Olympia

"Bach hat sich politisch kaufen lassen"

SID
Claudia Pechstein hatte selbst schon einen Konflikt mit dem IOC

Die fünfmalige Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Claudia Pechstein hat sich nach der scharfen Kritik von Robert Harting an IOC-Präsident Thomas Bach an die Seite des Diskus-Stars gestellt.

"Bach hat sich in meinen Augen politisch kaufen lassen", sagte die Berlinerin dem SID am Mittwoch: "Er lügt die Welt an, wenn er öffentlich predigt, es gelte für jeden Sportler die Unschuldsvermutung."

Der beste Beweis, dass diese Behauptung nicht stimme, sei sie selbst, so Pechstein: "In meinem Fall hat nie die Unschuldsvermutung gegolten. Ich würde völlig zu Unrecht ohne jeden Beweis, nur aufgrund einer absurden Wahrscheinlichkeitsrechnung verurteilt."

Harting hatte am Dienstag in Kienbaum scharfe Kritik an der IOC-Entscheidung gegen einen Komplett-Ausschluss des russischen Teams von den Sommerspielen in Rio und der Rolle von Bach persönlich formuliert: "Er ist für mich Teil des Doping-Systems, nicht des Anti-Doping-Systems. Ich schäme mich für Thomas Bach", sagte der Olympiasieger.

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Für Pechstein sind Bachs Beteuerungen, dass saubere Athleten geschützt werden müssen, ein derweil "ein schlechter Witz". "Wenn das stimmen würde, wäre meine Verfahren längst neu aufgerollt worden", sagte sie: "Das ist eine unglaubliche Art der Verdummung, die Bach da an den Tag legt."

Den IOC-Entscheid bezeichnete die 44-Jährige als "feige Entscheidung". Bach drücke sich vor der Verantwortung und werde seiner Führungsrolle als IOC-Chef "einmal mehr" nicht gerecht. "Das Ganze ist ein unwürdiges Trauerspiel", sagte Pechstein.

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