Olympia

Deutsche Volleyballer vorzeitig im Viertelfinale

SID
Schon vor dem abschließenden Vorrundenspiel sind die deutschen Volleyballer weiter
© spox

Deutschlands Volleyballer stehen vorzeitig im Viertelfinale des Olympiaturnieres und haben damit schon jetzt die beste Platzierung seit den Spielen 1972 in München sicher.

Russland sei Dank: Deutschlands Volleyballer stehen überraschend im Olympia-Viertelfinale und sind damit schon jetzt so gut wie seit 40 Jahren nicht mehr. Statt der befürchteten Mauschelei lieferte Russland beim 3:0 gegen Serbien eine Galavorstellung ab.

Die Schützenhilfe sicherte dem deutschen Team um Starangreifer Georg Grozer schon vor dem Gruppenfinale gegen Weltmeister Brasilien am Abend das Ticket für die K.o.-Runde. Die zweite Olympiamedaille nach Silber für die DDR 1972 ist nun möglich.

"Sahnehäubchen auf der Torte"

"Ein großer Tag für den deutschen Volleyball. Das ist das Sahnehäubchen auf der Torte. Und vielleicht kommt noch eine Kirsche dazu", sagte Teammanager Ralph Bergmann der Nachrichtenagentur dapd mit Blick auf das Viertelfinale am Mittwoch gegen Italien oder Bulgarien: "Was jetzt kommt, ist nur noch Zugabe, diese Mannschaft hat schon jetzt Großes geleistet."

Bergmann erlebte den Viertelfinal-Einzug live in der Halle im Earls Court. Das deutsche Team jubelte beim gleichzeitigen Training fernab der Arena.

"Da wird ein Traum wahr", sagte Georg Grozer. Und Bundestrainer Vital Heynen hatte schon zuvor erklärt: "Wenn eine Gruppe Touristen ins olympische Viertelfinale kommt, wäre das schon die Krönung." Er hatte damit auf einen Bericht vor den Sommerspielen angespielt, in dem die deutschen Schmetterkünstler in der Hammergruppe als vermeintlich chancenlos bezeichnet worden waren.

Doch vor allem dank Grozer hatten sie das entscheidende Gruppenspiel nach 0:2-Rückstand und Abwehr eines Matchballs noch mit 3:2 gegen Europameister Serbien gewonnen.

Schöps setzt Kontakte ein

Danach setzte Russland-Legionär Jochen Schöps all seine Kontakte ein, um die schon sicher fürs Viertelfinale qualifizierten Russen zu einer Topleistung gegen Serbien zu bringen. "Wir müssen hoffen, dass die Serben und die Russen kein Badminton spielen", hatte Max Günthör noch in Anspielung auf den bislang größten Olympia-Skandal von London gesagt. Acht Badminton-Spielerinnen waren disqualifiziert worden, weil sie Spiele manipuliert hatten.

Doch Russland lieferte ein Beispiel für sportliche Fairness ab und zertrümmerte alle Hoffnungen der Serben mit brutalen Aufschlägen und einem überragenden Block.

"Über grandiose Leistung gewundert"

"Ich habe mich auch über diese grandiose Leistung ein wenig gewundert. Aber dieses russische Team hat sich in den letzten Jahren auch verändert", sagte Bergmann. Das abendliche Spiel der Deutschen gegen Brasilien war somit nur die Einstimmung aufs Viertelfinale.

Der Weg der Deutschen in London soll laut Grozer noch nicht zu Ende sein: "Ich bin erst zufrieden, wenn wir im Finale stehen."

Olympia 2012: Der Medaillenspiegel

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