Olympia

Spektakulärer Doppelerfolg der Weitspringer

SID
Markus Rehm sprang in London zu paralympischem Gold mit neuem Weltrekord vor Wojtek Czyz (l.)
© Getty

Die deutschen Weitspringer haben am ersten Tag der paralympischen Leichtathletik-Wettbewerbe einen spektakulären Doppelerfolg gefeiert. Markus Rehm siegte souverän vor Wojtek Czyz und verbesserte dabei seinen eigenen Weltrekord.

Im Bahnradfahren gewann Tobias Graf Silber in der 3000-Meter-Einzelverfolgung, Gewehrschütze Josef Neumaier und Judoka Matthias Krieger holten jeweils Bronze. Die deutschen Schwimmer blieben dagegen ohne Medaille.

"Es war der perfekte Tag und der perfekte Sprung. Ich hätte nicht im Traum gedacht, dass ich soweit springen würde", sagte der unterschenkelamputierte Rehm nach seinem enormen Satz über 7,35 Meter. Der Orthopädiemechaniker verbesserte seinen eigenen Weltrekord aus dem Vorjahr gleich um 26 Zentimeter.

Czyz steigerte zwar seine persönliche Bestleistung auf 6,33 Meter, aber sogar nach Zusammenlegung der beiden unterschiedlichen Schadensklassen fehlten dem Goldmedaillengewinner von Athen und Peking noch ganze 110 Punkte zum Sieg.

"Ich bin absolut zufrieden, von den oberschenkelamputierten bin ich immer noch am weitesten gesprungen", sagte der Kölner. Knapp am Podest vorbei flog Heinrich Popow, der aber erst in seiner Königsdisziplin über die 100 Meter als Favorit gilt.

Graf radelt zu Silber

Einen Tag nach seiner Bronzemedaille im 1000-Meter-Zeitfahren vor den Augen von Bundespräsident Joachim Gauck musste sich Radsportler Tobias Graf im Finale der 3000-Meter-Einzelverfolgung nur knapp dem Chinesen Guihua Liang geschlagen geben.

"Natürlich bin ich etwas enttäuscht - aber im Endeffekt habe ich nicht Gold verloren, sondern Silber gewonnen", sagte Graf. Der Freiburger, der im Alter von zehn Jahren sein linkes Bein bei einem Unfall verloren hat, startet in London in der kommenden Woche noch im Straßenrennen und Einzelzeitfahren.

Fahnenträgerin ohne Medaille

Indes verpasste die deutsche Fahnenträgerin Daniela Schulte zum Auftakt ihrer Wettbewerbe im Aquatics Centre eine Medaille. Die blinde Schwimmerin aus Berlin wurde über 100 Meter Freistil Sechste. Vor vier Jahren in Peking hatte die zweimalige Paralympics-Siegerin in dieser Disziplin noch Bronze gewonnen.

"Ich habe es schon beim Reinspringen gemerkt, dass es heute nicht so flutscht. Das war zum Glück nur meine Nebenstrecke", sagte die 30-Jährige.

Insgesamt geht die Mutter von Zwillingen noch fünf Mal an den Start. Die größten Medaillenchancen rechnet sich Schulte über 200 Meter Lagen und 400 Meter Freistil aus.

Bronze im Judo und Schießen

Der zweite Tag in den Royal Artillery Barracks verlief für die Sportschützen ähnlich erfolgreich wie der Vortag. Nach dem Silber für Manuela Schmermund legte der 54-jährige Josef Neumaier mit dem Luftgewehr nach.

Und auch die Judoka verbuchten nach den beiden Goldmedaillen von Carmen und Ramona Brussig einen weiteren Erfolg: Matthias Krieger erkämpfte gegen Anatoli Schewtschenko Bronze. "Das war eine ganz schön enge Kiste, aber ich wusste, dass ich das Ding noch reißen kann", sagte der sehbehinderte Sinsheimer.

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