Olympia

Acht Badminton-Spielerinnen ausgeschlossen

SID
Die acht Badminton-Spielerinnen wurden wegen Manipulationsverdacht von den Spielen ausgeschlossen
© Getty

Absichtliche Niederlagen, und das auch noch bei Olympia: Die Badminton-Welt wird von einem Manipulations-Skandal erschüttert.

Nach den Gerüchten um absichtlich verlorene Spiele beim olympischen Turnier in London hat der Badminton-Weltverband BWF am Mittwoch Konsequenzen gezogen und gleich acht Spielerinnen mit sofortiger Wirkung von Olympia ausgeschlossen.

Dabei handelt es sich um vier Frauen-Doppel, zwei aus Südkorea und jeweils eines aus China und Indonesien. Ins Fadenkreuz waren die Niederlagen des chinesischen Weltmeister-Doppels Wang Xiaoli/Yu Yang und der Indonesierinnen Greysia Polii und Meiliana Jauhari geraten.

In beiden Spielen soll es nicht mit rechten Dingen zu gegangen sein - Niederlagen mit Ansage also, um stärkeren Mannschaften in der K.o.-Runde zunächst aus dem Weg zu gehen.

IOC-Sprecher: "Nicht hinnehmbar"

"Was da passiert ist, ist nicht hinnehmbar", sagte Mark Adams. Der Sprecher des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) verwies auf die olympischen Charta, nach der Athleten bei Olympia immer ihr Bestes geben müssten. Für den Chef des Organisationskomitees, Sebastian Coe, ist der Vorfall schlicht "enttäuschend und nicht akzeptabel".

Auf eine Rückerstattung des Eintrittsgeldes dürfen die Zuschauer, die für die betroffenen Spiele in der Londoner Wembley Arena Karten gekauft hatten, nicht hoffen: "Es wird keine Erstattung geben, weil die Zuschauer ja auch andere Spiele zu sehen bekamen", sagte OK-Geschäftsführer Paul Deighton.

Kein Verständnis aus Deutschland

Der Sportdirektor des deutschen Badminton-Verbandes (DBV) Martin Kranitz war bitter enttäuscht und hat kein Verständnis für derartige Absprachen. "Ich hoffe, dass der Weltverband den Mut hat, eine harte Entscheidung zu fällen. Was da passiert ist, ist unsportlich und entspricht nicht den Regeln des Fair Play", hatte Kranitz kurz vor der Entscheidung des BWF gesagt.

Die verdächtigten acht Spielerinnen waren am Mittwochmorgen vom Weltverband angehört worden. "Die Athletinnen haben nicht ihr Bestes gegeben, um ihre Matches zu gewinnen und sich in einer Art und Weise verhalten, die eindeutig schädlich und dem Sport unangemessen ist", hatte es in einer Stellungnahme des Weltverbandes geheißen.

Die bereits für die nächste Runde qualifizierten Doppel Xialoi/Yang und Polii/Jauhari hatten ihre abschließenden Gruppenspiele offensichtlich absichtlich verloren, um Duelle mit vermeintlich stärkeren Gegnern im Verlauf der K.o.-Runde zu vermeiden.

Deutscher Badminton-Chef fordert neue Regeln

Yu Yang will von Manipulation allerdings nichts wissen, sondern erklärte die 14:21, 11:21-Niederlage gegen die Südkoreaner mit der Qualität der Gegner und der Schonung für die K.o.-Runde. "Tatsächlich war der Gegner sehr stark. Da wir bereits für die K.o.-Runde qualifiziert waren, wollten wir Kräfte sparen. Da ist es nicht notwendig, alles zu geben", sagte Yu Yang.

Um solche taktischen Möglichkeiten künftig auszuschließen, fordert Kranitz Regeländerungen. "Wenn das System das ausschließt, kommt es erst gar nicht so weit. Gruppenspiele sind gut für unseren Sport. Aber es muss künftig ausgeschlossen werden, dass dort manipuliert werden kann. Da muss etwas anderes gefunden werden", sagte der deutsche Badminton-Chef.

Der Medaillenspiegel

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