Sonntag, 17.08.2008

Phelps bricht Spitz' Rekord

Erster Mensch auf dem Mars

Peking - Als US-Schwimmstar Michael Phelps nach seinem achten Olympiasieg in Peking grinsend und glücklich durch den "Wasserwürfel" schlurfte, wartete Mutter Debbie Phelps bereits mit offenen Armen und tränenüberströmtem Gesicht auf ihren Sohn.

Michael, Phelps
© Getty

Und auch Phelps wollte nach seiner Nerven zehrenden Rekordjagd nur noch zu seiner Mama, die er seit Beginn der Spiele "höchstens 30 Sekunden" persönlich gesehen hatte. Endlich war die atemlose Hatz vorbei und der beinahe unglaubliche Großauftrag erfüllt. "Was soll ich noch sagen? Es hat Spaß gemacht. Es war verdammt harte Arbeit, und am Ende war alles perfekt", berichtete der 23-Jährige, "vielleicht sollte alles so sein. Vielleicht war alles vorbestimmt."

Die Peking-Spiele sind seine Spiele. Mit 14 Goldmedaillen der erfolgreichste Athlet der Olympia-Geschichte, hat sich Phelps durch seine unglaubliche Goldsammlung von Afghanistan bis Zypern einen Namen gemacht.

Dabei ist die Bonuszahlung seines Sponsors (Speedo) für die acht Olympiasiege in Höhe von einer Million Dollar nur ein Taschengeld. US-Marketing-Experten schätzen, dass die sportlichen Großtaten und sein Image als "bodenständiger Übermensch", wie der US-TV-Gigant NBC seinen Quotenbringer verkaufte, Michael Phelps mindestens 25 Millionen Dollar einbringen.

Achterbahnfahrt nach oben

Zahlen lügen nicht. Sieben Weltrekorde hat er verbessert, 17 Starts in acht Tagen abgeliefert, gefühlte 800 Interviews gegeben, und selbst die geschätzten 40 Dopingtests, die er seit der US-Olympia-Qualifikation Ende Juni über sich ergehen lassen musste, sind rekordverdächtig.

"Ich war zwischendurch sehr erschöpft. Das Entscheidende war die Regeneration. Ich habe sehr viel geschlafen, viele Eisbäder, Massagen, nur so ging es", schilderte Phelps, "es war wie eine Achterbahnfahrt, die nur nach oben ging."

Die größten Athleten der olympischen Spiele
18 Mal Gold: Michael Phelps ist der König des Wassers
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Die gesamte Olympia-Ausbeute von Michael Phelps: 18 Mal Gold, zwei Mal Silber, zwei Mal Bronze - absolut unerreicht!
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Der US-Amerikaner Alfred Adolf "Al" Oerter Jr. gewann insgesamt viermal olympisches Gold - zum ersten Mal 1956 in Melbourne
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"The flying dutchmam" Fanny Blankers-Koen gewann ebenfalls viermal Gold. Damit ist sie eine der erfolgreichsten Olympionikinnen aller Zeiten
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Bob Beamon gelang bereits 1968 der "Sprung ins 21. Jahrhundert". Sein Weltrekord von 8,90 Metern hielt 23 Jahre
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Sie ist die erfolgreichste deutsche Olympionikin: Birgit Fischer. Die Kanutin gewann insgesamt acht Goldmedaillen
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Carl Lewis ist der Leichtathlet des Jahrhunderts. Insgesamt räumte der Sprinter und Weitspringer neunmal Gold bei Olympia ab
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Mit zarten 14 Jahren holte Nadia Comaneci die Bestnote und damit Gold am Stufenbarren - ihr Leben ist mittlerweile sogar verfilmt
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122 Mal in Folge ungeschlagen beim 400-Meter-Hürdenlauf zwischen 1977 und 1987: der US-Amerikaner Edwin Moses.
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Florence Griffith-Joyner sprintete 1988 in Weltrekordzeit zum Olympiasieg über 100 Meter. Die Dominatorin starb 1998 im Alter von 38 Jahren
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Jenny Thompson konnte nie eine Einzel-Goldmedaille gewinnen. Mit der Staffel holte sie insgesamt acht Goldene
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Der vielleicht schnellste Mann der Welt: Michael Johnson lief über 400 Meter Weltklassezeiten wie am Fließband und holte fünfmal olympisches Gold
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Kornelia Ender startete für die DDR und holte viermal olympisches Gold - davon zwei Medaillen innerhalb nur einer halben Stunde
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Larissa Semjonowna Latynina gewann für die ehemalige Sowjetunion 18 Medaillen bei olympischen Spielen
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Siebenmal Gold 1972 in München, siebenmal mit Weltrekord: Der US-Amerikaner Mark Spitz stellte insgesamt 22 Weltrekorde auf
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Der finnische Schweiger Nurmi Paavo ist zusammen mit Carl Lewis der erfolgreichste Teilnehmer bei Olympia aller Zeiten
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James Cleveland "Jesse" Owens gewann als erster Sportler vier Goldmedaillen bei Olympia, nämlich 1936 über 100m, 200m, im Weitsprung und 4x100m
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Mit Ahlerich holte Rechtsanwalt Dr. Reiner Klimke sechs Goldmedaillen im Dressurreiten
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Fünfmal Gold in fünf aufeinander folgenden Olympischen Spielen: Ruderer Sir Steve Redgrave
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Der Volksheld der Tschechoslowakei: Langstreckenläufer Emil Zatopek holte 1952 in Helsinki dreimal Gold. Er zum "Athleten des Jahrhunderts" gewählt
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Spitz zieht den Hut

So richtig frei hat er sich nur im olympischen Dorf gefühlt. Dirk Nowitzki hat er getroffen, Roger Federer angehimmelt, dabei wurde und wird er selbst vergöttert. "Damit habe ich Schwierigkeiten", gab Phelps zu. Er wird sich dran gewöhnen müssen.

US-Legende Mark Spitz wird auch heute noch beinahe täglich zu seinen sieben Goldmedaillen bei den Spielen 1972 in München befragt. "Episch" nannte Spitz die Leistung seines Nachfolgers, "wenn ich der erste Mensch auf dem Mond war, ist Michael der erste auf dem Mars."

"Barracuda aus Baltimore"

Die Weltpresse überschlug sich nach den Phelps-Festspielen. "Der olympische Gott", titelte die französische Zeitung "Nouvel Oberservateur". Das chinesische Sportblatt "Titan" ernannte den "fliegenden Fisch" sogar zur "königlichen Hoheit", und die argentinische Zeitung "Olé" schrieb: "Er schwimmt nicht, er fliegt." Der "Barracuda aus Baltimore", so "El Mercurio", die größte Zeitung Chiles, wird zum "olympischen Sonderbotschafter" (New York Times).

"Mir gehen so viele Gefühle durch den Kopf. Das kann kein Mensch beschreiben", sinnierte Phelps, "es ist wahnsinnig aufregend." Und es wird emotional bleiben. Die Spiele 2012 in London sind ein Fernziel, bei der WM im kommenden Jahr in Rom will er auf jeden Fall dabei sein. "Meine Mama will unbedingt einmal nach Rom", sagte der Gefeierte, "also muss ich zusehen, dass ich mich qualifiziere. Seine Mutter darf man schließlich nicht enttäuschen."

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