sensationell Gold gewonnen, drei Medaillen für eine Nation gab es ebenfalls zuletzt 2006: Neben dem Doppel-Sieg von Lange gewann Sandra Kiriasis in Turin das erste deutsche Frauengold.

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