Montag, 17.02.2014

Domracheva mit historischem Triumph

Sachenbacher-Stehle wird Vierte

Fehlerfrei am Schießstand und schnell in der Loipe, verpasste die ehemalige Langläuferin Evi Sachenbacher-Stehle im Massenstart über 12,5 km nur um eine Sekunde Bronze. Darja Domracheva feierte mit ihrem dritten Triumph einen historischen Sieg.

Darja Domracheva (l.) und Evi Sachenbacher-Stehle nach der Zieleinfahrt
© getty
Darja Domracheva (l.) und Evi Sachenbacher-Stehle nach der Zieleinfahrt

Im Zielsprint musste sich die 33-jährige Sachenbacher-Stehle (+28,3 Sekunden) der zehn Jahre jüngeren Norwegerin Tiril Eckhoff geschlagen geben. "Mannometer. Da schieße ich schon einmal Null im Wettkampf - schade", ärgerte sich Sachenbacher-Stehle, die erst den zweiten Massenstart ihrer Karriere gelaufen war und ihr bestes Ergebnis in einem Biathlonrennen erzielte. Erst vor zwei Jahren hatte sie den Umstieg vom Langlauf zu den Skijägerinnen gewagt.

"Evi hatte schon im Einzel nachgewiesen, dass sie gut drauf ist. Heute hat sie das durchgezogen und das in ihrem zweiten Jahr als Biathletin. Das ist gigantisch, ein riesiges Kompliment", sagte Frauen-Bundestrainer Gerald Hönig in der "ARD" erleichtert und betonte: "Sie sollte der knapp verpassten Medaille nicht nachtrauern. Sie hat nicht Bronze verloren, sondern den vierten Platz gewonnen."

Domracheva schreibt Geschichte

In einer anderen Welt lief einmal mehr Darja Domracheva, die trotz eines Schießfehlers ihr drittes Gold in Sotschi gewann und damit die erste Biathletin ist, der dies gelang. Die Weißrussin hatte zuvor bereits in der Verfolgung und im Einzelrennen über 15 km triumphiert. Silber ging an Gabriela Soukalova (Tschechien/+20,2), die ebenfalls eine Scheibe verfehlte.

Enttäuschend verlief dagegen das letzte Einzelrennen einer glanzvollen Laufbahn für die achtmalige Weltmeisterin Andrea Henkel. Die 36-jährige aus Großbreitenbach verfehlte zwar nur eine Scheibe, war in der aufgeweichten Loipe allerdings chancenlos und kam mit 1:53,6 Minuten Rückstand auf Platz 18 ins Ziel. Die zweimalige Olympiasiegerin tröstete Sachenbacher-Stehle: "Tiril Eckhoff ist keine Laufkundschaft. Gegen sie habe ich auf der Schlussrunde auch noch nicht gewonnen."

Hildebrand ohne Chance

Franziska Hildebrand (Clausthal-Zellerfeld) schoss drei Fehler und kam als 29. ins Ziel (+3:43,9). Juniorin Franziska Preuß (Haag) hatte auf ihren Start verzichtet, um sich für die Staffel am Freitag zu schonen.

Sachenbacher-Stehle hatte sich auch von der stundenlangen Hängepartie in den Bergen von Krasnaja-Poljana nicht aus der Ruge bringen lassen. Während der Massenstart der Männer wegen Nebels erneut um einen Tag auf Dienstag (11.30/14.30 Uhr MEZ/OZ) verschoben wurde, zitterten auch die Frauen um ihr Rennen. Erst am späten Nachmittag verzog sich der Dunst aus der "Waschküche".

"Die Absage des Männerrennens war ohne Frage die richtige Entscheidung. Bei Olympischen Spielen sollen in jedem Wettkampf reguläre Bedingungen herrschen. Wenn man die Scheiben aber nicht genau sehen kann, ist das einfach nicht mehr gegeben", sagte Bundestrainer Uwe Müssiggang. Im letzten Einzelrennen der Winterspiele kämpfen Arnd Peiffer, Erik Lesser und Simon Schempp um die zweite Männer-Medaille.

Der Olympia-Zeitplan im Überblick


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