Olympia

Deutschland im Olympia-Finale: Das sind unsere Eishockey-Helden

Deutschlands Eishockey-Nationalmannschaft steht im Olympia-Finale.

Linker Flügel: Yannic Seidenberg (34, EHC Red Bull München)

Der jüngere Bruder von NHL-Star Dennis spielt schon seit zwölf Jahren für die Nationalmannschaft und ist Rekordspieler in München, seinem vierten Team in der DEL. Seine Frau und die zwei kleinen Töchter sind in Pyeongchang vor Ort. Kam vor Turnierbeginn in die Schlagzeilen, als er im Flieger ein Selfie mit Lindsey Vonn knipste. Jetzt fliegt er höher dekoriert als sie nach Hause ...

Linker Flügel: Matthias Plachta (26, Adler Mannheim)

Eishockeyfamilie, Vater Jacek trainierte früher die polnische Nationalmannschaft. Nach fünf Jahren bei den Adlern versuchte Plachta 2015 sein Glück in den USA, kam aber nicht über die AHL hinaus und kehrte nach Mannheim zurück. Bei Turnieren schon immer ein Leistungsträger. Machte das 2:0 gegen Kanada, gegen Norwegen war der Penalty drin. Schaute sich beim Biathlon-Verfolger von Laura Dahlmeier an, wie so eine Goldmedaille aussieht. Frau Katharina ist Finanzberaterin - also falls es nach dem Spiel am Sonntag Werbeangebote gibt ...

Linker Flügel/Center: Marcus Kink (33, Adler Mannheim)

Korypähe und Kapitän bei den Adlern, bei denen er seit 2004 unter Vertrag steht. Kein Wunder, schließlich spielte die gesamte Familie Eishockey, schon Vater Georg war in der DEL aktiv. Morgenmuffel, schwört auf Mamas Schweinebraten und Braveheart. Spezl von Felix Neureuther. Sagte vor dem Turnier: "Deutschland ist sicher nicht Favorit, aber wir brauchen uns auch vor keinem zu verstecken" - und rief die Whatsapp-Gruppe "Mission Gold" ins Leben. Verpasst jetzt Jochen Hechts Abschiedsspiel in Monnem, aber dafür darf der auch mal die Medaille anfassen.

Linker Flügel/Center: Patrick Hager (29, EHC Red Bull München)

Spielt seit über zehn Jahren in der DEL, nahm an sieben Weltmeisterschaften teil. Fälschte den Schuss zum 4:1 gegen Kanada unhaltbar ab. Er und Frau Stephanie kommen beide aus Rosenheim, im TV spricht er aber Hochdeutsch - "Ich will ja keinen weißen Untertitel unter mir sehen." Vor Olympia ging er als Ninja Turtle Donatello zum Karneval. Wäre Fußballprofi geworden, wenn es für Eishockey nicht gereicht hätte - Zitat: "Bei Bayern würde ich jetzt auch mindestens eins schießen." Hagi, ein oder zwei Tore am Sonntag reichen völlig.

Linker/Rechter Flügel: Leonhard Pföderl (24, Thomas Sabo Ice Tigers)

Wenn er fit ist, ist er ein richtig guter Scorer. Betont unaufgeregt, als das Turnier losging: "Alles ist ganz normal und ruhig." Der gelernte Maurer "Leo" spielte zuerst Fußball, bevor er beim Eishockey hängen blieb - Checks tun ohnehin nicht so weh wie ein Stollentritt, sagt er. Fiebert trotzdem mit den Sechzigern mit und verehrt Zinedine Zidane. Schlägt sich im Finale hoffentlich besser als Zizou 2006 ...

Linker/Rechter Flügel: Yasin Ehliz (25, Nürnberg Ice Tigers)

Neben Akdag der zweite Spieler im Kader mit türkischen Wurzeln. Spitzname "Iggy", hat ne ordentliche linke Klebe. Und kann ordentlich wegstecken. Vor knapp einem Jahr zerfetzte ein Schlagschuss von Teamkollege Reimer sein linkes Ohr, es musste mit 20 Stichen genäht werden. Nachtragend ist er trotzdem nicht: Steckte im Viertelfinale den Pass zu Reimers Siegtor gegen Schweden durch. Holte sich nach Wellingers Gold im Skispringen ein paar Tipps im Deutschen Haus ab, jetzt bekommt er ebenfalls Edelmetall.

Rechter Flügel: Frank Mauer (29, EHC Red Bull München)

Einfach nur überragender Tweener gegen die Kanadier zum 3:0, beschwerte sich anschließend bitterböse über den Check gegen David Wolf: "Man hat schon gemerkt, dass die Kanadier zu dem Zeitpunkt sehr frustriert waren." Versteht sich blind mit Kahun, studiert Sportmanagement, wenn er nicht FIFA zockt oder mit Frau Anna unterwegs ist. In den letzten drei Jahren jeweils immer Deutscher Meister - eine Serie, die man eigentlich mit Gold krönen sollte ...

Rechter Flügel: Patrick Reimer (35, Nürnberg Ice Tigers)

Keiner hat in der Geschichte der DEL so viele Tore erzielt wie Reimer, 2014, 2016 und 2017 war er DEL-Spieler des Jahres. Schaffte trotzdem gerade so den Sprung in den Kader - und wurde gegen die Schweden in der Verlängerung zum Helden. Im Urlaub überquert er auch mal die Alpen oder wandert mit dem Rucksack durch Bali. Einen Titel hat der Altmeister aber noch nie geholt - wird langsam Zeit.

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