Donnerstag, 13.02.2014

Unfall bei Bobtraining

Bahnarbeiter erleidet Beinbrüche

Ein schwerer Unfall hat das erste offizielle Zweierbob-Training bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi überschattet. Ein Bahnarbeiter wurde von einem Spurbob erfasst, erlitt zwei offene Brüche an den Beinen und wurde am Donnerstag operiert.

Die Jamaikaner treten auch in Sotschi bei den Bob-Wettbewerben an
© getty
Die Jamaikaner treten auch in Sotschi bei den Bob-Wettbewerben an

Das bestätigte IOC-Präsident Thomas Bach dem "Sport-Informations-Dienst".

"Er ist bei vollem Bewusstsein im Krankenhaus angekommen. Es besteht nach unseren Informationen keine Lebensgefahr", sagte Bach, der keine Angaben zu den Hintergründen des Unfalls machen konnte: "Warum er sich in der Bahn aufgehalten hat, wissen wir noch nicht."

Der Unfall ereignete sich nach der letzten Kurve im Sanki Sliding Center. Der Arbeiter wurde sofort an der Bahn medizinisch versorgt, ehe er mit einem Hubschrauber in eine Klinik geflogen wurde. Dort kam er sofort auf den Operationstisch. "Das ist scheiße, dass das passiert ist. Aber leider ist das nicht außergewöhnlich", sagte Bundestrainer Christoph Langen.

Geschockt zeigte sich Rainer Jacobus, Vizepräsident des Bob- und Schlittenverbandes für Deutschland (BSD). "Das ist extrem tragisch. So etwas darf nicht passieren, aber leider passiert so etwas immer wieder", sagte er dem SID. Auch Vierer-Olympiasieger Steven Holcomb (USA) war bestürzt: "Eine schreckliche Sache, aber zum Glück ist er stabil."

Training für 40 Minuten unterbrochen

Das Training wurde nach dem Zwischenfall für 40 Minuten unterbrochen, die Piloten wurden über die Gründe der Verzögerung aber zunächst nicht informiert. "Wir waren alle im Unklaren. Wir wussten nur, dass es jemanden erwischt hat", sagte der Olympiazweite Thomas Florschütz (Riesa). Nach der Wiederaufnahme des Trainings fuhr Francesco Friedrich (Oberbärenburg) im zweiten Lauf Bestzeit.

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Schlimme Unfälle bei der Hochgeschwindigkeits-Sportart kommen immer wieder vor. Der langjährige Bundestrainer Raimund Bethge (66) erlitt im November 2005 bei der Besichtigung des Eiskanals in Cesana für die Spiele 2006 in Turin schwere Beinverletzungen, als ihn ein australischer Bob umfuhr.

Besonders schlimm hatte es die russische Pilotin Irina Skworzowa (25) im November 2009 auf der Bahn in Königssee während des Trainings erwischt. Sie war bei roter Ampel in den Eiskanal gestartet, während zugleich ein russischer Männerbob von einer anderen Startrampe bei Grün losfuhr. Skworzowa und ihre Teamkollegin stürzten, der andere Bob fuhr ungebremst in sie hinein.

Skworzowa, die einen offenen Oberschenkelbruch sowie mehrere Verletzungen im Nieren-und Bauchbereich erlitt, saß bei der Eröffnungsfeier der 22. Winterspiele in Sotschi an der Seite von Staatsoberhaupt Wladimir Putin auf der Ehrentribüne.

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