Sonntag, 16.02.2014

Gold im Snowboardcross

Tschechin Samkova nicht zu schlagen

Die 20 Jahre Eva Samkova hat die erste olympische Goldmedaille im Snowboard überhaupt für Tschechien gewonnen. Für Diskussionen sorgten zwei schwere Stürze.

Gold nach Tschechien! Ob es am aufgeklebten Bart lag?
© getty
Gold nach Tschechien! Ob es am aufgeklebten Bart lag?

Der Sieg der Tschechin und die erste olympische Goldmedaille im Snowboard für ihr Land wurden von mehreren Stürzen auf einer anspruchsvollen und schnellen Cross-Strecke überschattet.

Die Norwegerin Olafsen und die Amerikanerin Jacqueline Hernandez mussten noch in den Vorrennen von Sanitätern mit einem Rettungsschlitten von der Piste transportiert werden. Hernandez war mit dem Hinterkopf auf der Piste aufgeschlagen, wirkte zunächst bewusstlos, konnte sich nach einigen Minuten Behandlung aber selbstständig aufrichten. Sie erlitt nach Angaben des US-Verbands eine Gehirnerschütterung.

Olafsen erlitt einen Riss des vorderen Kreuzbands im linken Knie sowie Verletzungen an Innenband und Meniskus, das gab der norwegische Teamarzt Ellen Moen dem Fernsehsender TV2 bekannt. Olafsen muss wohl operiert werden. Die Vierte der Spiele von Vancouver hatte nach ihrem Sturz bereits "I busted my knee" ("Ich habe mein Knie kaputtgemacht") gerufen. Für die Weltmeisterin von 2009 ist es bereits die dritte schwere Knieverletzung, die letzte erlitt sie vor gut einem Jahr.

Zu hohe Schwierigkeit?

Während weitere Stürze in den anderen Durchgängen glimpflich ausgingen, stellte sich die Frage nach der Schwierigkeitsstufe des Kurses im Rosa Chutor Extreme Park: Dort werden am Montag (ab 8.00 Uhr/11.00 Uhr MEZ/OZ) zum Wettkampf der Männer auch die deutschen Crosser Konstantin Schad und Paul Berg antreten.

Oliver Kraus, Sprecher des deutschen Verbands Snowboard Germany, wollte die Stürze und die Schwierigkeiten der Strecke allerdings nicht überbewerten: "Der Kurs ist okay, auch wenn bis zum Männerrennen noch Feintuning betrieben werden muss", sagte er dem "SID". Vor allem die beiden ersten Sprünge müssten angepasst werden, da die "Jungs noch weiter springen".

"Das ist verrückt"

Aufgrund der Wetterlage mit warmen Temperaturen waren die Geschwindigkeiten, mit denen die 24 Starterinnen durch abrupt endende Steilkurven und über hohen Kuppen rasten, sogar geringer als geplant. Zudem hatten die Fahrerinnen im Gegensatz zum Weltcup sogar zwei Übungstage auf der Piste, nach dem ersten wurde die Strecke wegen der Rückmeldung etwas entschärft.

Am besten nutzte diese Tage Semkova. Die Zweite der diesjährigen X-Games setzte sich im Finale souverän vor der Kanadierin Dominique Maltais durch. Bronze ging an die Französin Chloe Trespeuch. In der Pressekonferenz, in der sie mit einer goldenen Jacke und mit einem aufgemalten Schnäuzer in den tschechischen Farben Rot-Weiß-Blau erschien, zeigte sich Semkova überglücklich: "Früher habe ich Olympia immer im Fernsehen geschaut, jetzt habe ich gewonnen. Das ist verrückt."

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