Harnos: "Krupp steht nicht zur Diskussion"

SID
Donnerstag, 25.02.2010 | 06:04 Uhr
Uwe Krupp ist der bisher einzige deutsche Stanley-Cup-Sieger
© Getty

Die beste deutsche Eishockey-Nationalmannschaft flog mit dem schlechtesten Olympia-Ergebnis heim, die Werbung für die Heim-WM misslang, doch die Trainerfrage stellt sich noch nicht. '

"Uwe Krupp steht von unserer Seite nicht zur Diskussion", sagte Uwe Harnos, Präsident des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB). "Ich bin nach wie vor überzeugt, dass Krupp eine Persönlichkeit ist, dass er motivieren kann und die richtige Sprache mit den Spielern findet", sagte der Verbandschef.

Vor neun Monaten hatte Harnos nach dem WM-Debakel von Bern den Bundestrainer noch infrage gestellt, Krupp behielt am Ende aber doch seinen Job. Offen ist allerdings, ob der ehemalige NHL-Star nach der WM in Gelsenkirchen, Köln und Mannheim (7. bis 23. Mai) noch weitermacht.

"Wie es von seiner Seite aussieht, muss man abwarten", sagte Harnos: "Wir werden uns nach der WM zusammensetzen." Krupp deutete zuletzt an, unter den aktuellen Bedingungen seine Arbeit nicht fortsetzen zu wollen. Er möchte mehr Unterstützung durch die Deutsche Eishockey Liga (DEL) und vor allem mehr Engagement in der Nachwuchsarbeit.

Krueger der mögliche Nachfolger?

Ein möglicher Nachfolger steht schon bereit. Ralph Krueger, der mit der Schweizer Nationalmannschaft in Vancouver das Viertelfinale erreichte und erst nach großem Kampf mit 0:2 am Vorrundenersten USA scheiterte, ist interessiert. "Ab dem 1. März gehen für mich die Türen auf", sagte der ehemalige deutsche Nationalspieler, der nach fast 13 Jahren als Coach der Eidgenossen abtrat.

Zehnmal zog der Deutsch-Kanadier in dieser Zeit bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften mit seinem Team ins Viertelfinale ein, bei der Heim-WM 1998 schaffte er es sogar unter die besten Vier. Dem DEL-Rekordmeister Adler Mannheim gab Krueger nach "SID"-Informationen einen Korb, weil er lieber eine Nationalmannschaft trainieren will.

Er stünde sogar sofort zur Verfügung, weil bei der WM in Deutschland bereits sein Nachfolger Sean Simpson das Sagen hat. Doch ein sofortiger Trainerwechsel ist beim DEB kein Thema. Krupp beginnt gleich nach der Rückkehr nach Deutschland mit der WM-Vorbereitung.

"Analysieren Olympia jetzt erstmal"

"Wir werden Olympia jetzt analysieren, und dann geht es schon Schlag auf Schlag auf die WM zu", sagte der Bundestrainer.

In Vancouver zog Krupp Kritik auf sich. Internationale Beobachter wunderten sich, dass während der Spiele auf der deutschen Bank nicht mehr gecoacht werde.

Mit immerhin sieben NHL-Profis hielt die DEB-Auswahl nur im Auftaktspiel gegen Schweden (0:2) gegen einen der Großen mit, während Norwegen (1 NHL-Spieler), Lettland (2) und die Schweiz (3) jeweils einen der Favoriten richtig ärgerten und Weißrussland (3) erst im Penaltyschießen das Viertelfinale verpasste.

Die DEB-Auswahl verlor zum dritten Mal in Folge bei einem großen Turnier das entscheidende Spiel: bei der WM 2008 2:3 gegen Norwegen, bei der WM 2009 1:2 gegen Frankreich, in Vancouver 3:5 gegen Weißrussland. Und nach dem Spiel wussten die Spieler gar nicht, dass sie bei einem Sieg auf die Schweiz getroffen wären.

DEB-Team kämpft um seinen Ruf

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