Freitag, 03.08.2012

Drei Zentimeter fehlen Storl zum Gold

Weltmeister Storl gewinnt Silbermedaille

David Storl hatte sofort gespürt, dass er Großartiges geleistet hatte. Kaum dass die Kugel im ersten Versuch seine Hand verlassen hatte, riss der Chemnitzer beide Arme nach oben und schrie seine unbändige Freude in den Abendhimmel von London.

Um drei Zentimeter musste sich Weltmeister David Storle dem Polen geschlagen geben
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Um drei Zentimeter musste sich Weltmeister David Storle dem Polen geschlagen geben

Bei 21,84 Meter schlug das Rundeisen im Rasen ein, sechs Zentimeter weiter als bei seinem Sensationssieg von Daegu vor einem Jahr. Doch damit nicht genug. Storl legte 21,86 Meter nach. Nur der Pole Tomasz Majewski ließ sich nicht schocken. Der Titelverteidiger konterte, und gewann wie schon vier Jahre zuvor in Peking Gold. Mit nur drei Zentimetern Vorsprung.

Die letzte deutsche Medaille bei Olympia hatte Ulf Timmermann vor 24 Jahren gewonnen. 1988 in Seoul wuchtete Storls großes Vorbild das Eisen auf den immer noch gültigen Olympischen Rekord von 22,47 Meter.

Storl nahm damit bei allen Großereignissen eine Medaille mit nach Hause. In seiner noch jungen Karriere hatte sich der 22 Jahre alte Sachse bereits Gold bei der WM 2011 und bei der EM 2012 sowie Silber bei der Hallen-WM in diesem Frühjahr gesichert. Nur in Istanbul unterm Dach stieß Storl mit 21,88 Metern jemals weiter.

"Ich bin nicht traurig, denn ich habe Silber gewonnen. Das ist ein Riesenerfolg", sagte Storl. Der 22-Jährige freut sich schon jetzt auf eine Revanche bei den Spielen 2016 in Rio. "Tomasz hat mir gleich nach dem Wettkampf gesagt, in vier Jahren sei ich dran." Das Duell mit dem Polen hat Storl nach eigener Aussage viel Spaß gemacht: "Ich mag es, wenn es so eng zugeht."

"Augen zugefallen"

Inspiriert vom Olympischen Feuer und Plüsch-Ente "Wilson" hatte Storl morgens mit dem ersten Versuch in der Qualifikation das Finale erreicht. Beim Frühstück um sieben Uhr seien ihm noch "die Augen zugefallen". Drei Stunden später war Storl dann aber ausgeschlafen genug, um mit der zweitbesten Weite in den Kampf der zwölf Besten um die Medaillen am späten Abend einzuziehen.

Storl war von seinem ersten Auftritt unter der Fahne mit den fünf Ringen beeindruckt: "Ich habe es noch nie erlebt, dass das Stadion bei einer Qualifikation ausverkauft war. Das war Wahnsinn." Auch die Flamme, die genau in der Stoßrichtung lodert, habe ihn begeistert. "Das Olympische Feuer zu sehen, hat mich sehr gefreut", sagte Storl, ehe er sich am Nachmittag im nicht weit entfernten Zimmer des Olympischen Dorfes eine Stunde aufs Ohr legte.

Die Topverdiener der Olympischen Spiele 2012
Prämien, Sponsoren, Werbeverträge: Das sind die bestbezahlten Olympioniken (nach ihren Einkünften 2011). Platz 10: Tennisspielerin Li Na (15 Mio. Euro)
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Platz 9: Chris Paul von den Los Angeles Clippers geht in London für das Dream der USA an den Start. 2011 verdiente er umgerechnet 15,7 Mio. Euro
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Platz 8: Novak Djokovic hatte 2011 einen unglaublichen Lauf und übernahm die Tennis-Weltspitze. Dies bescherte ihm ein Jahressalär von 16,2 Mio. Euro
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Platz 7: Usain Bolt gilt nach wie vor als schnellster Mann der Welt und hält gleich mehrere Weltrekorde. Im Jahr 2011 verdiente der Jamaikaner 16,6 Mio. Euro
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Platz 6: Carmelo Anthony von den New York Knicks spielt seit acht Jahren für das Dream Team. Unter den bestbezahlten Olympioniken ist er Sechster (18,7 Mio. Euro)
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Platz 5: Nach den verlorenen NBA-Finals mit Oklahoma hat Kevin Durant mit dem Dream Team nun neue Ziele. Auf der Verdienst-Liste Olympias ist Durant Fünfter (20,8 Mio. Euro)
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Platz 4: French-Open-Siegerin Maria Scharapowa ist die bestbezahlte Olympionikin bei den Sommerspielen. Insgesamt verdiente die Russin im Jahr 2011 22,1 Mio. Euro
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Kobe Bryant will noch einmal den Titel
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Platz 2: King James ist nicht nur NBA-Champion und MVP, sondern auch der bestbezahlte Basketballer Olympias. Sein Einkommen 2011 lag bei 42,7 Mio. Euro
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Platz 1: Roger Federer ist der große Favorit auf Gold in Wimbledon. Der Topverdiener (44,8 Mio. Euro) unter allen Olympioniken ist er schon
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Schicksalsschlag vor den Spielen

Die Konzentration auf den wichtigsten Wettkampf seiner Karriere hatte in den vergangenen Tagen darunter gelitten, dass ihm eine Reizung der Patellasehne zu schaffen gemacht hatte und dass er den Tod seiner Oma Adelheid verarbeiten musste.

Zwei Tage vor der Eröffnungsfeier und seinem 22. Geburtstag war die Großmutter im Alter von nur 64 Jahren an einem Hirnschlag verstorben. Mit dem Wohnmobil hatte sie nach London kommen wollen, um dem Enkel bei dessen olympischer Feuertaufe die Daumen zu drücken.

Über die schweren Stunden hat Storl neben der Familie auch seine Freundin hinweggeholfen, die Kanutin Carolin Leonhardt. Die Weltmeisterin im Viererkajak, die in London ihre zweite Goldmedaille nach 2004 anstrebt, schenkte ihrem "Storli" zudem einen Talisman: Plüsch-Ente "Wilson", die an der Sporttasche baumelte, erwies sich als der erhoffte Glücksbringer, auch wenn es für den ganz großen Wurf nicht reichte.

Der Medaillenspiegel

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