Samstag, 02.08.2008

Die deutschen Kanuten im SPOX-Porträt

Understatement ist nicht

München - Wenn am 11. August die ersten olympischen Läufe der Kanuten starten, wird Birgit Fischer nicht mit dabei sein.

Kanu, Fischer, Reinhardt
© Getty

Zum ersten Mal seit 24 Jahren findet Olympia ohne Deutschlands erfolgreichste Kanutin statt. Nicht weniger als acht olympische Gold-Medaillen hat sie in ihrer Ausnahmekarriere gesammelt. Das ist absoluter Rekord in Deutschland.

Um den deutschen Kanusport muss man sich aber dennoch keine Sorgen machen. Sechs bis acht Medaillen peilt Bundestrainer Reiner Kiessler in Peking an. Darunter sollen mindestens drei bis vier goldene sein.

SPOX stellt die deutschen Medaillen-Hoffnungen vor:

Kanu-Rennsport:

Kajak-Einer (500m)

Jonas Ems: Der Weltmeister von 2007 muss bei Olympia über 500m ran. Nicht unbedingt seine Paradedisziplin. Der Essener ist als exzellenter Starter ein Freund der 200m-Rennen. Diese sind aber leider nicht olympisch. An einem guten Tag ist ein Platz auf dem Podium trotzdem nicht unrealistisch.

Kajak-Einer (1000m)

Max Hoff: Eigentlich ist Max Hoff ein Phänomen. Um sich den Traum von Olympia zu erfüllen, entschied sich der Wildwasserweltmeister von 2006 zu einem Wechsel in den Rennsport. Und der Erfolg gibt ihm Recht: Die Qualifikation für Peking schaffte er ohne Mühe und sicherte sich zudem noch Bronze bei der diesjährigen EM. Mehr als der Einzug in den Endlauf ist für den 26-Jährigen aber wohl nicht drin.

Kajak-Zweier (500m)

Ronald Rauhe & Tim Wieskötter: Die deutsche Gold-Garantie. Egal, was es zu gewinnen gab, die beiden haben es sich geholt. Seit 2001 sind sie bei Titelkämpfen ungeschlagen. Alles andere als Gold, wäre eine Enttäuschung.

Kajak-Zweier (1000m)

Andreas Ihle & Martin Hollstein: Für den einen ist es das Highlight seiner Karriere, für den anderen fast schon Routine. Während Shootingstar Martin Hollstein seinen ersten olympischen Spielen entgegenfiebert, paddelt Andreas Ihle schon zum dritten Mal mit. Das ungleiche Pärchen darf sich aber maximal Außenseiterchancen ausrechnen.

Kajak-Vierer (1000m)

Lutz Altepost/Norman Bröckl/Thorsten Eckbrett/Björn Goldschmidt: Die Überraschungsweltmeister von 2007 wollen auch bei den Olympischen Spielen wieder für Furore sorgen. Das deutsche Flaggschiff landete bei allen internationalen Wettkämpfen des Jahres unter den Top Drei und darf sich auch in Peking berechtigte Hoffnungen auf Edelmetall machen.

Canadier-Einer (500m & 1000m)

Andreas Dittmer: Der große alte Mann des Kanurennsports will's zum Abschied noch mal wissen. In mehr als 20 Jahren hat Andreas Dittmer soviel Edelmetall gesammelt, dass sogar Mr. T vor Neid erblassen würde. Trotz seiner 36 Jahre zählt er ohne Wenn und Aber zu den Favoriten. In die Top Fünf der erfolgreichsten deutschen Olympioniken aller Zeiten vorzustoßen, dürfte ein zusätzlicher Anreiz sein.

Canadier-Zweier (500m & 1000m)

Christian Gille & Tomasz Wylenzek: Über das Duo Gille & Wylenzek muss nicht viel gesagt werden. Nur soviel: Die Olympiasieger von Athen und amtierenden Weltmeister konnten in diesem Jahr verletzungsbedingt erst bei einem internationalen Wettkampf an den Start gehen. Umso beeindruckender ist ihre Ausbeute: Mit einem Sieg und Platz drei qualifizierten sie sich locker für Olympia.

