Donnerstag, 07.08.2008

Olympia

Boll in Peking wie ein Popstar gefeiert

Peking - Als Timo Boll einen Tag vor der Eröffnung der Olympischen Spiele im Reich der Mitte landete, wurde er von den Gastgebern wie ein Popstar empfangen.

Olympia, Peking, Tischtennis, Timo Boll, Flughafen
© DPA

Begleitet von einer Polizei-Eskorte konnte sich der in China von den Fans verehrte Weltranglisten-Sechste nur mühevoll seinen Weg durch das dichte Spalier im Terminal 3 des neuen Pekinger Flughafens bahnen.

"In Deutschland kennt man solche Szenen ja nicht von mir, aber in China ist das fast der Alltag. Hauptsache, es ist keiner verletzt", sagte der von Autogrammjägern und Kamerateams umringte Boll.

Boll wenig beeindruckt

Der 27 Jahre alte Linkshänder gilt in China als größter Herausforderer der auf Olympia-Gold abonnierten heimischen Asse. Schon in der Vorbereitung in Deutschland war Boll von mehreren chinesischen Journalisten beobachtet worden.

Seine zahlreichen chinesischen Fans hatte er in den vergangenen Wochen mit Blogs und Kolumnen im Internet und in der chinesischen Sportzeitung "Titan" ständig aktuell informiert.

"Tischtennis ist sehr populär hier. Und da ich einer der größten Konkurrenten der Chinesen bin, bin ich halt auch recht populär. Hoffentlich wird der Rummel in den kommenden Tagen nicht zu groß, damit ich mich auf die Wettkämpfe konzentrieren kann", meinte der deutsche Mannschafts-Europameister des Vorjahres, der in Peking seine dritten Olympischen Spiele erlebt.

Vogelnest und Co.: Das Epizentrum der Sommerspiele
Keine Angst, das Olympiastadion steht nicht in Flammen. Hier wird die Eröffnungsfeier geprobt
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Herzstück der Spiele: National Stadium (o.l.), National Indoor Stadium (u.) und National Aquatics Center
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Der ganze Stolz der Gastgeber ist das Vogelnest, das erst kurz vor den Spielen fertig wurde
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Über 90.000 Zuschauer finden Platz. Die Architekten entwarfen auch die Münchner Allianz Arena
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36 Kilometer sind die Stahlstreben lang, die das charakteristische Geflecht bilden
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Die Leichtathletik-Wettbewerbe, das Fußball-Finale der Männer sowie die Anfangs- und Schlussfeier finden hier statt
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Nicht minder spektakulär als das Olympiastadion ist die Schwimmhalle
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Das National Aquatics Center wird allenthalben nur Wasserwürfel genannt
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Mit seiner Wabenoptik erinnert der Bau ebenfalls ans Münchner Fußballstadion
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Die 3000 aufblasbaren Kissen können in verschiedenen Farben leuchten
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Nach den Spielen kommt ein Freizeitbad in den Wasserwürfel
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Nach den Spielen kommt ein Freizeitbad in den Wasserwürfel
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Schwimmer, Synchronschwimmer und Wasserspringer sind hier aktiv. 17.000 Zuschauer passen rein
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Schwimmer, Synchronschwimmer und Wasserspringer sind hier aktiv. 17.000 Zuschauer passen rein
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Schmuck ist auch das National Indoor Stadium mit dem geschwungenen Dach
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Schmuck ist auch das National Indoor Stadium mit dem geschwungenen Dach
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Handballer, Turner und Trampolin-Artisten werden hier vor 18.000 Zuschauern um Medaillen kämpfen
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Handballer, Turner und Trampolin-Artisten werden hier vor 18.000 Zuschauern um Medaillen kämpfen
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"Ich bin in ganz passabler Form"

Dem Olympia-Turnier sieht der Europameister von 2002 und 2007 zuversichtlich entgegen. "Ich habe sehr gut trainiert und alles gegeben in der Vorbereitung. Von daher kann ich mir keinen Vorwurf machen. Jetzt muss ich nur noch die Nerven behalten", sagte Boll.

Gemeinsam mit Dimitrij Ovtcharov und Christian Süß hofft er zunächst im Mannschafts-Wettbewerb auf Edelmetall, ehe er die chinesische Armada im Einzel herausfordert.

"Eine Medaille im Team-Wettbewerb ist absolut realistisch. Dann würde es viel lockerer in den Einzelwettbewerb gehen. Ich bin in ganz passabler Form", erklärte Boll.

Highlight am Freitag

Besonders freut sich Boll auf die Atmosphäre während der Spiele. "Beim Tischtennis wird gewaltig was los sein. Dass die Chinesen sehr sportbegeistert sind, konnte man ja schon hier am Flughafen erkennen", erklärte der für Borussia Düsseldorf spielende Hesse.

Das erste Highlight steht für ihn schon am Freitag an, wenn er mit der Mannschaft ins Vogelnest einmarschiert. "Ich freue mich schon sehr auf die Eröffnungsfeier, weil ich bei den letzten beiden Olympischen Spielen nicht das Vergnügen hatte, dabei zu sein", sagte Boll.

Dass er nicht als Fahnenträger auserkoren wurde, wurmt ihn nicht: "Ich bin ein Dirk Nowitzki-Fan, von daher finde ich die Entscheidung super."


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