Donnerstag, 12.07.2012

Olympic Moments: Michael Johnson in Atlanta 1996

Der Mann mit den goldenen Schuhen

Der Countdown zu den Olympischen Spielen in London läuft. Am 27. Juli startet die Jagd auf Goldmedaillen. Zahlreiche Sportler sind auf dieser Jagd zu Legenden geworden, weil ihr Weg zu Gold besonders spektakulär, dramatisch oder kurios war. SPOX blickt in den kommenden Wochen auf die aus sportlicher Sicht zehn größten Momente der Olympia-Geschichte zurück. Teil 5: Michael Johnsons Doppel-Gold in Atlanta.

Michael Johnsons 200-Meter-Weltrekord von Atlanta 1996 hielt zwölf Jahre
© Getty
Michael Johnsons 200-Meter-Weltrekord von Atlanta 1996 hielt zwölf Jahre

Ihr großer Moment dauerte keine 20 Sekunden. Und doch wurden sie auch Jahre später noch erkannt. Es folgten zahlreiche Auftritte in TV-Shows. Werbe-Deals wurden abgeschlossen. In Las Vegas strömten einst gar tausende Menschen zu einer Ausstellung, obwohl sie die ganze Zeit von dickem Glas beschützt wurden.

Jeder wollte sie einmal sehen. Die goldenen Schuhe, die Michael Johnson in die Geschichtsbücher der Olympischen Spiele trugen.

Dabei verdient ihr Besitzer mindestens genauso viel Aufmerksamkeit. Nicht nur wegen seines Schuhwerks. Als Usain Bolt noch als Fußballer die Straßen seiner Heimatstadt Sherwood Content unsicher machte, galt Johnson als Dominator der Leichtathletik-Szene.

Der Nachfolger von Jesse Owens

Superman, der legitime Nachfolger von Jesse Owens, oder einfach nur der schnellste Mann auf diesem Planeten - seine Herrschaft auf der Tartanbahn war überwältigend.

Und die Olympischen Spiele 1996 sollten zu seiner großen Bühne werden. Der Druck, der auf Johnson lastete, war immens. Er sollte in Atlanta eines der Aushängeschilder werden.

"Ich war Druck gewöhnt. Aber in Atlanta hat er mich fast erdrückt", blickte er im Gespräch mit der "BBC" zurück.

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Bittere Momente bei Olympia

Doch Johnson hatte auch persönlich noch eine Rechnung mit Olympia offen. 1988 zog er sich eine Stressfraktur des Schienbeins zu und konnte sich dadurch bei den Trials nicht für Seoul qualifizieren.

Vier Jahre später setzte das Schicksal sogar noch eins drauf: Johnson war als amtierender Weltmeister über 200 Meter der große Favorit. Doch eine Lebensmittelvergiftung machte ihm einen Strich durch die Rechnung.

Johnson trat trotzdem an - und ging im 200-Meter-Halbfinale als Sechstplatzierter unter. Das Staffelgold wenige Tage später war da nur ein geringer Trost.

Sein Auftrag: Olympia-Gold

Dass er in den Jahren darauf der Konkurrenz sowohl über 200 Meter als auch über die Stadionrunde häufig die Hacken zeigte, festigte zwar seine Ausnahmestellung. "Jedes Jahr habe ich mir ein Ziel gesetzt. Das Wichtigste dabei: immer einen Schritt vor den anderen setzen", so Johnson.

Doch die Hassliebe zu Olympia blieb. Bis Atlanta. Sein Auftrag war klar. Sollte es noch irgendwelche Zweifel gegeben haben, wischte sein Ausstatter diese endgültig vom Tisch.

Eine TV-Werbung war der erste Auftritt der goldenen Schuhe, die Johnson zum erhofften Triumph führen sollten. Oder wie es "NIKE" ausdrückte: "Es ist sein Schicksal."

Wie einst Hermes

"Flo-Jo (Florence Griffith-Joyner, Anm. d. Red.) trug dieses verrückte einbeinige Outfit. Aber sie hat's halt auch drauf gehabt. Carl Lewis' Naturell war nicht gerade einfach. Aber auch er konnte es sich leisten. Warum also keine goldenen Schuhe?", so Johnsons Kumpel und Zehnkämpfer Dan O'Brien.

