Samstag, 20.02.2010

Eishockey: Zweite Niederlage bei Olympia

Deutschland verliert gegen Finnland mit 0:5

Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft wartet nach einer 0:5-Niederlage gegen Finnland weiter auf den ersten Turniertreffer. Vier der fünf finnischen Tore fielen in Überzahl.

Dimitri Pätzold (r.) im Tor der DEB-Auswahl musste ein ums andere Mal hinter sich greifen
© Getty
Dimitri Pätzold (r.) im Tor der DEB-Auswahl musste ein ums andere Mal hinter sich greifen

Sein Olympia-Debüt hatte sich Dimitri Pätzold anders vorgestellt. Gnadenlos effektiv hatten die Finnen um Olympia-Rekordscorer Teemu Selänne der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft die Grenzen aufgezeigt - und auch ihrem Torwart.

"Natürlich bin ich sauer", sagte der 27-Jährige nach dem 0:5 (0:1, 0:2, 0:2) im zweiten Vorrundenspiel gegen den Silbermedaillengewinner von Turin. Der Goalie des ERC Ingolstadt hatte bei zwei Gegentoren nicht gut ausgesehen und insgesamt sehr unsicher gewirkt.

Pätzold patzt, gesamtes Team enttäuscht

Das Turnier der Superlative in Vancouver dürfte damit für den ehemaligen NHL-Profi der San Jose Sharks bereits beendet sein. Am Samstagabend (21.00 Uhr Ortszeit/Sonntag 6.00 MEZ) im letzten Vorrundenspiel gegen Weißrussland wollte Bundestrainer Uwe Krupp wieder Thomas Greiss, der beim 0:2 zum Auftakt gegen Olympiasieger Schweden glänzend gehalten hatte, zwischen die Pfosten stellen.

Und auch im Alles-oder-nichts-Spiel am kommenden Dienstag um den Einzug ins Viertelfinale dürfte Pätzold nach seiner Leistung gegen Finnland nur zweite Wahl sein. Dabei ließ sich die Niederlage nicht an ihm allein festmachen. Beim frühen 0:1 patzte der Ingolstädter zwar, als er nach einem Schuss von Janne Niskala die Scheibe durchrutschen ließ und Tuomo Ruutu sie völlig unbedrängt über die Linie drücken konnte (5.).

Und auch beim vierten Gegentreffer durch Jarkko Ruutu (48.), als er freie Sicht hatte, machte er keine gute Figur. Doch mindestens ebenso entscheidend waren die Fehler seiner Vorderleute. Sechs Strafzeiten kassierten sie, vier davon nutzen die Finnen eiskalt zu Toren.

Effektives Powerplay der Finnen

"Wir waren die meiste Zeit mit Penalty-Killing beschäftigt", sagte Pätzold, "da verliert man unglaublich viel Energie."

Gleich die ersten drei Überzahlsituationen münzten Selänne und Co. in drei Tore um. Tuomo Ruutu und Verteidiger Kimmo Timonen (25. und 37.) entschieden mit ihren Powerplay-Treffern das Spiel, Selänne verbuchte mit seinem Assist zum 3:0 seinen 37. Scorerpunkt bei Olympia und ist damit alleiniger Rekordhalter.

Auch beim fünften Tor durch Joni Pitkänen (50.) hatte der Weltmeister von 1995 einen Spieler mehr auf dem Eis. Pätzold nahm seine Vorderleute trotz der spielentscheidenden Strafzeiten in Schutz. "Die Finnen haben Weltklasseleute, sie sind unglaublich stark am Puck und nur sehr schwer zu stoppen", sagte der Torhüter: "Das sind die meisten aus der DEL gar nicht gewohnt."

NHL-Profis können nicht überzeugen

Allerdings konnten diesmal auch die NHL-Profis den 15 Olympia-Neulingen nicht entscheidend helfen. Anders als gegen Schweden gelang dem Block mit den Angreifern Marco Sturm, Jochen Hecht und Marcel Goc sowie den Verteidigern Dennis Seidenberg und Christian Ehrhoff in der Offensive wenig.

"Wir hatten vielleicht zwei Torchancen, das reicht nicht", sagte Ehrhoff, "wir waren viel zu lange bei uns im Drittel. Wir müssen versuchen, mit mehr Selbstbewusstsein nach vorne zu spielen."

Bezeichnenderweise war für den gelungensten Angriff die vierte Sturmreihe verantwortlich: Manuel Klinge scheiterte nach schönem Doppelpass mit Kai Hospelt am starken finnischen Goalie Niklas Bäckström (19.).

