Sonntag, 12.08.2012

Olympia: Moderner Fünfkampf

Schöneborn erlebt rabenschwarzen Tag

Als Wallach Zidane schon vor dem ersten Hindernis streikte, war Lena Schöneborns Traum von ihrer zweiten Olympiamedaille geplatzt. Vier Jahren nach ihrem Olympiasieg von Peking zog Deutschlands beste Fünfkämpferin in der Pferde-Lotterie nicht nur eine Niete, sondern erwischte gleich schwarzen Tag.

Lena Schöneborn (l.) will den Olympischen Wettbewerb vermutlich schnell vergessen
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Lena Schöneborn (l.) will den Olympischen Wettbewerb vermutlich schnell vergessen

Schöneborn landete in der letzten Entscheidung der Spiele von London nur auf dem 15. Platz. Im Greenwich Park oberhalb der britischen Metropole ließ sich die Litauerin Laura Asadauskaite als Olympiasiegerin feiern.

"Ich bin froh, dass es vorbei ist. Ich habe keine Erklärung. Nach dem Reiten musste ich heulen. Ich habe mir den Hintern aufgerissen und da ist es umso frustrierender", sagte Schöneborn. Ihre Berliner Teamkollegin Annika Schleu wurde im Feld der 36 Starterinnen gar nur 26. Für die beste Platzierung der deutschen Fünfkämpfer hatte am Vortag überraschend Steffen Gebhardt auf Platz fünf gesorgt.

Eltern vor Ort

An Unterstützung fehlte es Schöneborn am Sonntag jedenfalls nicht. Die Eltern, die Geschwister, der Freund und der Onkel waren extra nach London gereist. Aus Deutschland bekam sie sogar prominenten Zuspruch. Edelfan Felix Magath rief die Facebook-Gemeinde auf, der Fünfkämpferin die Daumen zu drücken. Doch der 12. August 2012 war nicht der Tag der Lena Schöneborn. Im Ziel hatte sie 1:02 Minuten Rückstand auf die neue Olympiasiegerin.

Anders als bei ihrem Olympiasieg 2008 in Peking erwischte sie schon keinen guten Auftakt. Sie gewann 19 ihrer 35 Gefechte. Zum Vergleich: In Peking hatte sie sich mit 28 gewonnenen Duellen gleich an die Spitze des Feldes gesetzt.

Auch das Schwimmen lief danach nicht viel besser, sie blieb in 2:19,76 Minuten fast drei Sekunden über ihrer Bestzeit und fiel damit in der Gesamtwertung auf Platz 16 zurück.

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Vorentscheidung im Springreiten

Die große Unbekannte, das Reiten, sollte wie so oft eine Vorentscheidung bringen. Mit ihrem zugelosten Wallach Zidane erwischte sie keinen guten Umlauf. Erst verweigerte der Vierbeiner das erste Hindernis, dann kassierte das Paar drei Abwürfe und blieb zudem nicht im Zeitlimit. "Es war meine Schuld, nicht die des Pferdes. Ich war beim ersten Sprung nicht konsequent genug", sagte Schöneborn. Mit einer guten Prüfung auf All Rise schob sich derweil Asadauskaite auf Platz eins vor.

Im abschließenden Combined-Wettbewerb baute die 28-Jährige die Führung aus und siegte vor der Britin Samantha Murray. Bronze ging überraschend an Yane Marques aus Brasilien. Lena Schöneborn holte im hügeligen Gelände noch sechs Plätze auf, kam aber mit gut einer Minute Rückstand hinter Asadauskaite ins Ziel.

Attacke gegen Bundestrainer

Einen Tag zuvor hatte Steffen Gebhardt nach seinem guten fünften Platz für das beste deutsche Ergebnis gesorgt und die Zeit in der Mixed-Zone in erster Linie genutzt, um Männer-Bundestrainer Iri Zlatanov zu attackieren. "Mit ihm läuft es nicht mehr. Der hätte mich am liebsten nicht mal nominiert. Ich habe mir alles alleine erarbeitet", sagte Gebhardt.

Der Bensheimer hatte sich zeitweise als Solist beim US-Olympiastützpunkt in Colorado Springs auf seine dritten Spiele vorbereitet. "Hätte ich in London einen schlechten Wettkampf abgeliefert, hätte ich meine Karriere beendet. Jetzt muss ich noch einmal darüber nachdenken", sagte der 31-Jährige.

Der Medaillenspiegel im Überblick


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