Die Schuhe hatten etwas Mystisches. In der griechischen Mythologie verteilte einst Hermes mit seinen fliegenden Sandalen Botschaften an die Götter. Nun waren es Johnson und seine goldenen Schuhe, die an das irdische Volk eine eindeutige Botschaft verteilten: Die Medaille wird die Farbe der Schuhe haben.

Das Problem an der Sache: Die griechische Mythologie hat eine Vorliebe für tragische Momente. Davon hatte Johnson bei Olympia einige erlebt.

Johnson bricht US-Rekord

Doch diesmal sollte alles anders werden. Bereits bei den Trials pulverisierte er den Weltrekord über 200 Meter von Pietro Mennea, der 17 Jahre lang gehalten hatten.

Es sollte nicht die letzte Bestmarke gewesen sein. Als Johnson über die Stadionrunde endlich sein erstes Einzelgold holen konnte, hörte man den Stein, der ihm vom Herzen fiel.

Doch bereits damals war klar: Sein klarer Erfolg samt neuem Olympischen Rekord (43.49) sollte nicht mehr als die Vorspeise sein. Der Hauptgang folgte drei Tage später.

London 2012: Die olympischen Sportstätten
Welcher Tourist kennt diesen Blick nicht? Die Olympia-Maskottchen Wenlock und Mandeville grüßen aus dem sonnigen London
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Welcher Tourist kennt diesen Blick nicht? Die Olympia-Maskottchen Wenlock und Mandeville grüßen aus dem sonnigen London
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Am 27. Juli beginnen in der englischen Hauptstadt die olympischen Spiele. Die Sportstätten stehen alle jetzt schon. Ein Überblick
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Am 27. Juli beginnen in der englischen Hauptstadt die olympischen Spiele. Die Sportstätten stehen alle jetzt schon. Ein Überblick
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Das ist der komplette Olympiapark, in dem die Athleten wohnen und ein Großteil der Wettkämpfe stattfindet
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Das ist der komplette Olympiapark, in dem die Athleten wohnen und ein Großteil der Wettkämpfe stattfindet
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Vor dem neuen Olympiastadion steht die spektakuläre Skulptur namens ArcelorMittal Orbit. Der Aussichtsturm hat eine Höhe von 115 Metern
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Vor dem neuen Olympiastadion steht die spektakuläre Skulptur namens ArcelorMittal Orbit. Der Aussichtsturm hat eine Höhe von 115 Metern
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Ein Blick in das Olympiastadion. Hier wird Usain Bolt als Hauptattraktion um Gold über die 100 Meter der Männer laufen
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Ein Blick in das Olympiastadion. Hier wird Usain Bolt als Hauptattraktion um Gold über die 100 Meter der Männer laufen
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Fußball wird hier gespielt - im Wembley-Stadion. Außerdem im Old Trafford, St. James Park, Hampden Park, Millennium Stadium und City of Coventry Stadium
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Fußball wird hier gespielt - im Wembley-Stadion. Außerdem im Old Trafford, St. James Park, Hampden Park, Millennium Stadium und City of Coventry Stadium
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Der Ort, an dem Tennis gespielt wird, ist genauso historisch wie Wembley. Es geht auf den heiligen Rasen nach Wimbledon
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Der Ort, an dem Tennis gespielt wird, ist genauso historisch wie Wembley. Es geht auf den heiligen Rasen nach Wimbledon
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Die Wembley Arena ist Schauplatz für das Badminton-Turnier und die Rhythmische Sportgymnastik
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Die Wembley Arena ist Schauplatz für das Badminton-Turnier und die Rhythmische Sportgymnastik
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Die O2 Arena heißt während Olympia North Greenwich Arena. Dort wird geturnt und die Finals im Basketball steigen auch dort. Dream-Team-Alarm!
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Die O2 Arena heißt während Olympia North Greenwich Arena. Dort wird geturnt und die Finals im Basketball steigen auch dort. Dream-Team-Alarm!
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Das ist die normale Basketball Arena, in der sämtliche Vorrundenspiele stattfinden werden. Sie liegt im Olympiapark
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Das ist die normale Basketball Arena, in der sämtliche Vorrundenspiele stattfinden werden. Sie liegt im Olympiapark
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Die Handball Arena sieht von außen nicht sonderlich spektakulär aus. In ihr werden die Olympiasieger bei Männern und Frauen ausgespielt
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Die Handball Arena sieht von außen nicht sonderlich spektakulär aus. In ihr werden die Olympiasieger bei Männern und Frauen ausgespielt
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Im Aquatic Center wird - wie der Name schon sagt - geschwommen und gesprungen
