Montag, 04.08.2008

Schlaglichter der Leichtathletik

Ein Bolt für alle Fälle

München - In Peking werden in 46 Leichtathletik-Wettbewerben Medaillen vergeben. Da kann man schon einmal den Überblick verlieren. Welche Entscheidungen Sie auf keinen Fall verpassen dürfen, hat SPOX zusammengefasst. 

bolt
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100 Meter-Lauf der Männer: Der Klassiker schlechthin in der Leichtathletik. Und in diesem Jahr wird's ganz besonders eng, und vor allem schnell. Warum? Da braucht man nur einen Blick auf die Zeiten in diesem Jahr zu werfen. 23 Mal blieben zwölf verschiedene Läufer unter zehn Sekunden.

Selbst unter 9,90 schafften es noch fünf Sprinter. Spannung also garantiert. Und dazu die ganz große Show der Jamaikaner: Weltrekordler Usain Bolt (9,72) gegen Landsmann Asafa Powell (SB: 9,82). Und US-Star Tyson Gay (SB: 9,77) mischt auch noch mit. Mehr geht eigentlich nicht. Naja, ein Weltrekord wäre noch ganz recht.

Die deutschen Chancen: Alle Konzentration auf Springen und Werfen, denn in den Laufwettbewerben ist wohl nur eine Medaille drin, wenn Geher Andre Höhne einen perfekten Tag erwischt.

Hoffnung auf Gold darf man sich vor allem bei den Speerwerferinnen machen. Christina Obergföll oder Steffi Nerius, eine von beiden muss einfach die Tschechin Barbora Spotakova schlagen können. Auch ein heißer Tipp ist Hochspringerin Ariane Friedrich. Zeigt Überfliegerin Blanka Vlasic Nerven, ist vielleicht sogar der Olympiasieg drin.

Zumindest an eine Medaille heranschnuppern können bei optimalem Verlauf im Kugelstoßen Nadine Kleinert, Ralf Bartels und Peter Sack, im Hammerwerfen Betty Heidler sowie im Diskus Robert Harting. Bei unseren Stabhochspringern ist zwischen Salto Nullo und Medaille alles drin.

Vogelnest und Co.: Das Epizentrum der Sommerspiele
Keine Angst, das Olympiastadion steht nicht in Flammen. Hier wird die Eröffnungsfeier geprobt
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Keine Angst, das Olympiastadion steht nicht in Flammen. Hier wird die Eröffnungsfeier geprobt
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Herzstück der Spiele: National Stadium (o.l.), National Indoor Stadium (u.) und National Aquatics Center
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Herzstück der Spiele: National Stadium (o.l.), National Indoor Stadium (u.) und National Aquatics Center
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Der ganze Stolz der Gastgeber ist das Vogelnest, das erst kurz vor den Spielen fertig wurde
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Über 90.000 Zuschauer finden Platz. Die Architekten entwarfen auch die Münchner Allianz Arena
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Über 90.000 Zuschauer finden Platz. Die Architekten entwarfen auch die Münchner Allianz Arena
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36 Kilometer sind die Stahlstreben lang, die das charakteristische Geflecht bilden
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36 Kilometer sind die Stahlstreben lang, die das charakteristische Geflecht bilden
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Die Leichtathletik-Wettbewerbe, das Fußball-Finale der Männer sowie die Anfangs- und Schlussfeier finden hier statt
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Die Leichtathletik-Wettbewerbe, das Fußball-Finale der Männer sowie die Anfangs- und Schlussfeier finden hier statt
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Nicht minder spektakulär als das Olympiastadion ist die Schwimmhalle
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Nicht minder spektakulär als das Olympiastadion ist die Schwimmhalle
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Das National Aquatics Center wird allenthalben nur Wasserwürfel genannt
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Das National Aquatics Center wird allenthalben nur Wasserwürfel genannt
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Mit seiner Wabenoptik erinnert der Bau ebenfalls ans Münchner Fußballstadion
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Mit seiner Wabenoptik erinnert der Bau ebenfalls ans Münchner Fußballstadion
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Die 3000 aufblasbaren Kissen können in verschiedenen Farben leuchten
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Die 3000 aufblasbaren Kissen können in verschiedenen Farben leuchten
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Nach den Spielen kommt ein Freizeitbad in den Wasserwürfel
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Nach den Spielen kommt ein Freizeitbad in den Wasserwürfel
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Schwimmer, Synchronschwimmer und Wasserspringer sind hier aktiv. 17.000 Zuschauer passen rein
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Schwimmer, Synchronschwimmer und Wasserspringer sind hier aktiv. 17.000 Zuschauer passen rein
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Schmuck ist auch das National Indoor Stadium mit dem geschwungenen Dach
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Schmuck ist auch das National Indoor Stadium mit dem geschwungenen Dach
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Handballer, Turner und Trampolin-Artisten werden hier vor 18.000 Zuschauern um Medaillen kämpfen
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Handballer, Turner und Trampolin-Artisten werden hier vor 18.000 Zuschauern um Medaillen kämpfen
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Dabei sein ist alles: Das olympische Motto gilt aus deutscher Sicht vor allem für die Läufer- und Läuferinnen des DLV. Sprinter Tobias Unger zählt dabei noch zu den größeren Hoffnungen. Über 100 und 200 Meter ist wohl aber auch für ihn nicht mehr als die Halbfinal-Teilnahme drin. Bei den Frauen sieht's im Sprint noch schlechter aus.

