Olympia

Nach Olympia-Fiasko: Macht Britta Steffen weiter?

SID
Nach den schwachen Leistungen bei Olympia muss sich Britta Steffen hinterfragen
© Getty

Britta Steffen muss sich nach dem Olympia-Fiasko entscheiden: Karriereende oder weiter machen? Eine Frage, die sich auch den Verantwortlichen des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) stellt.

Bei Steffen stehen die Chancen wohl 50 zu 50. Die Heim-EM 2014 in Berlin reizt.

Selbst ein Start über 50 Meter bei Olympia 2016 in Rio de Janeiro ist als Ziel nicht ausgeschlossen. Auf der anderen Seite steht die Frage im Raum: Macht das nach dem Halbfinalaus über 100 Meter noch Sinn?

Die Zeiten sprechen gegen sie, nicht nur die geschwommenen im Becken. Auch ihr fortschreitendes Alter wird eine immer größere Rolle spielen.

Erst mal Abstand gewinnen

Eine Entscheidung will Steffen in Ruhe treffen, mit etwas Abstand. "Es wäre Quatsch, jetzt anzufangen darüber zu plappern. Hier lebt man ja gerade wie in einer Blase", sagte Steffen nach dem Scheitern, wies aber auch vielsagend daraufhin: "Ich bin fast 29 und werde nicht jünger."

Das Halbfinale dürfte jedenfalls ihr letztes Rennen über 100 Meter gewesen sein. "Vielleicht", sagte Steffen, "ist meine Zeit einfach vorbei - was die 100 Meter betrifft."

Ihr Trainer Norbert Warnatzsch würde sowohl die eine als auch die andere Entscheidung respektieren. "Wenn sie weitermachen will, hat sie meine volle Unterstützung. Wenn sie aufhören will, ist das auch zu verstehen", sagte Warnatzsch.

Verantwortliche in Erklärungsnot

Und die DSV-Verantwortlichen? Scheinen an ihren Posten zu kleben. Oder spielen auf Zeit.

"Bei Schnellschüssen werden häufig Fehler gemacht. Wir müssen die Ergebnisse erst mal verkraften und werden sie dann in Ruhe analysieren", sagte DSV-Leistungssportdirektor Lutz Buschkow.

Nicht alles negativ

Es sei ja nicht alles schlecht gewesen in den vergangenen Jahren, sagt Buschkow weiter, verweist auf Erfolge bei Welt- und Europameisterschaften und fügt hinzu: "Olympia ist ein Mosaikstein." Das ist eine bemerkenswerte Aussage.

Eigentlich sollten die Olympischen Spiele das große Ziel im Vierjahreszyklus sein - und alles andere Mosaiksteine, die sich bei Olympia zusammenfügen.

Der Vertrag von Buschkow läuft noch bis Ende dieses Jahres. Er sieht anscheinend keinen Grund, seinen Posten zu räumen.

Obwohl die Schwimmer wohl erstmals nach 80 Jahren ohne Medaille bleiben werden. Vielmehr soll im Herbst ein neuer Bundestrainer gefunden werden.

Erste Kritik aus eigenen Reihen

Ende 2011 hatte sich der DSV ja von Dirk Lange getrennt und war ohne Chefcoach ins olympische Jahr gegangen.

Erste Kritiker - sogar aus dem eigenen Stab - melden sich bereits öffentlich zu Wort. "Alle Trainer, Betreuer und Verantwortlichen müssen sich Asche auf das eigene Haupt streuen, denn es sind die vierten Olympischen Spiele hintereinander, bei denen wir hinter den Erwartungen zurückblieben", sagte Bundesstützpunkttrainer Michael Spikermann der "Rhein-Neckar-Zeitung".

Schlechte Vorzeichen für Olympia

Spikermann, der als Trainer nicht mit nach London genommen wurde, moniert Fehler bei der Olympia-Vorbereitung, deshalb habe sich der Misserfolg schon abgezeichnet: "Die deutschen Meisterschaften sind bei uns gleichzeitig Olympia-Qualifikation. Danach sollte eigentlich eine aktive Erholungsphase einsetzen. Aber da Deutschland EM-Ausrichter 2014 sein wird, reisen wir eineinhalb Wochen später mit dem kompletten Team zur EM nach Ungarn. Ein Großteil der Mannschaft wird zudem krank, also sind die Vorzeichen vor den Olympischen Spielen schon suboptimal."

Zurück zu Britta Steffen: "Der Fokus ist noch nicht beendet", sagte sie. Über 50 Meter und mit der Lagenstaffel will Steffen zumindest für einen versöhnlichen Abschluss sorgen.

Möglicherweise sind es die letzten Rennen ihrer Karriere. Und neue Hoffnungen sind nicht in Sicht.

Olympia 2012: Der Medaillenspiegel

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