Donnerstag, 06.02.2014

Isabella Laböck im Interview

"Waren zu siebt im Dreibettzimmer"

WM-Titel, Playboy-Cover, Olympia-Ticket. Innerhalb eines Jahres entwickelte sich Isabella Laböck zu Deutschlands neuer Snowboard-Queen. Kurz vor Sotschi spricht die 27-Jährige im Interview über die öffentliche Kritik an den Spielen, Reibereien mit einer Teamkollegin und eine verrückten Reise samt Trampen nach Neuseeland.

Isabella Laböck stimmte sich kulinarisch schon mal auf Olympia ein
© isabella laböck facebook
Isabella Laböck stimmte sich kulinarisch schon mal auf Olympia ein

SPOX: Isabella, die Spiele in Sotschi stehen vor der Tür - und zur Einstimmung gab es für Sie nach der geschafften Norm erst mal einige Olympia-Krapfen von einer Bäckerei in Ihrem Heimatort. Was hat es damit auf sich?

Isabella Laböck: Das war eine nette Überraschung. Ich wusste davon nichts, als ich die Bäckerei betreten habe. Auf einmal sehe ich unzählige Krapfen mit den Olympischen Ringen vor mir. Ich habe gleich alle mitgenommen...

SPOX: ...und gegessen?

Laböck: Nein, dann würde ich in Sotschi wohl nur noch den Berg hinunterrollen (lacht). Ich habe die Krapfen an mein Team verteilt, damit die auch etwas davon haben.

SPOX: Sie mussten lange um die Olympia-Qualifikation zittern. Erst Mitte Januar in Bad Gastein lösten Sie Ihr Ticket für Sotschi. Was lief nach dem WM-Titel in der letzten Saison in diesem Winter falsch?

Laböck: Die Vorbereitung war enorm schwierig, insbesondere meine Rückenschmerzen haben mir zu schaffen gemacht. Ich war von Anfang an gehemmt, das Selbstvertrauen, das mich im letzten Jahr noch ausgezeichnet hat, war verschwunden. Das hat mich fuchsig gemacht, weil ich den WM-Titel eigentlich bestätigen wollte.

SPOX: Lag es auch an den gestiegenen Erwartungen der Öffentlichkeit? Nach Ihrer Goldmedaille im Parallel-Riesenslalom und den Playboy-Fotos entstand ein kleiner Hype um Sie.

Laböck: Ach, mit den Erwartungen habe ich kein Problem. Es ist ganz normal, dass eine gewisse Euphorie entsteht, wenn eine Deutsche den ersten WM-Titel seit 14 Jahren holt. Aber egal was in Zukunft passiert, diese Goldmedaille kann mir niemand mehr nehmen. Olympia ist das i-Tüpfelchen. Trotzdem bin ich überzeugt: Wenn alles passt, ist eine Medaille wieder möglich.

SPOX: Welche Rolle hat der Materialwechsel während der Saison gespielt?

Laböck: Das neue Board hat mir enorm geholfen. Ich habe nur zwei Möglichkeiten gesehen: Entweder ich fahre einfach weiter und verpasse wahrscheinlich Olympia. Oder ich setze alles auf eine Karte und probiere etwas Neues aus. Im Endeffekt hat sich mein Mut gelohnt.

SPOX: Im Gegensatz zu den Alpinen hatten Sie nur fünf Events, um die Olympia-Norm zu schaffen. Passen die Verhältnismäßigkeiten?

Laböck: Nein, das ist eigentlich ziemlich unfair. Vor allem wenn man bedenkt, dass die Norm für alle deutschen Sportler gleich ist. Wir haben viel mehr Druck, das vergisst die Öffentlichkeit meistens. Jeder spricht nur von Olympia, aber der Kampf um das Ticket ist fast noch kräftezehrender, gerade mental.

SPOX: Umso größer dürfte Ihre Vorfreude sein. In der Öffentlichkeit hagelt es dagegen Kritik für die Veranstalter. Mit welchen Gefühlen reisen Sie nach Sotschi?

Laböck: Das ist ein schwieriges Thema. Auf der einen Seite ist man Sportler, der sich vier Jahre lang auf dieses Event vorbereitet. So häufig bekommt man als Aktiver nicht die Möglichkeit, an Olympia teilzunehmen. Deswegen will man es genießen. Auf der anderen Seite ist man auch Mensch und macht sich seine Gedanken. Es geht ja nicht nur um die immensen Kosten oder die Menschenrechtsverletzungen. Auch die Sicherheit ist immer wieder ein Thema. Das ist ein kleiner Wermutstropfen.

SPOX: Marcel Hirscher erklärte zuletzt, es sei eigentlich verrückt, wenn man sich als Athlet dafür rechtfertigen müsse, dass der Fokus auf dem Sport liege.

Laböck: Das kann ich komplett nachvollziehen. Die ganze Diskussion hat einen falschen Ansatz. Wir können leider nichts an den Missständen ändern, auch ein Boykott bringt nichts. Es darf also nicht verwerflich sein, wenn man sich nur auf seinen Wettkampf konzentriert. Am Ende fragt niemand mehr danach, ob man sich für etwas engagiert hat. Dann zählen Ergebnisse, so blöd es klingen mag. Wenn man die nicht liefert, ist man der Dumme.

SPOX: Sie werden in Sotschi auch auf Björn Kircheisen treffen, der in der Nordischen Kombination an den Start geht - und Ihr Lebensgefährte ist. Haben Sie schon mal Sportarten getauscht?

Laböck: Klar, ich mache eine ganz gute Figur in der Loipe, auch wenn es für die große Karriere jetzt nicht mehr reicht (lacht). Björn kann auch mit dem Snowboard umgehen, ich muss also nicht die Lehrerin spielen.

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SPOX: Von der Schanze halten Sie sich aber fern.

Laböck: Ich habe schon mal geflachst, ob sie denn nicht Skier hätten, damit ich von einer kleinen Schanze springen kann. Aber man muss ja nicht alles ausprobieren.

SPOX: Das Zimmer in Sotschi werden Sie nicht mit Kircheisen, sondern mit Ihrer langjährigen Freundin Selina Jörg teilen - die sich wohl wieder auf den einen oder anderen Streich gefasst machen muss.

Laböck: Ich gebe es zu: In mir steckt ein kleiner Scherzkeks. Selina braucht häufig ein dickes Fell.

SPOX: Zum Beispiel?

Laböck: Bei mir ist es so, dass ich häufig mit Jetlag zu kämpfen habe, wenn wir in Amerika sind. Ich kann kaum einschlafen, und dann kommt man auf einige Ideen. Und wenn es nur ist, dass ich sie erschrecke, wenn sie mitten in der Nacht vom Bad zurückkommt. Aber das macht unser Verhältnis auch aus. Ohne sie würde definitiv etwas fehlen.

Seite 2: Laböck über das Verhältnis mit Kober und einen Trip nach Neuseeland

Interview: Bastian Strobl

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Bastian Strobl(Product Manager)

Bastian Strobl, Jahrgang 1988, arbeitet bei SPOX.com als Product Manager und ist für Konzeption und Umsetzung des Web- sowie App-Auftritts verantwortlich. Geboren und aufgewachsen in München führte ihn das Journalismus-Studium nach Ansbach. Nach mehreren Praktika bei verschiedenen Münchner Zeitungen und einem längeren Auslandsaufenthalt in Südafrika folgte 2011 der Wechsel zu SPOX.

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