Olympia

400 Athleten vertreten Deutschland bei Olympia

SID
Das verhältnismäßig kleine Team für London liegt an den schwächelnden Teamsportarten
© Getty

Die Deutsche Olympiamannschaft wird für die am 27. Juli 2012 beginnenden Wettkämpfe in London etwa 400 Athleten umfassen. Eine konkrete Zielvorgabe für die gewünschte Zahl an gewonnen Medaillen wollte Thomas Bach, der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), den Sportlern am Dienstag auf einer Pressekonferenz nach der 49. Sitzung des Präsidiums des DOSB nicht mitgeben.

"Unser Anspruch ist es, wieder vorne in der Weltspitze dabei zu sein. Als Richtschnur gilt dabei das Ergebnis der Olympischen Spiele in Peking 2008", sagte der ehemalige Fechter Bach. Damals hatten insgesamt 441 Sportler den fünften Platz im Medaillenspiegel errungen.

Bach hofft zudem, dass bis dahin auch die Affäre um das mit UV-Licht bestrahlte Blut einiger Sportler am Olympiastützpunkt Erfurt von der Staatsanwaltschaft aufgeklärt ist. "Wir hoffen, dass es zügig und umfassend geschieht. Es liegt aber in den Händen der Staatsanwaltschaft", sagte Bach.

Danach werde man auch aufseiten des DOSB konkrete Schlüsse aus dem Fall ziehen. Unter anderem stehe zur Diskussion, ob die Auswahl der Ärzte an den Stützpunkten künftig zentraler organisiert werde, sagte Bach.

Arztwahl für Olympiastützpunkte nach Erfurt auf dem Prüfstand

Bisher gebe man den Stützpunkten lediglich die Rahmenbedingungen für die medizinische Betreuung vor. Für die frei praktizierenden Ärzte müsse es laut Bach in Zukunft auch berufsrechtliche Konsequenzen haben, wenn sie Anvertraute mit unerlaubten Mitteln behandelten.

Das Thema Doping spielt auch in London eine große Rolle. Die Olympioniken werden sich dort "einem sehr rigiden Anti-Doping-Management unterworfen sehen", sagte Bach. Es werde mehr als 6.000 Kontrollen vor Ort geben.

Dass die Mannschaftssportarten Basketball, Handball bei den Herren sowie der Frauenfußball nicht die Qualifikation zu den Spielen geschafft haben, veranlasste Bach zu Kritik an der Organisation der jeweiligen Sportarten: "Die Ligen müssen verstehen, dass ein starkes Olympiateam, eine starke Nationalmannschaft durchaus in ihrem eigenen Interesse ist", sagte Bach.

Aber deren Fehlen beinhalte auch etwas Positives: "Das bietet Chancen für Athleten, die sonst nicht so im Fokus der Öffentlichkeit stehen."

Nominierungen für die noch freien Plätze für Olympia 2012 finden am 31. Mai, 25. Juni und letztmalig regulär am 3. Juli statt, aber man werde auch "Möglichkeiten für Last-Minute-Nominierungen" offen lassen. Das Outfit der Nationalmannschaft wird am 24. April in Düsseldorf vorgestellt.

KOLUMNE Jonas' Road to London

 

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