Olympia

Greis: "Die Medaille ist unser Ziel"

SID
Michael Greis gewann 2006 dreimal Olympisches Gold - unter anderem mit der Staffel
© Getty

Nach dem Einzel-Debakel beschwören die deutschen Biathleten den Geist von Nagano. Damals gab es in der Staffel erst die erste Medaille: Gold.

"Damals hatten wir vor der Staffel auch noch keine Medaille, dann gab es Gold", sagte Thomas Pfüller vor dem 4x7,5-km-Rennen am Freitag (11.30 Uhr Ortszeit/20.30 Uhr MEZ) in Whistler.

Der Sportdirektor des Deutschen Skiverbandes (DSV) weiß aber auch, dass seine schwächelnden Männer seit ihrem Goldlauf von Turin in den vergangenen vier Jahren kein einziges Rennen mehr gewonnen haben. "Vom Potenzial her haben wir es drauf. Die Medaille ist unser Ziel. Da werden wir nicht herumreden", sagte Michael Greis.

Der dreifache Gold-Held von 2006 ist der einzige deutsche Staffelläufer, der überhaupt weiß, wie man gewinnt. Greis erlebte sein erstes großes Staffelrennen bei der Heim-WM 2004, als er in Oberhof auf der Ziellinie über die deutsche Fahne in seiner Hand stolperte. Der 33-Jährige dämpft aber gleichzeitig angesichts der aktuellen Kräfteverhältnisse die Erwartungen.

"Müssen an uns glauben"

"Das Feld ist groß, und es gibt einige Mannschaften, die gewinnen können", sagte Greis. "Wir sind nur Fünfte im Nationencup. Wir müssen uns vor allem mental gut vorbereiten. Nur wenn wir an uns glauben, ist die Medaille möglich."

Immerhin gelangen der Staffel, die diesmal mit Greis, Andreas Birnbacher, Christoph Stephan und Arnd Peiffer besetzt ist, in diesem Winter bereits zwei starke Rennen, die in Hochfilzen und Oberhof jeweils auf dem dritten Platz endeten. An der Spitze schafften die vier Olympia-Favoriten Norwegen, Russland, Österreich und Frankreich jeweils einen Sieg.

Fragezeichen standen in Whistler noch hinter dem Einsatz des im Olympia-Winter zum etatmäßigen Startläufer aufgestiegenen Stephan. Der Oberhofer war durch einen Erkältungsinfekt leicht gehandicapt. Bundestrainer Frank Ullrich ließ vorsorglich seine Reservisten Alexander Wolf und Simon Schempp warmlaufen.

"Haben uns gut vorbereitet"

"Wir haben uns noch einmal akribisch vorbereitet und rücken von unserem Ziel, eine Medaille zu gewinnen, nicht ab", sagte Ullrich vor seinem vermutlich letzten olympischen Rennen hinter dem Trainer-Fernrohr. Der Coach hatte ausgerechnet nach Nagano den Job von Norbert Baier übernommen.

Damals waren die Asse um Ricco Groß, Sven Fischer und Frank Luck materialtechnisch gnadenlos unterlegen, erst ein komplettes Umschleifen der Ski in der Nacht vor der Staffel brachte die Wende.

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