Sonntag, 14.02.2010

Eisschnelllauf

Kramer wird Favoritenrolle gerecht

Eisschnellläufer Sven Kramer hat sich bei den Olympischen Winterspielen über 5000m in 6:14,60 Minuten souverän Gold geholt. Bester Deutscher war Patrick Beckert auf Platz 22.

Sven Kramer gewann 2006 bei den Olympischen Spielen in Turin bereits Silber und Bronze
© sid
Sven Kramer gewann 2006 bei den Olympischen Spielen in Turin bereits Silber und Bronze

Superstar Sven Kramer ist zum Auftakt der Eisschnelllauf-Wettkämpfe im Richmond Oval nach einer eindrucksvollen Demonstration der Stärke zu seinem ersten Olympia-Gold gestürmt.

Der 23 Jahre alte Weltrekordler gewann das 5000-m-Rennen souverän in olympischer Rekordzeit von 6:14,60 Minuten vor dem Südkoreaner Lee Seung-Hoon (6:16,95), der völlig überraschend Silber holte. Bronze ging an den Russen Ivan Skobrew (6:18,05).

Kramer legte damit das Trauma von Turin ab. Vor vier Jahren hatte ein Anfängerfehler von ihm das niederländische Team Gold im Mannschaftswettbewerb gekostet. "Für dieses Gold habe ich vier Jahre klang geschuftet. Allmächtiger Gott, ich habe mich total verausgabt und nichts verschenkt."

Beckert auf Rang 22

Die deutschen Starter konnten bei schweren Eisbedingungen acht Jahre nach dem dritten Platz des Dresdners Jens Boden in Salt Lake City nicht für eine Überraschung sorgen. Patrick Beckert (6:36,02) war auf Platz 22 noch Bester des Trios.

Der Münchner Marco Weber (6:36,45) belegte Rang 23, Beckerts Erfurter Teamkollege Robert Lehmann (6:43,77) wurde 26. und Vorletzter.

Olympiadebütant Beckert war trotzdem zufrieden. "Dafür, dass wir Kampfeis hatten, war meine Zeit völlig okay", sagte der Bruder von Medaillenhoffnung Stephanie Beckert, die den Lauf des 19-Jährigen begeistert auf der Tribüne verfolgte: "Er ist ein Wahnsinnsrennen gelaufen."

7600 Zuschauer im ausverkauften Richmond Oval, darunter etwa 4500 Niederländer, waren bei Kramers Sturmlauf zu Gold förmlich aus dem Häuschen. Oranje-Kronprinz Willem Alexander und seine Familie sowie Regierungschef Jan-Peter Balkenende feierten auf der Ehrentribüne mit.

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Shani Davis abgeschlagen

Der 12-malige Weltmeister Kramer ließ sich von der ungünstigen Auslosung nicht beirren und lief im viertletzten Paar 1000- und 1500-m-Weltrekordler Shani Davis aus den USA in Grund und Boden.

Seine Hauptkonkurrenten bissen sich danach an der olympischen Rekordzeit des Superstars, der seinen 20. Sieg in Folge über 5000m verbuchte, die Zähne aus. Silber ging sensationell an Lee, der zuvor als bestes Ergebnis einen fünften Platz im Weltcup vorzuweisen hatte.

Kramer hat damit den Grundstein gelegt, womöglich der erfolgreichste Athlet dieser Winterspiele zu werden. Mit dem Team und über 10.000m geht er ebenfalls als großer Goldfavorit ins Rennen, über 1500m gehört er zumindest zum Kreis der Medaillenanwärter.

Medaillensatz komplett

Mit seinem ersten Olympiasieg hat Kramer den Medaillensatz komplett. In Turin hatte er hinter Hedrick über 5000m Silber geholt. Dass es damals für das hochfavorisierte Oranje-Team nur zu Bronze gereicht hatte, war Kramers Schuld gewesen.

Das Jahrhunderttalent aus dem Kufen-Mekka Heerenveen trat auf ein Begrenzungsklötzchen und stürzte. "Das war so, als wenn ich im WM-Finale einen Elfmeter verschossen hätte", sagte Kramer später.

Seit diesem Debakel gewann er alles, was es zu gewinnen gibt, sammelte unter anderem zwölf WM-Titel: "Olympiagold ist das Einzige, was ich noch nicht habe. Ich werde alles dafür geben."

Nun bescherte er der Eisschnelllauf-Nation Niederlande das 25. Olympiagold und die 79. Medaille bei Winterspielen - 76 davon gehen auf das Konto der Kufenflitzer.

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