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Direkt neben dem Aquatic Center erhebt sich die Wasserball-Halle aus dem Boden
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Direkt neben dem Aquatic Center erhebt sich die Wasserball-Halle aus dem Boden
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Diese beeindruckende Fassade gehört zur Bahnrad Arena. In der soll es für die Briten besonders viele Medaillen geben
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Diese beeindruckende Fassade gehört zur Bahnrad Arena. In der soll es für die Briten besonders viele Medaillen geben
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Direkt neben der Bahnrad Arena werden die BMX-Fahrer in ihrem Parcours über Stock und Stein radeln
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Direkt neben der Bahnrad Arena werden die BMX-Fahrer in ihrem Parcours über Stock und Stein radeln
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Vor dem großen Medienzentrum befinden sich die Hockey-Plätze. Kurze Wege also für die Hockey-Journalisten
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Vor dem großen Medienzentrum befinden sich die Hockey-Plätze. Kurze Wege also für die Hockey-Journalisten
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Hier wird es wild. Das ist der Kurs für die Wildwasser-Kanuten
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Die Bogenschützen zieht es in die Stadt hinein. Sie kämpfen auf dem Lord's Cricket Ground um Medaillen
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Die Bogenschützen zieht es in die Stadt hinein. Sie kämpfen auf dem Lord's Cricket Ground um Medaillen
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Ebenfalls in der Innenstadt tummeln sich die Marathonläufer und Triathleten. Sie durchqueren den Hyde Park
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Ebenfalls in der Innenstadt tummeln sich die Marathonläufer und Triathleten. Sie durchqueren den Hyde Park
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Das größte Los haben die Beachvolleyballer gezogen. Sie spielen auf königlichem Boden. Auf der Horse Guards Parade
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Das größte Los haben die Beachvolleyballer gezogen. Sie spielen auf königlichem Boden. Auf der Horse Guards Parade
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Ganz schlecht haben es aber auch die Volleyballer nicht getroffen. Sie spielen am Earl's Court
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Ganz schlecht haben es aber auch die Volleyballer nicht getroffen. Sie spielen am Earl's Court
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In der ExCel Arena ist richtig viel los. Dort finden Boxen, Fechten, Judo, Tischtennis, Taekwondo, Gewichtheben und Ringen statt
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In der ExCel Arena ist richtig viel los. Dort finden Boxen, Fechten, Judo, Tischtennis, Taekwondo, Gewichtheben und Ringen statt
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Die Reiter sind in London auch nicht weit weg vom Schuss. Sie bestreiten ihre Wettkämpfe im Greenwich Park
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Die Reiter sind in London auch nicht weit weg vom Schuss. Sie bestreiten ihre Wettkämpfe im Greenwich Park
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Die Schützen verschlägt es für ihre Wettkämpfe in die Royal Artillerie Barracks
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Die Schützen verschlägt es für ihre Wettkämpfe in die Royal Artillerie Barracks
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Die Mountainbiker geben sich mit dem kleinen BMX-Parcours nicht zufrieden. Sie fahren ihre Rennen in Hadleigh Farm
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Die Mountainbiker geben sich mit dem kleinen BMX-Parcours nicht zufrieden. Sie fahren ihre Rennen in Hadleigh Farm
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Die Ruderer und Kanuten begeben sich aufs Elite-College. Genau gesagt nach Eton Dorney.
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Die Ruderer und Kanuten begeben sich aufs Elite-College. Genau gesagt nach Eton Dorney.
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Segeln kann man in London selbst leider nicht, dafür generell in England aber vorzüglich. Die Wettkämpfe finden in Weymouth und Portland statt
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Segeln kann man in London selbst leider nicht, dafür generell in England aber vorzüglich. Die Wettkämpfe finden in Weymouth und Portland statt
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Die Eröffnungs- und die Schlussfeier finden selbstverständlich im Herz des Olympiaparks statt - im Olympiastadion
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Die Eröffnungs- und die Schlussfeier finden selbstverständlich im Herz des Olympiaparks statt - im Olympiastadion
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Johnson: "Ich bin gestolpert"