Nicht besser wird's auf den Mittel- und Langstrecken. Auch hier wird häufig schon in den Vorläufen Endstation sein. Drum gilt: Es lebe das olympische Motto!

Jagd nach Rekorden: Wieder 100 Meter der Männer: Gut möglich, dass die Herren Bolt, Powell, Gay Weltrekord laufen müssen, um Olympiasieger zu werden. Gut möglich, dass es so kommt.

Über 110 Meter Hürden der Männer ist wohl nur einer in der Lage, den Weltrekord zu brechen: Dayron Robles. Der Kubaner ist der Dominator dieser Saison, der reihenweise Top-Zeiten herunter spulte, darunter auch seinen Weltrekord Mitte Juni in Ostrau. Allerdings ist damit zu rechnen, dass Chinas Nationalheld Xiang Liu sich trotz durchwachsener Saison nicht so einfach geschlagen geben wird.

Jelena Issinbajewas Goldmedaille im Stabhochsprung ist quasi schon graviert. Nur der Olympiasieg wäre allerdings schon fast eine Enttäuschung, ein neuer Weltrekord der Russin darf es schon sein.

Zu einer neuen Bestleistung ist durchaus auch Tirunesh Dibaba über 5000 Meter in der Lage. Und im Hammerwerfen der Frauen sollte man ein Auge auf die beiden Weißrussinnen Miankowa und Pchelnik haben.

Drama: Wettkämpfe, die zu Dramen werden können, z.B. Hammerwerfen: Dreimal am Netz hängen bleiben. Zehnkampf: Qualen ohne Ende und dann kein gültiger Versuch im Weitsprung oder Stabhoch. Gehen: 20 Kilometer die Oberschenkel wundgescheuert und dann kurz vor dem Ziel disqualifiziert etc...

Afrikaner: Die Athleten vom Schwarzen Kontinent werden vor allem über die Mittel- und Langstrecken wieder gehörig abräumen, allen voran die Kenianer und Äthiopier. Gespannt darf man vor allem sein, ob sich Tirunesh Dibaba und Meseret Defar über die 5000 m zu einem neuen Weltrekord jagen.  

Leider müssen wir im Marathon auf Weltrekordler Haile Gebrselassie verzichten. Wegen des Smogs in Peking beschränkt sich der 35-Jährige auf einen Start über die 10.000-m-Distanz.

Must see: Der 100-m-Kracher der Männer dürfte das Highlight der Leichtathletik-Wettbewerbe werden. Doch genauso wenig darf man die 200 m sowie die 4x100-m-Staffel der Männer verpassen. Denn der Jamaikaner Usain Bolt könnte als erster Athlet seit Carl Lewis 1984 das olympische Sprint-Triple schaffen und Geschichte schreiben.

Ebenso wie der 100-m-Showdown der Männer wird auch das Frauen-Rennen vom Zweikampf zwischen den USA und Jamaika dominiert. Gleich sechs Ladies, die in diesem Jahr unter 10,9 Sekunden blieben, dürfen sich berechtigte Hoffnung auf Gold machen. Da ist Spannung vorprogrammiert.

Viele Goldchancen haben die deutschen Starter nicht. Gerade deshalb sollte man die wenigen Möglichkeiten zum Mitjubeln auf gar keinen Fall verpassen. Also einschalten und Daumen drücken beim Hochsprung der Frauen, Speerwerfen der Frauen, Hammerwerfen der Frauen und dem Stabhochsprung der Männer.

Traditionell gehören der Sieben- und Zehnkampf zu den Höhepunkten der Olympischen Spiele. Vor allem durch das familiäre Flair unter den Athleten macht das Zusehen doppelt Spaß. Verzichten müssen wir in diesem Jahr allerdings auf Seriensiegerin Carolina Klüft. Die schöne Schwedin hat vom Mehrkampf die Nase voll und widmet sich ausschließlich dem Weit- und Dreisprung. Übrigens ein triftiger Grund, diese zwei Wettbewerbe in die Must-See-Liste aufzunehmen.

Nicht verpassen darf man auch den Stabhochsprung der Frauen. Zwar könnte sich der Wettkampf an sich langweilig gestalten, doch Seriensiegerin Jelena Issinbajewa freut sich einfach so schön über ihren 24. Weltrekord.

SPOX

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