Olympia

Olympia 2018: Claudia Pechstein verpasst über 3000 m ihre zehnte Medaille

SID
Claudia Pechstein verpasste über 3000 m ihre zehnte Olympiamedaille.

Deutschlands erfolgreichste Winter-Olympionikin Claudia Pechstein hat zum Auftakt der Eisschnelllauf-Wettbewerbe bei den Winterspielen in Pyeongchang ihre insgesamt zehnte Olympiamedaille verpasst.

Am Ende stand für die bei der Wahl des deutschen Fahnenträgers knapp gescheiterte fünfmalige Olympiasiegerin am Samstag ein achtbarer neunter Platz. Pechstein lächelte trotzdem - und kann mit Zuversicht ihrem persönlichen Höhepunkt entgegenblicken. Am kommenden Freitag greift sie in dieser Form über 5000 m nach Edelmetall.

"Ich bin mit dem Rennverlauf sehr zufrieden. Ich habe in den letzten Runden nicht so geschwächelt wie die anderen. Ich habe einen sehr guten Trainingslauf hingelegt", sagte Pechstein: "Freitag habe ich meine Lieblingsstrecke vor mir."

Gold holte beim ersten niederländischen Triumphzug im Gangneung Oval überraschend die erst 22-Jährige Carlijn Achtereekte, die in 3:59,21 Minuten ihrer großen Landsfrau Ireen Wüst (3:59,29) den dritten Olympiasieg auf dieser Strecke vor der Nase wegschnappte. Bronze ging ebenfalls ans Team Oranje, Antoinette de Jong verwies in 4:00,02 Minuten Vancouver-Olympiasiegerin Martina Sablikova (4:00,54) auf den vierten Platz. Pechstein lag zwölf Tage vor ihrem Geburtstag in 4:04:49 Minuten fast fünf Sekunden hinter Rang drei.

Zweite deutsche Starterin enttäuscht

Roxanne Dufter als zweite deutsche Starterin hatte mit der Medaillenentscheidung nichts zu tun. Die 25-Jährige aus Inzell enttäuschte und belegte in 4:16,87 Minuten den 23. und vorletzten Platz.

Um 21.16 Uhr Ortszeit war Pechstein in den ersten ihrer vier Wettkämpfe im Olympic Oval gestartet - 26 Jahre nach ihrem Debüt in Albertville. Die routinierte Pechstein wirkte an der Startlinie hoch konzentriert, langsam richtete sich ihr Blick auf ihre Kufen, ehe sie nach dem Startschuss mit schnellen Schritten die siebeneinhalb Runden in Angriff nahm.

In der gut gefüllten und stimmungsvollen Eis-Arena war die Stimme ihres Lebensgefährten Matthias Große bei jeder Menge Trubel auf der Tribüne nur schwer zu hören. Der als Mentalcoach vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) akkreditierte Unternehmer brüllte trotzdem von der Tribüne ("Quälen!") aus und peitschte Pechstein nach vorn. Deutschlands Rekordolympionikin lief konstant ordentliche 31er Runden, hatte am Ende aber zu wenig zuzusetzen. "Matthias hat ein sehr gutes Organ. Ich weiß, wo er steht. Das hilft mir sehr", sagte Pechstein.

Achtereekte verpasst Bahnrekord nur knapp

Früh war schon klar geworden, dass eine Medaille für Pechstein nur äußerst schwer zu realisieren sein würde. Bereits im fünften von zwölf Paarungen stellte Achtereekte in 3:59,21 Minuten eine Bestzeit auf, die nur knapp unter dem Bahnrekord von Wüst (3:59,05) lag.

Pechstein hat seit 1992 mit nur einer Ausnahme an allen Olympischen Winterspielen teilgenommen. 2010 in Vancouver musste sie aufgrund einer Sperre wegen erhöhter Blutwerte aussetzen, seither kämpft Pechstein nicht nur juristisch gegen die von ihr "Unrechtssperre" genannte Sanktion des Weltverbandes ISU.

Dieser ist Pechsteins größtes Feindbild. Ihr Start in Südkorea und das damit verbundene Unbehagen bei der ISU diene ihr als Ansporn, hatte Pechstein im Vorfeld der Spiele wiederholt gesagt. Die Medaillenübergabe blieb dem ISU-Offiziellen Sergio Anesi aus Italien am Samstag erspart. Über 5000 m könnte sich das ändern.

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