Samstag, 23.08.2008

Olympia

Vorerst keine Rücktritte bei den Hockey-Damen

Den ersten Frust spülten sie noch im Stadion herunter, dann ging der Blick schon wieder nach vorn. Gleich nach der Rückkehr von Peking in die Heimat beginnt für Deutschlands Hockey-Damen die neue Zeitrechnung für die WM 2010 in Argentinien und Olympia 2012 in London.

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© DPA

An Rücktritt dachte vorerst keine. Ein erneuter kleiner Umbruch ist aber nicht auszuschließen. "Die Spielerinnen müssen sich entscheiden, ob sie weiter dabei sein wollen und wir müssen die Entscheidung treffen, welche Spielerinnen wir für die nächsten vier Jahr auswählen", sagte Trainer Michael Behrmann nach Platz vier in Peking.

"Wir müssen alles erst sacken lassen, Olympia ist immer ein Thema, nach dem man sagen kann, das ist das Ende einer Karriere", sagte die 30 Jahre alte Abwehrchefin Tina Bachmann.

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Bisher kein Rücktritt

Die Braunschweigerin ist eine von sechs Spielerinnen, die 2004 beim Olympiasieg in Athen dabei waren und beim 1:3 im kleinen Finale gegen den nächsten WM-Gastgeber Argentinien leer ausgingen. "Es gibt definitiv keine, die gesagt hat: Das war mein letztes Spiel", betonte auch Spielführerin und Athen-Championesse Marion Rodewald. Die 32-Jährige dementierte damit auch Medienberichte, wonach sie selbst zurücktreten wolle.

Neben Rodewald zählen auch Anke Kühn, Fanny Rinne, Mandy Haase und Natascha Keller, die in Peking bereits ihre vierten Olympischen Spiele absolvierte, zu dem übrig gebliebenen Athen-Sextett. "Wir haben noch keine Gespräche geführt", sagte Trainer Behrmann zur aktuellen Situation. Der Hamburger baute nach der Übernahme der Athener "Wundertüten" in den vergangenen knapp zwei Jahren eine Mannschaft mit einer Mixtur aus älteren und jüngeren Akteurinnen auf.

"Es gibt viel zu analysieren"

Dass das Team in China durch die 2:3-Halbfinalniederlage gegen die Gastgeberinnen und die Pleite gegen den erneuten Olympia-Dritten Argentinien nun ihr blaues Wunder, anstatt ein weiteres Erfolgsmärchen erlebte, muss in den kommenden Wochen aufgearbeitet werden. "Taktik, Ecken, Personal - es gibt viel zu analysieren", meinte Behrmann.

"Wir brauchen den Rahmen der erfahreneren Spielerinnen", betonte der Coach, der vor drei Jahren mit der U 21 Vizeweltmeister geworden war und einige dieser Spielerinnen in die A-Nationalmannschaft integrierte. Stürmerin und Strafeckenspezialistin Fanny Rinne, die in der niederländischen Liga spielt, will auf jeden Fall weitermachen bis zur EM im kommenden Jahr.

Danach werde sie weiter entscheiden, hieß es. Ansonsten waren die deutschen Damen mehr mit Frustbewältigung statt Zukunftsplanung beschäftigt. "Im Moment macht sich darum nun wirklich keiner Gedanken", betonte Tina Bachmann.


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