Die zweite hochkarätige Torchance hatte Kapitän Sturm, der einen Alleingang nicht erfolgreich abschließen konnte (35.). Im Schlussdrittel gönnte Krupp den NHL-Spielern die eine oder andere Auszeit, um sie für die aussichtsreicheren Partien ein wenig zu schonen.

Schweden und Kanada gewinnen

Die besten Bilder von Tag 8 in Vancouver
Fans von der Insel sind immer vorne dabei. Diese Ritter der Kokosnuss feuern die Britin Amy Williams im Skeleton an
© Getty
1/18
Fans von der Insel sind immer vorne dabei. Diese Ritter der Kokosnuss feuern die Britin Amy Williams im Skeleton an
/de/sport/diashows/1002/winterspiele/tag-8-19-februar/olympische-winterspiele-vancouver-super-g-herren-sturz-langlauf-skispringen.html
Und das mit Erfolg: Amy Williams rutscht souverän zur Goldmedaille. Die Plätze dahinter belegten die Deutschen Kerstin Szymkowiak und Anja Huber
© Getty
2/18
Und das mit Erfolg: Amy Williams rutscht souverän zur Goldmedaille. Die Plätze dahinter belegten die Deutschen Kerstin Szymkowiak und Anja Huber
/de/sport/diashows/1002/winterspiele/tag-8-19-februar/olympische-winterspiele-vancouver-super-g-herren-sturz-langlauf-skispringen,seite=2.html
Wer hat hier wohl die Hosen an? Die Ungarn Nora Hoffmann und Maxim Zavozin beim Eistanz
© Getty
3/18
Wer hat hier wohl die Hosen an? Die Ungarn Nora Hoffmann und Maxim Zavozin beim Eistanz
/de/sport/diashows/1002/winterspiele/tag-8-19-februar/olympische-winterspiele-vancouver-super-g-herren-sturz-langlauf-skispringen,seite=3.html
Keinen Schwächeanfall, sondern einen Teil ihres Programms führt hier die Britin Penny Coomes vor. Ihr Partner Nicholas Buckland hat alles fest im Griff
© Getty
4/18
Keinen Schwächeanfall, sondern einen Teil ihres Programms führt hier die Britin Penny Coomes vor. Ihr Partner Nicholas Buckland hat alles fest im Griff
/de/sport/diashows/1002/winterspiele/tag-8-19-februar/olympische-winterspiele-vancouver-super-g-herren-sturz-langlauf-skispringen,seite=4.html
Hoffen und Bangen pur im Lager von Vanessa Crone und Paul Poirier nach ihrem Auftritt. Auch das Publikum steht hinter dem kanadischen Paar
© Getty
5/18
Hoffen und Bangen pur im Lager von Vanessa Crone und Paul Poirier nach ihrem Auftritt. Auch das Publikum steht hinter dem kanadischen Paar
/de/sport/diashows/1002/winterspiele/tag-8-19-februar/olympische-winterspiele-vancouver-super-g-herren-sturz-langlauf-skispringen,seite=5.html
So sieht Marit Bjoergens Dank an die Service-Leute aus. Die Norwegerin siegte in der 15-km-Verfolgung der Damen in souveräner Manier
© Getty
6/18
So sieht Marit Bjoergens Dank an die Service-Leute aus. Die Norwegerin siegte in der 15-km-Verfolgung der Damen in souveräner Manier
/de/sport/diashows/1002/winterspiele/tag-8-19-februar/olympische-winterspiele-vancouver-super-g-herren-sturz-langlauf-skispringen,seite=6.html
Und so sehen alle drei Medaillengewinner aus: In der Mitte Bjoergen, links Anna Haag (Schweden, Silber), rechts Justyna Kowalczyk (Polen, Bronze)
© Getty
7/18
Und so sehen alle drei Medaillengewinner aus: In der Mitte Bjoergen, links Anna Haag (Schweden, Silber), rechts Justyna Kowalczyk (Polen, Bronze)
/de/sport/diashows/1002/winterspiele/tag-8-19-februar/olympische-winterspiele-vancouver-super-g-herren-sturz-langlauf-skispringen,seite=7.html
Rumms, da fallen sie wieder. Im Super-G der Herren erwischte es zunächst den Italiener Peter Fill
© Getty
8/18
Rumms, da fallen sie wieder. Im Super-G der Herren erwischte es zunächst den Italiener Peter Fill
/de/sport/diashows/1002/winterspiele/tag-8-19-februar/olympische-winterspiele-vancouver-super-g-herren-sturz-langlauf-skispringen,seite=8.html
Fill rutschte etwas unorthodox über die Ziellinie. Ebenfalls schwer gestürzt ist der Schwede Patrik Jaerbyn
© Getty
9/18
