Donnerstag, 07.08.2008

Olympia

Volleyballer bei Olympia-Comeback Außenseiter

Peking - Nach 36 Jahren kehren die deutschen Volleyball-Herren zurück auf die größte Bühne des Sports, doch den Erfolgshunger des Teams hat die erfolgreiche Olympia-Qualifikation längst nicht gestillt.

Olympia, Peking, Volleyball, Stelian Moculescu
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"Als Touristen sind wir sicher nicht da. Ich traue dieser Mannschaft alles zu", sagte Kapitän Björn Andrae vor dem Auftaktspiel gegen Polen am 10. August in Peking.

Das Kräftemessen mit dem Vize-Weltmeister könnte für die Schützlinge des scheidenden Bundestrainers Stelian Moculescu gleich zum Schlüsselspiel in der schweren Vorrundengruppe B werden.

In der von Gold-Favorit Brasilien angeführten Sechser-Staffel ist die Auswahl des Deutschen Volleyball- Verbands (DVV) nur Außenseiter. "Wir wollen in das Viertelfinale", nannte Moculescu dennoch als Zielvorgabe.

Warten auf den Startschuss

Mit dem Geist von Düsseldorf will der Weltranglisten-19. auch in China für Furore sorgen. In einem Qualifikations-Drama hatte das deutsche Team im Mai in der Rhein-Metropole in letzter Minute das Olympia-Ticket gelöst.

"Wenn ich daran denke, bekomme ich immer noch eine Gänsehaut", sagte Routinier Ralph Bergmann. Wie seine Team-Kollegen zählt der Mittelblocker vom Moerser SC ungeduldig die Stunden bis zum ersten Aufschlag.

"Wir sind gespannt wie kleine Kinder", beschrieb der 38 Jahre alte "Senior" die Stimmung in der Mannschaft. "Ich kann es kaum erwarten, meine Nationalhymne bei Olympia zu singen", verriet Andrae.

Vogelnest und Co.: Das Epizentrum der Sommerspiele
Keine Angst, das Olympiastadion steht nicht in Flammen. Hier wird die Eröffnungsfeier geprobt
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Herzstück der Spiele: National Stadium (o.l.), National Indoor Stadium (u.) und National Aquatics Center
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Der ganze Stolz der Gastgeber ist das Vogelnest, das erst kurz vor den Spielen fertig wurde
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Über 90.000 Zuschauer finden Platz. Die Architekten entwarfen auch die Münchner Allianz Arena
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36 Kilometer sind die Stahlstreben lang, die das charakteristische Geflecht bilden
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Die Leichtathletik-Wettbewerbe, das Fußball-Finale der Männer sowie die Anfangs- und Schlussfeier finden hier statt
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Nicht minder spektakulär als das Olympiastadion ist die Schwimmhalle
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Das National Aquatics Center wird allenthalben nur Wasserwürfel genannt
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Mit seiner Wabenoptik erinnert der Bau ebenfalls ans Münchner Fußballstadion
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Die 3000 aufblasbaren Kissen können in verschiedenen Farben leuchten
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Nach den Spielen kommt ein Freizeitbad in den Wasserwürfel
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Schwimmer, Synchronschwimmer und Wasserspringer sind hier aktiv. 17.000 Zuschauer passen rein
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Schmuck ist auch das National Indoor Stadium mit dem geschwungenen Dach
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Handballer, Turner und Trampolin-Artisten werden hier vor 18.000 Zuschauern um Medaillen kämpfen
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Weiterkommen mit allen Mitteln

Nur Coach Moculescu hat in der DVV-Delegation bereits Olympia-Erfahrung. 1972 war er mit Rumänien in München dabei und blieb danach in Deutschland. Damals in München durfte eine deutsche Auswahl bei Olympia mitspielen.

"In Peking schließt sich für mich der Kreis", erklärte der 58-Jährige, der nach dem Turnier sein Amt aufgibt. Für seinen Abschied hätte sich der Meistermacher des VfB Friedrichshafen ein leichteres Los gewünscht.

Neben Olympiasieger Brasilien und Polen trifft sein Team auf den Weltranglisten-Zweiten Russland, den frischgebackenen Weltliga-Zweiten Serbien und Afrika-Vertreter Ägypten.

"Wir wollen zwei Mannschaften hinter uns lassen. Wie, das ist mir wurscht", sagte Moculescu. Die ersten Vier kommen ins Viertelfinale, zwei Siege sind dafür mindestens nötig.

Diagonalangreifer Jochen Schöps denkt schon weiter. "Wir wollen bis zum Ende bei Olympia bleiben. Machbar ist das", meinte der Russland-Legionär. Für die einzige deutsche Olympia-Medaille hatte die DDR-Auswahl mit Silber 1972 gesorgt.

China will Gold verteidigen

Viel größer sind die Ansprüche in Brasilien. Vom Seriensieger der vergangenen Jahre wird trotz der jüngsten Pleite in der Weltliga nichts anderes als die Wiederholung des Triumphes von Athen erwartet.

Heißer Kandidat sind aber auch die USA, die mit ihrem ersten Weltliga-Triumph viel Selbstvertrauen getankt haben und in der vermeintlich leichteren Gruppe A auf die Medaillenanwärter Bulgarien und Italien sowie die Leichtgewichte Japan, Venezuela und China treffen.

Deutlich größere Chancen als bei den Männern rechnen sich die Olympia-Gastgeber beim Frauen-Turnier aus. Vor vier Jahren in Athen gewann das Team aus China Gold und gilt auch diesmal als Mitfavorit, kassierte bei der Generalprobe gegen Weltmeister Russland aber eine 1:3-Schlappe.

Ebenfalls zum Kreis der Titelanwärter zählen Europameister Italien sowie Vize- Weltmeister Brasilien. Die DVV-Auswahl hatte im Januar im westfälischen Halle die Qualifikation für Peking verpasst.


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