Sonntag, 12.08.2012

Kenianer im Marathon geschlagen

Stephen Kiprotich aus Uganda Olympiasieger

Stephen Kiprotich musste diesen magischen Moment mit keinem anderen teilen. Als der erste Goldmedaillengewinner Ugandas seit 40 Jahren auf die Knie fiel, sich bekreuzigte und dann die Landesfahne küsste, jubelten Tausende von Zuschauern entlang der Prachtmeile The Mall im Herzen von London einzig und allein ihm zu. Der 23-Jährige hatte sich die ungeteilte Aufmerksamkeit durch einen couragierten Sololauf auf den letzten fünf Kilometern des olympischen Marathons verdient.

Stephen Kiprotich aus Uganda konnte seinen ersten Olympiasieg feiern
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Stephen Kiprotich aus Uganda konnte seinen ersten Olympiasieg feiern

Stephen Kiprotich, der nach 2:08:01 Stunden das Ziel erreichte, steht jetzt zumindest sportlich auf einer Stufe mit seinem legendären Landsmann John Akii-Bua. Der 400-Meter-Hürdenläufer hatte 1972 in München das erste Gold für den afrikanischen Staat gewonnen. "Ich bin sehr glücklich, eine Medaille für mein Land gewonnen zu haben. Ich liebe mein Volk. Ganz Uganda ist glücklich, weil es jetzt das erste Gold in einem Marathonlauf hat", sagte der Überraschungssieger.

Ein Olympiasieg auf der klassischen Distanz ist für die ostafrikanischen Staaten das Nonplusultra. Vor allem in Kenia bringt nichts mehr Ehre und Ruhm ein als die Goldmedaille über 42,195 Kilometer.

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Abel Kirui war drauf und dran, seinem unter mysteriösen Umständen vor mehr als einem Jahr tödlich verunglückten Landsmann Samuel Wanjiru als Olympiasieger zu folgen. Doch als Kiprotich bei Kilometer 37 die Schlussoffensive startete, konnte der zweimalige Weltmeister nicht kontern.

Schmach für Kenia

Der Sieger hatte sein Feierritual schon beendet, als Kirui mit einem Rückstand von 28 Sekunden das Ziel erreichte. Dass in Wilson Kipsang Kiprotich ein weiterer Kenianer Bronze gewann (+1:36) war dem Läuferland ein schwacher Trost. Der Namensvetter des späteren Olympiasiegers war nach seinem Sieg beim London-Marathon im April, der auf einem anderen Kurs gelaufen wurde, als Mitfavorit gehandelt worden.

Die Medaillen waren schon 15 Kilometer vor dem Ziel vergeben, als Stephen Kiprotich und Abel Kirui zu Wilson Kipsang Kiprotich aufschlossen, der sich zur Halbzeit abgesetzt hatte. Die Frage war nur noch, wer aus dem führenden Trio sich welches Edelmetall schnappen würde.

Nach weiteren zehn Kilometern waren alle Antworten gegeben. 40 Jahre nach der ersten Goldmedaille Ugandas und 50 Jahre nach der Unabhängigkeit vom Vereinigten Königreich eroberte Stephen Kiprotich vor dem Buckingham Palace den Marathon-Thron.

Der Medaillenspiegel im Überblick


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