Fill rutschte etwas unorthodox über die Ziellinie. Ebenfalls schwer gestürzt ist der Schwede Patrik Jaerbyn
/de/sport/diashows/1002/winterspiele/tag-8-19-februar/olympische-winterspiele-vancouver-super-g-herren-sturz-langlauf-skispringen,seite=9.html
Jaerbyn wurde von der Piste erst einmal ins Krankenhaus gebracht. Doch er hat sich offenbar nicht schwer verletzt
© Getty
10/18
Jaerbyn wurde von der Piste erst einmal ins Krankenhaus gebracht. Doch er hat sich offenbar nicht schwer verletzt
/de/sport/diashows/1002/winterspiele/tag-8-19-februar/olympische-winterspiele-vancouver-super-g-herren-sturz-langlauf-skispringen,seite=10.html
So muss man über die Ziellinie fahren, wenn man sich Olympiasieger nennen will
© Getty
11/18
So muss man über die Ziellinie fahren, wenn man sich Olympiasieger nennen will
/de/sport/diashows/1002/winterspiele/tag-8-19-februar/olympische-winterspiele-vancouver-super-g-herren-sturz-langlauf-skispringen,seite=11.html
Aksel Lund Svindal feierte nach Silber in der Abfahrt diesmal den ganz großen Triumph. Bode Miller wurde Zweiter
© Getty
12/18
Aksel Lund Svindal feierte nach Silber in der Abfahrt diesmal den ganz großen Triumph. Bode Miller wurde Zweiter
/de/sport/diashows/1002/winterspiele/tag-8-19-februar/olympische-winterspiele-vancouver-super-g-herren-sturz-langlauf-skispringen,seite=12.html
Curling: Erinnerungen an Oli Kahn werden wach. Deutschlands Skip Andrea Schöpp brüllte umsonst. Gegen Großbritannien gab es eine Pleite
© Getty
13/18
Curling: Erinnerungen an Oli Kahn werden wach. Deutschlands Skip Andrea Schöpp brüllte umsonst. Gegen Großbritannien gab es eine Pleite
/de/sport/diashows/1002/winterspiele/tag-8-19-februar/olympische-winterspiele-vancouver-super-g-herren-sturz-langlauf-skispringen,seite=13.html
Eishockey: Die deutsche Gruppe in Aktion. Schweden traf zunächst auf Weißrussland. Deutschland später auf Finnland
© Getty
14/18
Eishockey: Die deutsche Gruppe in Aktion. Schweden traf zunächst auf Weißrussland. Deutschland später auf Finnland
/de/sport/diashows/1002/winterspiele/tag-8-19-februar/olympische-winterspiele-vancouver-super-g-herren-sturz-langlauf-skispringen,seite=14.html
Und es wurde ein harter Fight für die Schweden um Fredrik Modin (M.), die am Ende aber knapp mit 4:2 gewannen
© Getty
15/18
Und es wurde ein harter Fight für die Schweden um Fredrik Modin (M.), die am Ende aber knapp mit 4:2 gewannen
/de/sport/diashows/1002/winterspiele/tag-8-19-februar/olympische-winterspiele-vancouver-super-g-herren-sturz-langlauf-skispringen,seite=15.html
Skispringen: Postkarten-Wetter in Whistler. Beste Bedingungen für die Qualifikation auf der Großschanze
© Getty
16/18
Skispringen: Postkarten-Wetter in Whistler. Beste Bedingungen für die Qualifikation auf der Großschanze
/de/sport/diashows/1002/winterspiele/tag-8-19-februar/olympische-winterspiele-vancouver-super-g-herren-sturz-langlauf-skispringen,seite=16.html
Bester war in der Quali der Japaner Noriaki Kasai mit 142,5 Metern. Die Favoriten hatten aber viel weniger Anlauf als er
© Getty
17/18
Bester war in der Quali der Japaner Noriaki Kasai mit 142,5 Metern. Die Favoriten hatten aber viel weniger Anlauf als er
/de/sport/diashows/1002/winterspiele/tag-8-19-februar/olympische-winterspiele-vancouver-super-g-herren-sturz-langlauf-skispringen,seite=17.html
Simon Ammann blieb vom Streit um seine angeblich illegale Bindung unbeeindruckt und flog auf 140 Meter
© Getty
18/18
Simon Ammann blieb vom Streit um seine angeblich illegale Bindung unbeeindruckt und flog auf 140 Meter
/de/sport/diashows/1002/winterspiele/tag-8-19-februar/olympische-winterspiele-vancouver-super-g-herren-sturz-langlauf-skispringen,seite=18.html
 


Diskutieren Drucken Startseite
SPOX.TV

www.performgroup.com

Copyright © 2016 SPOX. Alle Rechte vorbehalten.