Samstag, 27.02.2010

Olympia 2010

Rückschlag für Andre Lange im Vierer

Andre Langes Traum vom fünften Olympia-Gold ist bereits zur Halbzeit fast ausgeträumt. Der 36-Jährige aus Oberhof liegt nach zwei von vier Läufen des Vierer-Wettbewerbs im Whistler Sliding Centre auf Platz drei.

Andre Lange und seine Crew haben nach zwei Läufen Gold aus den Augen verloren
© Getty
Andre Lange und seine Crew haben nach zwei Läufen Gold aus den Augen verloren

Der Rückstand auf den führenden Weltmeister Steven Holcomb (USA) beträgt allerdings schon 0,44 Sekunden. Zweiter ist der Kanadier Lyndon Rush (0,40 zurück).

Um ein Haar hätte Lange seine Hoffnungen auf dem umstrittenen Hochgeschgwindigkeitskurs im zweiten Durchgang ganz begraben müssen.

"Wir werden nochmal angreifen"

Der erfolgreichste Pilot aller Zeiten verhinderte nur mit Glück und Geschick einen Sturz. "Wir haben versucht, Kampflinie zu fahren. Da passiert so etwas schon mal. Aber wir haben es gerettet", sagte Langes Anschieber Kevin Kuske.

Andere Fahrer hatten weniger Glück, insgesamt gab es sechs Stürze. Weitere Piloten hatten große Schwierigkeiten. Der ehemalige Weltklassepilot und Doppel-Olympiasieger Wolfgang Hoppe forderte daher: "Es wird zur Farce. Man müsste das Rennen abbrechen. Dann gibt es halt keinen Olympiasieger im Viererbob."

Trotz des Rückstandes auf Holcomb, der Bahnrekord fuhr, gibt sich Kuske für die weiteren beiden Läufe am Samstag aber optimistisch: "Wir werden noch einmal angreifen. Es ist erst vorbei, wenn es vorbei ist. Die anderen müssen auch erstnmal heil runterkommen."

Mitfavorit Subkow auch gestürzt

Lange peilt nach seinen Olympiasiegen 2002 und 2006 den Hattrick im großen Schlitten an. Zudem kann er als erster deutscher Mann seine fünfte Goldmedaille bei Winterspielen gewinnen.

Thomas Florschütz (Riesa/0,75) liegt nach zwei Läufen auf Platz fünf, der dritte deutsche Pilot Karl Angerer (Königssee/0,84) ist Siebter. "Die Strecke ist sehr gefährlich. Es ist brutal, was die Bahn den Piloten an Konzentration abverlangt", sagte Angerer.

Prominentestes Sturzopfer war Alexander Subkow. Der Bob des Russen kippte im ersten Lauf um. Subkow, der im Zweier Bronze hinter Lange und Florschütz gewonnen hatte, musste sich damit von allen Medaillenträumen verabschieden.

Auch die Piloten Wolfgang Stampfer (Österreich), John Napier (USA), John Jackson (Großbritannien), Milan Jagnesak (Slowakei) und Hiroshi Suzuki (Japan) stürzten mit ihren Bobs. Alle blieben glücklicherweise unverletzt.

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