Vogelnest und Co.: Das Epizentrum der Sommerspiele
Keine Angst, das Olympiastadion steht nicht in Flammen. Hier wird die Eröffnungsfeier geprobt
© Getty
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Keine Angst, das Olympiastadion steht nicht in Flammen. Hier wird die Eröffnungsfeier geprobt
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Herzstück der Spiele: National Stadium (o.l.), National Indoor Stadium (u.) und National Aquatics Center
© Getty
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Der ganze Stolz der Gastgeber ist das Vogelnest, das erst kurz vor den Spielen fertig wurde
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Über 90.000 Zuschauer finden Platz. Die Architekten entwarfen auch die Münchner Allianz Arena
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Über 90.000 Zuschauer finden Platz. Die Architekten entwarfen auch die Münchner Allianz Arena
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36 Kilometer sind die Stahlstreben lang, die das charakteristische Geflecht bilden
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36 Kilometer sind die Stahlstreben lang, die das charakteristische Geflecht bilden
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Die Leichtathletik-Wettbewerbe, das Fußball-Finale der Männer sowie die Anfangs- und Schlussfeier finden hier statt
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Nicht minder spektakulär als das Olympiastadion ist die Schwimmhalle
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Das National Aquatics Center wird allenthalben nur Wasserwürfel genannt
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Das National Aquatics Center wird allenthalben nur Wasserwürfel genannt
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Mit seiner Wabenoptik erinnert der Bau ebenfalls ans Münchner Fußballstadion
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Mit seiner Wabenoptik erinnert der Bau ebenfalls ans Münchner Fußballstadion
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Die 3000 aufblasbaren Kissen können in verschiedenen Farben leuchten
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Die 3000 aufblasbaren Kissen können in verschiedenen Farben leuchten
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Nach den Spielen kommt ein Freizeitbad in den Wasserwürfel
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Nach den Spielen kommt ein Freizeitbad in den Wasserwürfel
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Schwimmer, Synchronschwimmer und Wasserspringer sind hier aktiv. 17.000 Zuschauer passen rein
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Schwimmer, Synchronschwimmer und Wasserspringer sind hier aktiv. 17.000 Zuschauer passen rein
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Schmuck ist auch das National Indoor Stadium mit dem geschwungenen Dach
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Handballer, Turner und Trampolin-Artisten werden hier vor 18.000 Zuschauern um Medaillen kämpfen
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Kajak-Einer (500m)

Katrin Wagner-Augustin: Nach den Gold-Medaillen im Zweier und Vierer hat Katrin Wagner-Augustin jetzt auch Gold im K1 angepeilt. Gegen die fast übermächtige Konkurrenz aus Italien und Ungarn muss für Deutschlands erfolgreichste, aktive Kanutin aber schon alles passen.

Kajak-Zweier (500m)

Fanny Fischer & Nicole Reinhardt: Im Jahr 2006 in ein Boot gesetzt, konnten Fischer und Reinhardt vom Fleck weg überzeugen und sich bereits im zweiten Jahr Doppelweltmeisterinnen nennen. Keine Frage, das "witzigste" Boot sichert sich auch in Peking Gold.

Kajak Vierer (500m)

Fanny Fischer/Nicole Reinhardt/Katrin Wagner-A./Carolin Leonhardt: In der Paradedisziplin der deutschen Damen läuft es erneut auf einen Zweikampf mit dem Boot der Ungarn hinaus. Die Statistik spricht klar fürs deutsche Boot: In den letzten Duellen konnte der K4 den Hauptkonkurrenten jeweils hinter sich lassen.

Kanu - Slalom:  

Kajak-Einer

Jennifer Bongardt: Bei den Olympischen Spielen in Athen war sie noch knapp an einer Medaille gescheitert. In diesem Jahr soll's endlich klappen. Als Weltmeisterin von 2007 sagt sie von sich selbst: "Ja, ich bin schon die Favoritin." Dem ist nichts hinzuzufügen.

Kajak-Einer

Alexander Grimm: Der 21-Jährige hat schon in jungen Jahren gezeigt, was mit Talent und der richtigen Einstellung so alles geht. Seit seinem Nationalmannschaftsdebüt im Jahr 2002 holte der Augsburger schon WM-Gold und EM-Silber. Da sich nur ein Sportler aus jedem Land qualifizieren durfte, stehen die Chancen des Augsburgers nicht schlecht.

Canadier-Einer

Jan Benzien: Normal oder Super? Diese Frage stellt sich für Jan Benzien nicht. Der angehende Sportmanager gehört seit Jahren zu Deutschlands besten Slalom-Fahrern und darf auch bei Olympia von Edelmetall träumen.

Canadier-Zweier

Felix Michel & Sebastian Piersig: Wie man auf der Strecke in Peking unter die besten Drei fährt, hat das Duo bei den olympischen Vorkämpfen schon bewiesen. Man muss also kein Hellseher sein, um diesen beiden gute Chancen vorherzusagen.

Thomas Ziemann

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