Donnerstag, 13.02.2014

Lemke begeistert von Sotschi

"Das sind keine Putin-Spiele"

Willi Lemke, Sonderbotschafter des UN-Generalsekretärs für Sport, ist von den Olympischen Spielen in Sotschi begeistert und nimmt die Gastgeber gegen Kritik in Schutz.

Seit 2005 ist Willi Lemke Aufsichtsratsvorsitzender des SV Werder Bremen
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Seit 2005 ist Willi Lemke Aufsichtsratsvorsitzender des SV Werder Bremen

"Das sind keine Putin-Spiele, sondern ganz tolle, perfekt organisierte Olympische Spiele. Alles, was ich von den Sportlern höre, ist positiv", sagte Lemke (67) im Interview mit der Kreiszeitung Syke.

Man spüre den olympischen Geist überall, sagte der SPD-Politiker, gerade unter den Sportlern: "Die Eröffnungsfeier war schon klasse, als die Nationen einliefen, sich später alle umarmten. Die Sportler kommunizieren hier wirklich viel und trösten sich gegenseitig. Das ist einfach toll."

"Sport ein starkes Instrument"

Zur umstrittenen Homosexuellen-Gesetzgebung in Russland meinte Lemke: "Ja, es gibt eine stärkere Homophobie in diesem Land. Aber ich möchte daran erinnern, dass wir in Deutschland auch erst 1994 offiziell den Paragraphen 175 abgeschafft haben. Der hat viele Menschen in Deutschland sehr beeinträchtigt, und das ist nicht lange her. Deswegen finde ich, dass es nicht die richtige Herangehensweise ist, andere Länder für etwas zu verurteilen, was auch im eigenen Land einen langen öffentlichen Prozess benötigt hat." Der Paragraph 175 des Strafgesetzbuches stellte bis Juni 1994 sexuelle Handlungen zwischen Männern unter Strafe.

Lemke sagte, der Sport habe die Kraft, "positive Werte zu vermitteln und Brücken zu bauen". Er könne "ein starkes Instrument" zum Kampf gegen Diskriminierung sein: "Ich finde es jedoch nicht richtig, wenn sportliche Großereignisse dafür instrumentalisiert werden, einer politischen Agenda zu dienen." Es gebe auch "ganz, ganz viele Länder, auch viele westliche, zu denen mir einige Missstände einfallen". Auch in Deutschland gebe es "Probleme, die wir noch verbessern können". Aber die politische Debatten sollten laut Lemke "da gehalten werden, wo sie hingehören - zum Beispiel in politischen Foren, Wahlkämpfen, der UN-Generalversammlung oder der Menschenrechtskommission."

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