Ted Ligety im Porträt

Der eiskalte Paradiesvogel

Von Marco Kieferl
Freitag, 24.01.2014 | 18:26 Uhr
Ted Ligety versucht sich an einem Kunststück: Wie man sieht nicht sonderlich erfolgreich
© getty
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30. August

Ted Ligety hat fast alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt, und hat seinen Titelhunger trotzdem beibehalten. Insbesondere seine Nervenstärke macht Felix Neureuthers Kumpel auch in Sotschi zu einem der Medaillen-Favoriten. Der Mann, den sie "Schrott" nennen, kann jedoch nicht auf ein bisschen Edelmetall reduziert werden.

"Ich fahre nicht Ski, um berühmt zu werden. Ich fahre, weil ich es liebe, weil es mir Spaß macht" - Ted Ligety glaubt man diese Worte. Obwohl er Olympiasieger, vierfacher Weltmeister und mehrfacher Gesamtweltcupsieger im Riesenslalom ist.

Selbst im Moment einer seiner größten Erfolge blieb Ligety vor allem eines: Natürlich. Dem zweiten Weltmeistertitel in Schladming folgte ein wilder Tanz um den Kameramann und anschließend der missglückte Versuch, den Ski per Salto in die rechte Hand zu schleudern. Peinlicher Jubel? Mitnichten! Bei ihm wirkt es einfach nur sympathisch.

In jenen Tagen war Ligety auf dem Höhepunkt seiner Karriere: Bereits die gesamte Saison über hatte er den Riesenslalom-Weltcup dominiert wie vor ihm nur der große Ingemar Stenmark. Sechs Siege in acht Wettbewerben bedeuteten am Ende nicht nur die vierte kleine Kristallkugel seiner Laufbahn, sondern auch Platz drei im Gesamtweltcup hinter dem überragenden Marcel Hirscher und Aksel Lund Svindal.

Der "König von Schladming"

Vor der WM galt er daher als der große Favorit auf den Sieg im Riesenslalom, richtige Allrounder-Qualitäten traute man ihm jedoch kaum zu. Am Ende kam es ganz anders: Typisch für Ligety, der immer dann zur großen Überraschung neigt, wenn es um die ganz großen Dinger geht.

Nach den überraschenden WM-Siegen im Super-G und der Superkombination fuhr Ligety am 15. Februar schließlich auch noch den "Pflichtsieg" im Riesenslalom ein. Als "König von Schladming" wurde er von der Presse gefeiert und stieg mit seinem historischen WM-Hattrick in die erlauchten Kreise eines Jean Claude Killy oder Toni Sailer auf.

"Ligety fährt eine brutal gute Technik. Er geht immer ans Limit, er fährt wirklich gnadenlos, steht aber dabei aber immer noch unheimlich gut über dem Ski", lobte ihn anschließend Ex-Weltmeisterin Kathrin Hölzl in ihrer Kolumne und verdeutlichte, was Ligety neben seiner fast schon unheimlichen Nervenstärke auszeichnet.

Keine Chance bei Jugend-Olympia

Dass Ligety zu den Größten seines Sports gehört, bezweifelt mittlerweile niemand mehr. Doch nicht nur durch seine Erfolge wird er eines Tages zur Legende werden.

Bereits im Alter von zwei Jahren stand Theodore Sharp Ligety, wie der Amerikaner mit vollem Namen heißt, zum ersten Mal auf Skiern - es war Liebe auf den ersten Blick. In seinem Heimatort Park City war er bald so oft auf der Piste, dass er später nicht selten erzählte, der Berg habe ihn großgezogen.

Sportlich gesehen war der Amerikaner zunächst jedoch alles andere als ein Senkrechtstarter. Zwar schaffte Ligety, der eigentlich Abfahrer werden wollte, als 13-Jähriger die Qualifikation für die Winter-Olympiade 1998. Dort wurde er jedoch abgeschlagener 73. - mit sage und schreibe 15 Sekunden Rückstand auf den Sieger. Auch in seinen ersten Weltcup-Jahren fuhr Ligety zunächst trotz kultigem "Mom and Dad"-Sponsorensticker nur hinterher.

Das Wunder von Turin

Dass er letztlich doch in die Weltspitze vordrang, verdankt er harter Arbeit und vorbildlicher Einstellung. "Er steht morgens auf, macht sich warm und versichert sich, dass die Jungs vom Service ihm das perfekte Setup zusammengestellt haben. Anschließend reißt er sich im Training den Arsch auf, nur um dann ins Tal zu kommen und seinem Team zu sagen, was man an der Ausrüstung noch besser abstimmen kann", schwärmt heute nicht nur US-Trainer Sasha Rearick von der Professionalität Ligetys.