Es war der 1. August 1996. Der Tag des Endlaufs über 200 Meter. Noch heute erzählen Journalisten, Athleten und Zuschauer von einer beängstigenden Stille, als Johnson sich zu den Startblöcken aufmachte.

Auch dem großen Favoriten war die Anspannung anzumerken. Nicht ohne Grund: Mit Frankie Fredericks und Ato Boldon warteten seine Dauerrivalen nur auf einen Fehler. Gerade Fredericks sah seine Chance, nachdem er Johnson kurz vor Olympia in Oslo geschlagen hatte.

Blitzlichtgewitter, der Startschuss - und fast hätte Johnson bereits nach einige Metern seinen großen Traum vom Doppel-Gold wieder begraben können.

19,32 - Weltrekord!

"Ich bin gestolpert - habt ihr das gesehen? Bei meinem vierten Schritt, aber ich konnte es gerade noch hinbiegen", gab Johnson nach dem Rennen zu.

"Hinbiegen" ist gut gesagt. Johnson zerstörte die Konkurrenz, stellte mit 19,32 Sekunden einen neuen Weltrekord auf und erklomm endgültig den Sport-Olymp. Seine Gegner wurden zu sprachlosen Statisten degradiert.

Während Fredericks einfach nur den Kopf schüttelte, sorgte Boldon mit Blick auf die Anzeigetafel für ein legendäres Zitat: "19,32! Das ist doch keine Zeit. Das hört sich eher an wie der Geburtstag meines Vaters."

"Dieser Kerl ist nicht von dieser Welt"

David Coleman, der damalige "BBC"-Kommentator, sprach nach dem Lauf das aus, was wohl jeder im Stadion dachte: "Dieser Kerl ist nicht von dieser Welt."

Johnsons Doppel-Gold über 200 und 400 Meter - eine Leistung, die zuvor niemandem gelungen war - versetzte das komplette Olympic Stadium in ungläubiges Staunen. Wie kann ein Mensch nur so schnell laufen? Und dann auch noch mit diesem Laufstil?

Als hätte er einen Besenstil verschluckt, flog er - den Rücken gerade - mit vielen kleinen Schritten über die Tartanbahn. Damit trotzte er dem herkömmlichen Wissen, dass das hohe Anheben der Knie für maximale Geschwindigkeit unerlässlich sei.

Stakkato-Stil wie ein Boxer

Sein Stakkato-Stil wurde immer wieder mit einem Boxer verglichen, der einen Sandsack mit schnellen, kurzen Schlägen traktiert. Im Gegensatz zu den meisten Boxern verpasste Johnson den Absprung allerdings nicht. In Sydney schnappte er sich noch mal Gold über 400 Meter, nachdem er sich in den letzten Jahren seiner Karriere vorrangig auf die Stadionrunde konzentriert hatte, und beendete im Anschluss seine Karriere.

Für O'Brien bleibt er aber weiter unvergessen: "Michael Johnson war auf dieser Erde, um zu laufen. Mir ist es egal, ob er einen Golfball trifft. Und ich bezweifle, ob er dunken kann. Aber verdammt noch mal, er war zum Laufen geboren!"

Dass ein gewisser Usain Bolt 2008 seinen 200-Meter-Weltrekord brach, nahm Johnson übrigens mit einem Lächeln hin. Spätestens dann wurde ihm bewusst: Ruhm und Rekorde sind vergänglich. Nur seine goldenen Schuhe sind für die Ewigkeit.

Olympic Moment: Die härteste Sissy der Welt

Bastian Strobl

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