Olympia

Hambüchen: Olympia-Traum wird wahr

SID
Fabian Hambüchen brüllt seine ganze Freude heraus
© getty

Fabian Hambüchen jubelte über seine spektakuläre Reck-Show, er brüllte vor Freude und wusste sofort: Der große Olympia-Traum wird Realität! Vier Wochen vor den Sommerspielen in Rio hat der 28-Jährige aus Wetzlar beim entscheidenden Qualifikations-Wettkampf geglänzt.

Mit diesem Wettkampf am Samstag hat erdie letzten Zweifel an seiner Verfassung zerstreut.

Offiziell wird die DTB-Riege für Rio zwar erst am Sonntag benannt. Aber der ehemalige Reck-Weltmeister bestreitet am Zuckerhut nach Athen (2004), Peking (2008) und London (2012) sicher seine vierten Olympischen Spiele.

Es ist der Lohn für die knüppelharte Trainingsarbeit, die er in den vergangenen Monaten abseits der Öffentlichkeit betrieben hatte.

Der Wettkampf in Frankfurt/Main, bei dem Hambüchen neben dem Erfolg am Reck auch am Boden siegte und sich am Sprung auf den Hosenboden setzte, war nach seiner hartnäckigen Sehnenentzündung in der Schulter überhaupt erst der zweite.

Ende Juni hatte er bei den deutschen Meisterschaften mit Titeln am Reck und Boden zwar ein glänzendes Comeback gefeiert - ob der Körper nach all den Jahren Leistungssport die immensen Belastungen jedoch weiterhin aushält, "muss ich trotzdem Tag für Tag neu entscheiden", hatte Hambüchen gesagt.

"Steigerungen der Endnoten geglückt"

Am Samstag sah es absolut danach aus. Neben seiner guten Vorstellung am Boden (15,200 Punkte) ließ er es insbesondere am Königsgerät Reck krachen. Seine spektakulären und mitreißenden Flugeinlagen gepaart mit dem extrem sicheren Abgang bewerteten die Kampfrichter zurecht mit guten 16,000 Punkten.

Hambüchen lieferte damit auf eindrucksvolle Art und Weise die von Bundestrainer Andreas Hirsch geforderte "Steigerung der Endnoten am Reck und eine noch höhere Stabilität in der Ausführung der Übungen".

Sorgen dürfte Hirsch jedoch ein anderer Reck-Spezialist bereiten. Der Chemnitzer Andreas Bretschneider, der schon bei der DM in Hamburg gepatzt hatte, musste bei seinem selbst kreierten Element erneut das Gerät verlassen. Dafür überzeugte er mit guten Übungen am Barren und am Boden.

Nguyen stark am Boden

Marcel Nguyen, in London zweimal mit Silber dekoriert, lieferte am Barren die mit Abstand beste Leistung ab. Und weil er auch an allen anderen Geräten turnt, ist er aber ebenso unverzichtbar für die deutsche Rio-Riege.

Die Leistungen vom Samstag sollten Hirsch daher die letzte Klarheit über die DTB-Formation für den Höhepunkt verschafft haben. Neben Hambüchen, Nguyen und Bretschneider werden voraussichtlich der neue deutsche Mehrkampfmeister Andreas Toba (Hannover) und Barren-Spezialist Lukas Dauser (Unterhaching) benannt.

Ähnlich verhält es dich bei den Frauen, die in Frankfurt um 17.30 Uhr an die Geräte gehen. An Mehrkampf-Meisterin Sophie Scheder (Chemnitz) führt ebenso kein Weg vorbei wie an ihrer Vorgängerin Elisabeth Seitz (Stuttgart) und der WM-Dritten am Schwebebalken, Pauline Schäfer (Chemnitz).

Zudem dürfte Bundestrainerin Ulla Koch Routinier Kim Bui (Stuttgart) sowie Tabea Alt (Ludwigsburg) als Olympia-Kandidatinnen benennen.

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