Nach drei relativ erfolglosen Jahren gelangen ihm zu Beginn der Saison 2006 erste Podiumsplätze, wodurch er sich auch für Olympia 2006 qualifizierte. In Turin begann schließlich der Mythos Ligety: Bestenfalls als Außenseiter ging der Amerikaner in den Wettbewerb der Superkombination und lag nach der Abfahrt auf einem standesgemäßen 22. Platz. Als es im Slalom jedoch um alles geht, zaubert Ligety die mit Abstand beste Slalomzeit in den Schnee und holt sich sensationell Olympia-Gold. Der Sieg in Turin ist gleichbedeutend mit seinem ersten Weltcupsieg überhaupt.

Ligety ist eben da, wenn's drauf ankommt und unterscheidet sich damit vom Gros des Skizirkus, der zwar unglaublich viele talentierte, aber eben nur wenig erfolgreiche Athleten hervorbringt. Ausgerechnet Felix Neureuther, dem lange Zeit der Ruf des ewigen Talentes anheftete, zählt heute zu seinen besten Freunden.

Gebügelte Unterhosen von Rosi Mittermaier

Zahlreiche Anekdoten erzählt man sich über die beiden Sunnyboys des Skizirkus: Manch durchzechte Nacht und verrückte Video-Botschaft prägt die Freundschaft der beiden. Ligety besuchte Neureuther letztes Jahr sogar auf Neuseeland im nahe gelegenen Trainingslager, um gemeinsam das eben restaurierte Auto mit einem spektakulären Sprung über einen Erdhügel zu zerlegen.

Wenn Ligety bei seinem jährlichen Besuch in Garmisch-Patenkirchen bei der Familie Neureuther vorbeischaut, ist es durchaus üblich, dass Rosi Mittermaier höchstselbst das Bügeln seiner Unterhosen übernimmt. Inwiefern dieser Service mit Ligetys WM-Gold im Süden Bayerns zu tun hat, wird indes ein Rätsel bleiben.

Doch neben all den Verrücktheiten wird auch Neureuther nicht müde, neben dem verrückten, exzentrischen Sunnyboy auch den professionellen und hart arbeitenden Ligety hervorzuheben.

Shred alias Mister Riesenslalom

"Einen großen Freund, einen sehr großen Freund - und einen einzigartigen Sportler", sieht Neureuther in Ligety. Auch Buddy Bode Miller betont: "Er kann niemanden für seinen Erfolg verantwortlich machen, außer sich selbst. Wenn wir Basketball spielen, foult er mich härter als jeder andere auf dem Court. Er meint das nicht böse, er liebt einfach den Wettkampf."

Vor allem aber liebt Ligety das Skifahren in all seiner Vielfalt. Andere Spezialisten beschränken sich auf Training und Wettbewerbe, "Mister Riesenslalom", wie ihn seine Kollegen ehrfürchtig nennen, geht in seiner Freizeit gerne zum Freestyle-Skiing. "Ich war der verrückte Typ, der die Buckelpiste einfach runter gerast ist und Sprünge gemacht hat. Da haben mich die Leute Ted "Shred" (Schrott) genannt", erklärt Ligety seinen wohl ältesten Spitznamen.

Es passt zu Ligety, dass er ebendiesen Kosenamen mittlerweile zu Geld macht: Unter dem Namen "Shred Optics" verkaufen die Firmengründer Ligety und Ski-Ingenieur Carlo Salmini seit 2006 selbst entworfene Helme, Skibrillen, Wintersportbekleidung und sogar Sonnenbrillen.

Saisonverlauf "frustrierend"

Mit dem Weltverband FIS oder den Olympischen Winterspielen in Sotschi setzt sich der Amerikaner kritisch auseinander. So bekam das IOC kürzlich für die Vergabe der Spiele nach Russland sein Fett weg: "In den Regionen um Dagestan und Tschetschenien gibt es viele Probleme. Leider wusste man so etwas schon vorher und trotzdem werden die Olympischen Spiele an so einen Ort vergeben."

Die Sotschi-Saison lief für Ligety bisher unerwartet durchwachsen: "Auch wenn Marcel Hirscher sehr konstant fährt, glaube ich immer noch, dass ich schneller bin. Es ist frustrierend, wenn du die großen Ziele für die Saison verpasst, weil du ein paarmal Pech hattest und nicht, weil du an die Sache falsch herangegangen bist", zeigte sich "Mister Riesenslalom" über den für ihn enttäuschenden dritten Rang in der Disziplinwertung zerknirscht.

Doch nach und nach nähert er sich pünktlich zum Jahreshighlight allmählich wieder seiner Bestform an. Dass Ligety mit dem Super-Kombinations-Sieg in Wengen ausgerechnet einen knappen Monat vor Olympia seinen ersten Weltcuptriumph außerhalb des Riesenslaloms einfuhr, erscheint im Hinblick auf Sotschi einmal mehr typisch - wenn's drauf ankommt, ist "Shred" eben zur Stelle.

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