Olympia

"Anti-Doping-Kampf nicht zu gewinnen"

SID
Mark Adams schließt von negativen Tests dennoch nicht auf sauberen Sport
© Getty

Nach dem ersten gelungenen Nachweis auf Wachstumshormone bei dem britischen Rugbyspieler Terry Newton sind auch die Anti-Doping-Kämpfer bei Olympia in Vancouver zuversichtlicher.

Während IOC-Sprecher Mark Adams vor Bekanntwerden des neuen Erfolges der Fahnder noch erklärt hatte, dieser Kampf sei nicht wirklich zu gewinnen, zeigte sich IOC-Vizepräsident Thomas Bach nach dieser Erfolgsmeldung optimistischer.

"Das ist ein Meilenstein im Kampf gegen Doping", erklärte der in Vancouver in seinem Amt bestätigte IOC-Vize nach Bekanntwerden des positiven Testes beim früheren britischen Rugby-Nationalspieler Terry Newton von den Wakefield Trinity Wildcats.

Der 31-Jährige war nach Verdachtsmomenten bei einer Zielkontrolle am 24. November 2009 im Training positiv getestet worden und ist für zwei Jahre bis 23. November 2011 gesperrt.

Bach sagte nach dem Erfolg, der durch das Nachweisverfahren von Prof. Christian Strasburger von der Berliner Charite entwickelt wurde: "Man kann den Forschern und der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA gratulieren. Dieser große Schritt wird eine weitere abschreckende Wirkung haben. Bei Olympia ist dieser Effekt durch das Einfrieren der Proben für Nachtests über acht Jahre bereits gegeben."

"Strengstes und größtes Kontrollsystem"

IOC-Sprecher Adams gab bekannt, dass in Vancouver bisher alle weiteren der insgesamt 1594 Kontrollen negativ gewesen seien. Seit Beginn der Spiele wurde kein Athlet überführt. Vor dem Auftakt gab es nur eine öffentliche Verwarnung für die russische Eishockeyspielerin Swetlana Terentewa, bei der nach Öffnung des Olympischen Dorfes eine Tage zuvor im Training noch erlaubte Stimulans gefunden wurde.

Die Spielerin darf am Turnier teilnehmen. Adams erklärte: "Wir haben mit über 2000 Kontrollen bei 2631 Athleten das größte und strengste Kontrollsystem. Auch nicht überführte Athleten müssen wegen der langen Lagerung der Proben noch acht Jahre Nachtests fürchten."

Bei Gendoping Nachweis schwierig

Kritiker des Systems von Welt-Anti-Doping-Agentur WADA und IOC bezweifeln aber stark, dass die Spiele wirklich sauber sind.

Vor allem bei Eigenblut-Doping, aber auch bei Gendoping, über dessen Existenz keine wirklichen Erkenntnisse vorliegen, ist ein Nachweis ganz schwer möglich. 2006 in Turin war das Eigenblut-Doping unter österreichischen Biathleten und Langläufern nur durch eine Razzia aufgeflogen.

Sechs Läufer wurden von den Spielen verbannt, fünf für zwei Jahre gesperrt. Nach 706 Wettkampf-Kontrollen (davon 111 Blutproben) wurden in Vancouver bisher rund 550 Tests negativ analysiert. Außerhalb der Wettkämpfe sind seit Öffnung des Athletendorfes 888 Kontrollen (251 Blut) ohne weiteren positiven Fall ausgewertet.

Skispringen: Deutschland holt Silber

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung