Samstag, 04.08.2012

Ahlmann mit 15 Fehlerpunkten

Springreiter Christian Ahlmann ausgeschieden

Die Vorfreude in der deutschen Springreiter-Mannschaft war groß, aber nur bis zum letzten deutschen Reiter. Für Christian Ahlmann wurde der erste Umlauf bei den Olympischen Spielen zum Debakel.

Überraschend aus dem Einzelwettbewerb ausgeschieden: Christian Ahlmann
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Überraschend aus dem Einzelwettbewerb ausgeschieden: Christian Ahlmann

Das Pferd riss zwei Stangen, verweigerte nach den Fehlern ein weiteres Hindernis auf einem Parcours, der zuvor als fast lächerlich einfach bezeichnet worden war und von 32 Reitern ohne Fehler absolviert wurde.

Mit schließlich 15 Fehlerpunkten belegte Ahlmann unter 75 Reitern den 69. Platz und schied aus dem Einzelwettbewerb aus.

"Da hat am Ende nichts gepasst. Zuerst hatte ich ein Supergefühl, aber dann hat er Schiss bekommen", sagte Ahlmann. Enttäuscht kam der 37-Jährige aus Marl aus der Arena, sprang vom Pferd und musste diese Pleite verarbeiten, die nicht nur ihn, sondern das gesamte deutsche Springteam schockte.

Alles hatte Ahlmann getan, um London in besserer Erinnerung zu behalten als Olympia 2008 in China. Bei seiner Freundin Judy-Ann Melchior wurde die Geburt des gemeinsamen Sohnes Leon per Kaiserschnitt extra zehn Tage früher eingeleitet, damit sich Ahlmann voll und ganz auf die Wettbewerbe in Greenwich konzentrieren sollte.

Kritik vom Tierschutzbund

Vor vier Jahren in Hongkong war bei Ahlmanns Pferd Cöster die verbotene Substanz Capsaicin gefunden worden, was eine Sperre von acht Monaten nach sich zog.

Noch kürzlich war Ahlmanns Olympia-Nominierung vom Deutschen Tierschutzbund hart kritisiert worden.

Nun folgte das Debakel für den Europameister von 2003, der im Training wie seine Teamkollegen keine Probleme hatte.

Teamkollegen überzeugen

Und Marcus Ehning (Borken) auf Plot Blue (ein Fehlerpunkt wegen Zeitfehler), Janne-Friederike Meyer (Schenefeld) auf Lambrasco und Meredith Michaels-Beerbaum (Thedinghausen) auf Bella Donna (beide null Fehler) hatten auch keinerlei Schwierigkeiten mit dem Startwettbewerb der Springreiter.

Mühelos kamen sie in die nächste Runde und boten vor dem "Preis der Nationen" am Sonntag und Montag souveräne Ritte.

Wie ein weiteres Training wurde die Prüfung eingestuft, weil sie so einfach war und eigentlich nur wenig erfahrenen Reitern Probleme bereitete. Allerdings erwischte es auch Bezzie Madden (USA), Team-Olympiasiegerin und Bronzegewinnerin im Einzel von 2008, auf Via Volvo.

"Gewünscht, dass es glatt geht"

"Ich hätte mir gewünscht, dass diesmal alles glatt geht", sagte Bundestrainer Becker genervt nach dem peinlichen Ahlmann-Patzer.

In Hongkong bei Olympia 2008 war es vor allem Unkenntnis des olympischen Regelwerks, dass deutsche Reiter den ersten Umlauf nicht richtig ernst nahmen.

"Bis zum ersten Fehler ist Christian absolut super geritten", sagte Becker. Mit der Folge, dass Codex One sensibel reagierend auch die Nationen-Prüfungen verhaut, rechnet der Coach nicht. "Ich denke nicht, dass es passiert. Beide sind in Topform", sagte Becker. Das war eine Argumentation, die vor allem Mut machen soll.

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