Olympia

Suche nach deutschem Fahnenträger

SID
Bei der Eröffnungsfeier 2006 in Turin trug Biathletin Kati Wilhelm die deutsche Fahne
© Getty

Die Suche nach dem deutschen Fahnenträger in Vancouver wird zum Problem. Da viele namhafte Athleten am Tag nach der Zeremonie Wettkämpfe bestreiten, bleibt wohl nur eine Notlösung.

Weltstar Dirk Nowitzki war die Idealbesetzung vor zwei Jahren bei den Sommerspielen in Peking. Doch die Wahl des deutschen Fahnenträgers bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele am Freitag in Vancouver gestaltet sich vor dessen Präsentation am Mittwoch problematisch wie selten zuvor.

Das Dilemma: Fast alle erfolgreichen Athleten, die in Frage kommen könnten, das 153 Athleten starke deutsche Team ins Hallenstadion BC Place zu führen, scheiden sofort wieder aus.

Biathleten, Alpine, Bobfahrer und Rodler wohnen im zweieinhalb Stunden entfernten Bergdorf Whistler, würden samt Eröffnungsfeier rund zehn Stunden unterwegs sein. Und anderntags steht Training an, für Biathletinnen und Skispringer schon der erste Wettkampf.

Friesinger nach Kritik keine Idealbesetzung

Dagegen sind die großen Namen Mangelware in Vancouver, wo neben den Hallensportarten Eisschnelllauf, Eiskunstlauf, Eishockey und Curling nur noch Snowboard und Freestyle-Ski ausgetragen werden.

Ausnahme: Anni Friesinger. Doch die Eisschnelllauf-Olympiasiegerin gilt nach ihrer Kritik am Teamarzt nicht gerade als Idealbesetzung.

Nach dem Beispiel Nowitzki einen weiteren US-Legionär aus der amerikanischen Profi-Liga zu verpflichten, wäre angesichts der mangelnden Strahlkraft der deutschen Eishockeyprofis nur der schwache Aufguss einer vor zwei Jahren starken Idee.

Schmitt 1996 ohne Glück

Andererseits verbietet es sich fast, einen Athleten an die Fahne zu schicken, dessen Wettkampf zu wenig Abstand zur Eröffnungsfeier hat: Degenfechter Arnd Schmitt, 1988 und 1992 Olympiasieger, scheiterte in dieser Rolle 1996 in Atlanta am Tag danach und wurde nur Zehnter.

Vieles spricht dafür, dass dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) im Bemühen, eine Lösung finden zu müssen, nur die Notlösung bleibt.

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