Olympia

Duell der Giganten wird eröffnet

SID
Sidney Crosby spielt in der NHL bei den Pittsburgh Penguins
© Getty

Die großen Favoriten läuten heute das Olympische Eishockeyturnier ein. Sidney Crosby trifft mit Kanada auf Norwegen, auf das russische Team um Alexander Owetschkin wartet Lettland.

Für einen kurzen Moment hielt ganz Kanada den Atem an. Mit schmerzverzerrtem Gesicht humpelte Sidney Crosby am Sonntag beim 3:4 nach Penaltyschießen gegen die Nashville Pretadors vom Eis, nachdem er einen Schlagschuss gegen den Fuß bekommen hatte.

Seine Landsleute befürchteten gar das Olympia-Aus des Eishockey-Superstars, bis der Stürmer der Pittsburgh Penguins nach dem letzten NHL-Spiel vor dem Flug nach Vancouver Entwarnung gab: "Ich werde da sein."

Auf den Schultern des 22-Jährigen ruhen die Gold-Hoffnungen eines ganzen Landes, und das ist eine der wenigen Parallelen zum russischen Top-Spieler Alexander Owetschkin. Auf die zwei Kufenchracks sind alle Augen gerichtet, wenn am Dienstag das größte Eishockey-Spektakel aller Zeiten beginnt.

Beide wollen nicht nur ihren Hunger auf Gold stillen, sondern im Privat-Duell auch die Frage nach dem aktuell besten Eishockeyspieler der Welt klären. Eröffnet wird das Turnier mit der Partie USA gegen die Schweiz.

"Ahornblätter" treffen auf Norwegen

"Es ist immer wieder nett, wenn verschiedene Jungs denken, dass sie die besten sind. Das ist irgendwie cool", sagt Owetschkin. Bereits der Auftakttag könnte einen Fingerzeig geben: Zuerst werden die von Crosby angeführten "Ahornblätter" im Spiel gegen Norwegen (16.30 Uhr/1.30 Uhr MEZ) die Mission Gold starten, fünfeinhalb Stunden später dürfen die Fans die russischen Offensivkünste von Owetschkin und Co. gegen Lettland bewundern.

Crosby vs. Owetschkin - dieses Fern-Duell wird die Massen womöglich bis zum erhofften Traumfinale am Schlusstag der Winterspiele fesseln. Beide eint eigentlich nur ihr Talent für die schnellste Mannschaftssportart der Welt. Ihre Spielweise und ihr Auftreten in der Öffentlichkeit könnte unterschiedlicher kaum sein.

"Er ist ein Spieler, der viel Show macht. Das kann man mögen oder nicht. Ich jedenfalls mag es nicht", sagt Crosby offen über seinen Kontrahenten. In der Tat sucht der Stürmer der Washington Capitals in der Regel die spektakuläre Lösung - und das mit Erfolg. Derzeit führt der schnelle und schussstarke "Ovi" in der NHL mit 42 Toren, 89 Scorerpunkten und einer Plus-Minus-Bilanz von plus 43 alle wichtigen Ranglisten an.

Crosby wie Michael Jordan

Crosby dagegen gilt als Spielmacher mit einer ausgeprägten Übersicht. "Er ist ein kompletter Spieler wie Michael Jordan im Basketball. Wir kennen alle seine Stärken, Schwächen hat er keine. Er kann alles", sagt Kanadas Teammanager Steve Yzerman. 2006 sah dessen Vorgänger Wayne Gretzky das noch anders, als er den damals 18-Jährigen nicht für die Spiele in Turin nominierte. Die Quittung bekam Kanada mit dem blamablen siebten Platz.

Trotz ihrer noch jungen Karriere können sowohl Crosby als auch Owetschkin schon Erfolge vorweisen. Crosby, der gleich in seiner ersten NHL-Saison als 18-Jähriger und damit jüngster Spieler in der Geschichte die Schallmauer von 100 Scorerpunkten durchbrochen hatte, führte Pittsburgh im vergangenen Jahr zum Stanley-Cup-Triumph, der Owetschkin noch verwehrt blieb. Dafür holte sich "The Great Eight" 2008 ausgerechnet in Crosbys Heimat den WM-Titel - ein Stich ins kanadische Eishockey-Herz.

Diese Schmach wollen Crosby und Co. in Vancouver mit aller Macht verhindern. Viel wird von der Form der zwei Superstars abhängen. "Unser größter Gegner sind wir selbst", sagt Owetschkin. Die passende Antwort dürfte ihm Crosby auf dem Eis geben wollen.

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