Olympia

Dressurreiterin Brenner holt zweites Gold

SID
Hannelore Brenner war auch in der Kür bei den Paralympics in London nicht zu schlagen
© Getty

Dressurreiterin Hannelore Brenner hat bei den Paralympics in London ihre zweite Goldmedaille gewonnen. Nach dem Sieg in der Championatsaufgabe und Silber im Team siegt die 49-Jähriges am Dienstag auch in der Kür und bescherte der deutschen Mannschaft die insgesamt neunte goldene Plakette bei den Spielen.

Als Ilke Wyludda den Diskus 1996 bei den Olympischen Spielen in Atlanta auf 69,66 Meter schleuderte, holte sie damit Gold. 16 Jahre später feierte die 42 Jahre alte Leichtathletin ihr internationales Comeback bei den Paralympics.

Bei ihrem Debüt wurde die beinamputierte Wyludda mit persönlicher Bestleistung von 29,57 Metern Neunte. Die insgesamt neunte Goldmedaille für die deutsche Mannschaft hatte zuvor Dressurreiterin Hannelore Brenner gewonnen.

"Die Paralympics-Teilnahme war kein Ziel von mir. Ich wollte nur Sport mit ein bisschen Leistungsdruck machen. Dass das herausgekommen ist, ist eine Zugabe. Alles, was kommt, ist Zugabe. Was habe ich zu verlieren? Überhaupt nichts", hatte Wyludda vor ihrem Abflug nach London gesagt.

"Es war ein Neuanfang"

Einst war die 1,84 Meter große Athletin die Herrin im Ring; sie erzielte mit 74,56 Metern die bis heute zweitbeste Weite in der Welt. Verletzungen und Krankheiten warfen sie aber auch immer wieder zurück.

Doch den Tiefpunkt erlebte sie erst Jahre nach ihrem Karriereende. Im Dezember 2010 musste Wyludda der rechter Unterschenkel amputiert werden, nachdem eine offene Wunde sich bakteriell infiziert hatte.

Sie kämpfte sich erst ins Leben und dann in den Leistungssport zurück. "Es war ein Neuanfang", sagte die Anästhesieärztin kürzlich.

Brenner triumphiert erneut

Erfolgreich verlief der Auftritt für Hannelore Brenner. Nach dem Sieg in der Championatsaufgabe und Silber im Team siegte die 49-Jährige auch in der Dressur-Kür. "Einfach toll. Ich bin super glücklich. Mir fehlen noch ein bisschen die Worte", sagte Brenner.

Im Sattel von "Women of the World" gewann sie wie vor vier Jahren souverän beide Prüfungen und ist nun viermalige Paralympics-Siegerin. "Das war für mich und mein Pferd insgesamt unsere 30. internationale Medaille", sagte die nach einem Reitunfall querschnittsgelähmte Sportlerin.

Unterdessen hat Pechvogel Hans-Peter Durst grünes Licht für seinen Start am Mittwoch im Zeitfahren gegeben. Der durch Gleichgewichtsstörungen beeinträchtigte Radsportler war vor drei Wochen von einem angetrunkenen Radfahrer gerammt worden.

Pistorius entschuldigt sich

Dabei hatte er sich beim Sturz einen zweifachen Bruch an der rechten Hand sowie einen komplizierten Trümmerbruch im linken Daumen zugezogen. Nach zwei Operationen startet Durst mit speziellen Orthesen.

Paralympics-Star Oscar Pistorius hat sich zwei Tage nach seiner verbalen Attacke gegen 200-Meter-Sieger Alan Fonteles Cardoso Oliveira am Dienstag nochmals entschuldigt.

"Ich kann es nicht erwarten, wieder auf die Bahn zu gehen! Ich bedaure immer noch meine Reaktion vom Montag im Eifer des Gefechts... Sorry...", twitterte der Südafrikaner am Abend vor seinem Start im Vorlauf über 100 Meter. Pistorius hatte sich nach seiner erste Niederlage über zu lange Prothesen seines Konkurrenten öffentlich geärgert.

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