Freitag, 12.02.2010

Olympia

Georgien denkt über Rückzug von Olympia nach

Nach dem Tod ihres Rodlers Nodar Kumaritaschwili denkt die georgische Mannschaft an einen Olympia-Rückzug. Derweil verteidigt BSD-Sportchef Thomas Schwab die Organisatoren.

Auch Rodlerin Violeta Stramaturaru verletzte sich bei einem Sturz
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Auch Rodlerin Violeta Stramaturaru verletzte sich bei einem Sturz

Die georgische Olympiamannschaft erwägt nach dem Tod ihres Rodlers Nodar Kumaritaschwili am Freitag im Abschlusstraining in Whistler den Rückzug von den Winterspielen in Vancouver.

Dies erklärte der georgische Delegationsleiter der Nachrichtenagentur "Reuters". "Wir sind alle geschockt. Wir wissen nicht, was wir tun sollen. Wir wissen nicht, ob wir an der Eröffnungsfeier teilnehmen oder auch generell an den Spielen", erklärte Irakli Japaridse. Georgien ist mit einem achtköpfigen Team in Vancouver vertreten.

Mit tiefer Betroffenheit hat der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Jacques Rogge, auf den tödlichen Unfall reagiert. "Die gesamte olympische Familie ist betroffen über diese Tragödie, die einen Schatten auf die Spiele wirft", sagte Rogge: "Unsere ersten Gedanken gelten seiner Familie, seinen Freunden und den anderen Athleten."

Ob und wann die Rodel-Wettbewerbe bei den Olympischen Spielen in Vancouver ausgetragen werden, ist derzeit unklar. "Es sind Ermittlungen eingeleitet worden. Wenn wir den Bericht haben, werden wir entscheiden", sagte Rogge: "Jetzt ist die Zeit für Trauer und nicht für die Suche nach Gründen."

BSD-Sportdirektor nimmt Veranstalter in Schutz

Unterdessen hat der Bob- und Schlittenverband für Deutschland (BSD) die Organisatoren der Veranstaltung in Schutz genommen. "Wir möchten den Organisatoren keinen Vorwurf machen. Es war nicht absehbar, welche Kräfte an dieser Stelle wirken", sagte BSD-Sportchef Thomas Schwab: "Wir sprechen dem georgischen Verband unser Beileid aus und sind sehr betroffen."

Die olympische Bob- und Rodelbahn in Whistler war im März 2008 vom internationalen Rennrodel-Verband FIL, dem Bob-Weltverband FIBT und dem Organisations-Komitee für die Winterspiele VANOC geprüft und für olympiatauglich befunden worden.

Im Prozess der sogenannten Homologierung der Kunsteisbahn für Rennrodeln, Bob und Skeleton wurden über 200 Abfahrten von Aktiven aus sieben Ländern (Österreich, Kanada, Deutschland, Großbritannien, Italien, Russland und den USA) in allen drei Disziplinen absolviert. Dabei wurden sechs verschiedene Starthöhen getestet. Zu den Fahrern gehörte auch Bob-Olympiasieger Andre Lange.

Bei der internationalen Trainingswoche der Rodler im November 2009 gab es 2250 Fahrten, drei Prozent endeten mit einem Sturz. 'Es waren aber keine schweren Stürze dabei', sagte FIL-Präsident Josef Fendt. Die Zahl der Trainingsfahrten lag über den im Reglement vorgeschriebenen.

Rodler stirbt nach Horror-Sturz


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