Donnerstag, 20.02.2014

Weniger Unterstützung als Pechstein

DESG weist Beckerts Vorwürfe zurück

Die Deutsche Eisschnelllauf-Gemeinschaft hat den Vorwurf der zweifachen Vancouver-Olympiazweiten Stephanie Beckert erneut zurückgewiesen, sie im Dauerstreit mit Claudia Pechstein nicht ausreichend unterstützt zu haben.

Stephanie Beckert und Claudia Pechstein werden keine Freundinnen mehr
© getty
Stephanie Beckert und Claudia Pechstein werden keine Freundinnen mehr

"Wir haben versucht, als Vermittler aufzutreten und alles gegeben, das anzugehen. Im Moment gibt es aber kein Patentrezept", sagte Sportdirektor Günter Schumacher.

Er hätte im Sommer etliche Gespräche mit Beckert geführt. "Aber wenn man es tagtäglich anspricht, gibt es eine Überbetreuung. Wir werden es niemals jedem Recht machen können", sagte Schumacher. Eine Bevorzugung Pechsteins, etwa durch die umstrittene Olympia-Nominierung von deren Lebensgefährten Matthias Große als Betreuer, wies Schumacher zurück.

Mehrkampf-Bundestrainer Stephan Gneupel räumte ein, "trotz Einflussnahmen von außen" die Probleme nicht abgebaut zu haben. "Mir ist es nicht gelungen, ihre mentale Blockade zu lösen", sagte der 65-Jährige, der sein Amt am Saisonende niederlegt.

Physisch auf dem Niveau von Vancouver

Beckert sei physisch auf dem Niveau von Vancouver 2010 gewesen, als sie zweimal Silber (3000 m, 5000 m) sowie Gold in der Teamverfolgung gewonnen hatte. "Das haben alle Parameter gezeigt. Sie kann ihre Leistung im Wettkampf im Moment nur nicht abrufen", sagte Gneupel. Auf Bitten der Athletinnen habe man sich im Sommer entschieden, die Konkurrentinnen in eigenen Trainingsgruppen und nicht mehr gemeinsam arbeiten zu lassen. "Ich bin mir nicht mehr sicher, ob das der richtige Schritt war", sagte er.

Die 25-Jährige Beckert hatte bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi wie bereits in der gesamten Saison ihr Leistungsvermögen nicht abrufen können. Über 5000 m am Mittwoch reichte es zum achten Platz, über 3000 m gar nur zum 17. Rang. Beckert hatte während der Spiele die Kritik der dreimaligen Olympiasiegerin Anni Friesinger-Postma aufgegriffen und fehlende Unterstützung durch den deutschen Verband nach einer verbalen Attacke von Pechstein zum Ende der Saison 2013 bemängelt.

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